DB Podcast

Dr. KI Ärztliche Zweitmeinung: Viele vertrauen mehr der KI als dem Arzt

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Was genau bedeutet eine Diagnose? Welche Nebenwirkungen hat eine Arznei? Viele holen sich eine ärztliche Zweitmeinung von einer Künstlichen Intelligenz ein – und vertrauen ihr oft mehr als dem Arzt.

(Bild:  Nitcharee / AdobeStock)
(Bild: Nitcharee / AdobeStock)

Wer kennt das nicht: Man hatte eine Arzttermin und so richtig verstanden hat man nicht, was eine gestellte Diagnose genau bedeutet oder was man beim Einnehmen der Arzneien genau beachten soll. Das Ärzte-Latein ist nicht immer verständlich – und für detaillierte Nachfragen fehlt in vielen Fällen dem Arzt schlicht die Zeit. Mit solchen und ähnlichen Fragen wollen sich viele Menschen für eine ärztliche Zweitmeinung künftig an eine Künstliche Intelligenz wenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom.

Christina Raab, Bitkom-Vizepräsidentin: Künstliche Intelligenz werde Ärzten künftig noch viel stärker als bisher dabei helfen, Diagnosen zu stellen und Therapien auszuwählen. (Bild:  Bitkom)
Christina Raab, Bitkom-Vizepräsidentin: Künstliche Intelligenz werde Ärzten künftig noch viel stärker als bisher dabei helfen, Diagnosen zu stellen und Therapien auszuwählen.
(Bild: Bitkom)

Demnach haben bereits 6 Prozent schon einmal eine der verfügbaren Symptom-Checker-Apps oder einen Chatbot wie ChatGPT zurate gezogen. Weitere 51 Prozent können sich künftig vorstellen, eine Künstliche Intelligenz um eine ärztliche Zweitmeinung zu bitten.

Ärztliche Zweitmeinung: Großes Vertrauen in KI

Wann immer möglich, sollten Ärzte Unterstützung von einer KI erhalten, finden 71 Prozent der Befragten. Fast die Hälfte (47 Prozent) meint sogar, eine Künstliche Intelligenz werde in bestimmten Fällen bessere Diagnosen stellen als ein Mensch.

„Algorithmen können riesige Mengen medizinischer Daten analysieren, Muster erkennen und dadurch frühzeitig Krankheiten diagnostizieren, die für Menschen teilweise schwer erkennbar sind, insbesondere bei seltenen Erkrankungen, bei denen Erfahrung und Routine fehlen“, sagt Bitkom-Vizepräsidentin Christina Raab. KI werde Ärzten künftig noch viel stärker als bisher dabei helfen, Diagnosen zu stellen und Therapien auszuwählen. Gleichzeitig könne sie Patienten helfen, ihre Gesundheit zu schützen und mit Erkrankungen vernünftig umzugehen.

Die weit überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland teilt diese Einschätzung: 85 Prozent halten KI für eine riesige Chance für die Medizin. Zwei Drittel (69 Prozent) sprechen sich dafür aus, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin besonders zu fördern. Und 40 Prozent wären damit einverstanden, wenn ihre Gesundheitsdaten zum Training von KI genutzt werden. 

Auch Skepsis gegenüber KI

Viele Menschen haben jedoch auch Sorgen. Jedem Dritten (35 Prozent) macht der Einsatz von KI in der Medizin Angst. „Besonders in der Radiologie und Pathologie hat Künstliche Intelligenz große Fortschritte erzielt und kann z.B. Röntgen- und CT-Bilder zuverlässig auswerten. Es ist aber noch viel mehr möglich. Wichtig ist ein chancenorientierter Regulierungsrahmen und die Berücksichtigung von KI in der medizinischen und der pflegerischen Ausbildung“, erklärt Christina Raab. 79 Prozent der Deutschen sprechen sich allerdings dafür aus, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin streng zu regulieren.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung