Traditionelles Enterprise Asset Management (EAM) zielt oftmals ausschließlich auf die Maschinen- und Anlagen-Verfügbarkeit ab. Dies reicht in Zeiten disruptiven Wandels nicht mehr aus: Ein smartes Asset Performance Management, das die betreffenden Assets in einen weiteren Kontext stellt, mit den strategischen Unternehmenszielen in direkte Verbindung bringt und für insgesamt mehr Resilienz im Unternehmen sorgt, ist erforderlich.
(Quelle: tippapatt – stock.adobe.com)
Asset Performance Management bedeutete klassischerweise: Die Verwaltung und Instandhaltung physischer Betriebsmittel eines Unternehmens über ihren kompletten Lebenszyklus hinweg. Dabei ging es in erster Linie um die Organisation der Wartung, um die erforderlichen Fähigkeiten und Technologien zur Erfassung des Ist-Zustands, aber auch um Mitarbeiter, Material, Werkzeuge, … Also um alles, was benötigt wird, um den reibungslosen Betrieb von Maschinen, Anlagen, Flotten Assets, Immobilien usw. zu gewährleisten. Ergänzt wurde dies durch die erforderlichen Kapazitäten für Planung, Bau, Inbetrieb- und letztlich auch Außerbetriebnahme.
Asset Performance Management: In Einklang mit den Zielen
Assets müssen ganzheitlich betrachtet werden, um sie so aufstellen zu können, dass sie zukunftssicher genutzt werden und Werte generieren. Das funktioniert nur mit einem vollumfassenden Blick auf die unternehmenseigenen Assets. Der ISO55000-Standard gibt die Richtung vor: Demnach soll das Asset Management das Unternehmen in die Lage versetzen, maximalen Wert im Einklang mit den definierten Unternehmenszielen zu generieren. Ein entsprechendes Managementsystem hat die Aufgabe, einen strukturierten Ansatz zur Entwicklung und Koordination von Maßnahmen zu liefern, die das Wertschöpfungspotenzial der Assets in jeder Phase ihres Lebens erhält. Zu den erwähnten Unternehmenszielen zählen strategische ebenso wie geografische und marktspezifische Faktoren. Auch Aspekte wie ESG (Environmental, Social, Governance) -Compliance und Nachhaltigkeit zählen dazu, denn sie wirken sich wiederum auf Kredite und Investoren aus.
Höhere Resilienz gefordert
Die Betrachtung dieser Faktoren führt nicht nur zur Gewinnmaximierung, sondern erfordert auch eine höhere Resilienz der Organisation. All das sollte Bestandteil dessen sein, was ein zeitgemäßes Enterprise Asset Management (EAM) auszeichnet: ein umfassendes Asset Performance Management. Um dieses überhaupt implementieren zu können, braucht es Daten sowie die entsprechende Sensorik und Technologie für deren Erhebung, Bearbeitung und Analyse. Mit Blick auf das ‚neue‘ Selbstverständnis vieler Organisationen, eine „menschenzentrierte“ und nachhaltige Unternehmenspolitik zu praktizieren, ist neben einem bestimmten technischen Niveau auch die Gewährleistung eines gesunden und sicheren Arbeitsumfeldes für die Mitarbeiter von zentraler Bedeutung. Es geht also um nichts Geringeres als um eine Entwicklung hin zu „Maintanance 5.0“. APM erlaubt ein echtes Resilienz-orientiertes Asset Management und wirkt nicht nur auf der taktischen und operativen Ebene, sondern auch in der langfristig angelegten strategischen Dimension.
