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Arzneimittel Apotheken Zukunft: Digitalisierung als Schlüssel zum Überleben

Ein Gastbeitrag von Tobias Kaiser 2 min Lesedauer

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Der Markt für rezeptpflichtige Arzneimittel in Deutschland ist gigantisch und wird laut Marktforschungsdaten auf mehr als 40 Milliarden Euro geschätzt. Versandapotheken haben bisher nur ein Prozent davon für sich beansprucht. Doch das könnte sich mit dem E-Rezept für die Apotheken Zukunft komplett ändern.

(Bild: Dilok- stock-adobe.com)
(Bild: Dilok- stock-adobe.com)

Das E-Rezept ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Von Politik und Patienten als Innovation gefeiert, kann es für stationäre Apotheken allerdings existenzgefährdend sein. Die Digitalisierung des Handels hat es vorgemacht: Viele Händler konnten dem Wettbewerbsdruck durch E-Commerce-Größen nicht standhalten. Doch es gibt Rezepte, wie Apotheken diesen „Amazon-Effekt“ verhindern und den E-Commerce für sich nutzen können.

Apotheken Zukunft: Digitalisierung als Chance

Das E-Rezept hat das Potenzial, die Art, wie wir Medikamente kaufen, grundlegend zu verändern. Statt Originalrezepte hin- und her zu schicken oder vom Arzt zur nächstgelegenen Apotheke zu laufen, können Kunden dank des digitalen Rezepts auch verschreibungspflichtige Arzneimittel ab sofort schnell und einfach online bestellen. Das dürfte zu einem enormen Anstieg des Online-Umsatzes mit Medikamenten führen. Damit dieses Geschäft nicht nur an die bestehenden Online-Apotheken geht, müssen stationäre Apotheken aufrüsten und wettbewerbsfähige Webshops aufbauen. Nur so können sie ihre Kunden auch digital erreichen und binden – etwa mit personalisierten Angeboten und intelligenten Empfehlungen à la „Kunden, die X kauften, kauften auch Y“. Mit solchen Servceleistungen lässt sich auch der Absatz von frei verkäuflichen Medikamenten fördern.

Wichtig ist, dass die Onlineshops auf dem höchsten Standard sind. Gerade was ihre Gesundheit angeht, sind Kunden zu Recht anspruchsvoll. Die Customer Journey sollte entsprechend angenehm und leicht verständlich sein. Dazu gehören etwa eine übersichtliche Struktur, eine gute Suchfunktion, eine klare Navigation und ein funktionales Empfehlungssystem. Wichtige Informationen wie Inhaltsstoffe, Anwendungshinweise und Preise müssen leicht auffindbar und einfach zu verstehen sein.

Online- und Offlinekompetenz verbinden

Stationäre Apotheken haben gegenüber reinen Online-Apotheken einen entscheidenden Vorteil: Sie können ihre Kunden auch im physischen Geschäft beraten. Durch eine kluge Vernetzung von Online- und Offline-Handel bieten sie eine persönliche Rundum-Betreuung ihrer Kunden.

Solch gut aufgesetzte Omnichannel-Strategien sind allerdings aufwändig. Dazu kommen die logistischen Herausforderungen des Online-Handels. Das können nicht alle Apotheken stemmen – vor allem die Einzelkämpfer. Daher könnte es sinnvoll sein, sich in Regionalverbänden zusammenzuschließen. Wenn beispielsweise ein Verband von zehn Apotheken in einer Stadt einen gemeinsamen Onlineshop betreibt, können sie Medikamentenbestellungen bündeln sowie Vertrieb, Versand und Kurierdienste effizient steuern. Wie gut das funktionieren kann, zeigt der Blick in andere Branchen wie den Buchhandel (libri.de) sowie auf bestehende Lösungen wie gesund.de.

Apotheken Zukunft: Hoffnung für herkömmliche Apotheken

Wichtig ist – wie immer bei der Digitalisierung – jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken und die Transformation aussitzen zu wollen. Denn es gibt auch eine gute Nachricht: Nur ein Prozent der rezeptpflichtigen Medikamente werden aktuell online gekauft. Das bedeutet, es gibt ein riesiges Potenzial! Mit einem gut aufgesetzten Online-Shop bleiben stationäre Apotheken nicht nur konkurrenzfähig, sondern können zusätzlich ihr Verbreitungsgebiet enorm vergrößern.

Tobias Kaiser
ist strategischer Leiter und Geschäftsführer der Hamburger Agentur For Sale Digital.

Bildquelle: Agentur For Sale Digital

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