Signifikante Ertragssteigerung durch optimiertes Asset Performance Management
Eine zukunftsfähige, resiliente Asset Managementstrategie hat mehrere konkrete Positiv-Effekte. So kann eine leistungsfähige EAM-Plattform einschließlich Reliability Centered Maintenance, Asset Lifecycle Management und Predictive Maintenance die Erträge signifikant steigern, indem sie entsprechende Methodiken und Strategien einsetzt, um die technische Verfügbarkeit von Assets und Systemen zu erhöhen. Auf der anderen Seite sinken durch ein digitalisiertes Instandhaltungsmanagement die Betriebskosten – bei steigendem EBITDA und höheren Margen. Die Ressourcennutzung wird wesentlich effizienter, wenn die Arbeitsbelastung der Instandhaltungstechniker dynamisch und teilautomatisiert geplant und umgesetzt werden kann.
Beim Budget-Management können Prozesse für Projekte wie Generalüberholungen oder Turnarounds von Anlagen wirksam vereinheitlicht und systematischer abgebildet werden, wobei die EAM-Lösung mit Werkzeugen wie der „Planning and Scheduling Optimization“ in allen Schritten unterstützen sollte – von der Planung über die Budgetierung bis hin zur eigentlichen Ausführung. So lässt sich sicherstellen, dass die Kosten im laufenden Projekt nicht überschritten werden.
Compliance im Fokus
Ein besonderes Kapitel ist das Thema Compliance. Ein konsistentes, hoch performantes System verwaltet Unternehmensrisiken über das gesamte Asset-Portfolio hinweg und sorgt dafür, dass diese den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen. Zusätzlicher Nutzen ist oftmals durch geringere Versicherungsprämien sowie die Möglichkeit gegeben, zu eng bzw. statisch gesetzte Inspektionsintervalle zu vermeiden.
Ein anspruchsvolles Asset Performance Management, einschließlich einer entsprechenden Plattform, wirkt sich auch auf die Menschen im Unternehmen bzw. deren Sicherheit aus. Eine zukunftsfähige APM-Plattform nutzt dabei auch Techniken, die ursprünglich aus hochgradig sicherheitsrelevanten Industrien, wie der Kernkraft kommen. Von Zugangsberechtigungen über Logout/ Tagout bis hin zur Vorfallregistrierung reicht hier das Spektrum, das der Belegschaft Sicherheit vor Arbeitsunfällen auf der einen, sowie faire Arbeitskonditionen auf der anderen Seite gewährleisten soll. Mithilfe dieses Instruments lassen sich dann entsprechend die geforderte Transparenz und Ethik im Unternehmen sicherstellen und abbilden.
Stand: 16.12.2025
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Nicht zuletzt beinhaltet ein smartes Asset Management auch die Reduktion des CO2-Ausstoßes bzw., das Hinarbeiten zu NEZ (Net Zero Emissions) – durch Konzepte der Circular Economy, aber auch durch Abfallvermeidung mittels intelligenter Wartung.
Digitaltechnologien als Enabler
Doch zurück zur Unternehmensstrategie und den Unternehmenszielen: Eine resiliente Asset Management-Strategie trägt nachweislich zu verbesserten CapEx bei. Nach ISO55000 definieren sich 80 Prozent der Total Cost of Ownership eines Assets in der Design-Phase. Die immer relevanteren Aspekte Nachhaltigkeit und Resilienz müssen hier von Anfang an mitgedacht werden – auch das gehört in den Aufgabenbereich des Asset Managements.
Letztendlich geht es um den gezielten Einsatz digitaler Technologien für ein „connected“ Asset – inklusive IoT-Sensoren, KI und Machine Learning, RPA (Robotic Process Automation) und Digital Twins. Auch Mixed bzw. Augmented Reality zur Unterstützung der Mitarbeiter und Prozesse spielt eine zentrale Rolle. Eine anspruchsvolle Asset Management-Plattform dient hier als Basis dieser Technologien.
In der Konsequenz bietet ein echtes Asset Performance Management zahlreiche Aspekte und Mehrwerte, die weit über funktionierende und gut gewartete Anlagen hinausgehen.
(Bild: IFS)
Der Autor Thomas Heckmann ist Global Business Architect bei IFS.