Unternehmen ziehen bei der digitalen Transformation meist Projekte einem produktbezogenen Betriebsmodell vor. Ein gravierender Fehler, wie eine aktuelle Studie zeigt. Offenbar verschwenden Firmen mehr als die Hälfte der Arbeit, die sie in digitale Innovationen stecken.
(Quelle: metamorworks – stock.adobe.com)
Betriebsmodell optimieren: Bereits im Jahr 2018 ergab eine Studie von Gartner, dass 85 Prozent der Unternehmen entweder ein produktzentriertes Modell eingeführt haben oder planen, dieses zu tun. Als Gründe dafür gaben sie an, den Markteinführungsprozess beschleunigen, die Agilität steigern sowie die Umstellung auf ein digitales Geschäftsmodell forcieren zu wollen. Inzwischen hat sich zwar einiges getan, wie eine aktuelle internationale Studie von Planview zeigt – aber die Ergebnisse sind dennoch ernüchternd.
Demnach ist weltweit bisher lediglich acht Prozent der Unternehmen die Umstellung von einem projektbezogenen auf ein produktzentriertes Betriebsmodell gelungen – in Deutschland sind bisher immerhin 15 Prozent bei dieser Umstellung erfolgreich gewesen.
Was sind die Ursachen für diese geringe Erfolgsquote und wie lässt sie sich verbessern?
Fünf Faktoren, die die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen
Zuverlässige Finanzierung von Build-and-Run-Teams
Unabhängige, durch interne Self-Service-Funktionen unterstützte Release-Prozesse
Die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kundenanforderungen innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden können
Einbindung von Flow-Metriken und Geschäftsergebnissen in Betriebsprüfungen
Ausgereiftes Produktmanagement, welches die Vision, die Roadmap sowie die Realisierbarkeit steuert
(Quelle: Planview)
Betriebsmodell optimieren: Ein Kurswechsel ist angesagt
In den Vorstandsetagen rund um den Globus und in Deutschland kämpfen die Verantwortlichen mit jedoch ganz anderen Problemen, als dass sie sich mit diesen Faktoren beschäftigen könnten. Sie versuchen Technologieinvestitionen zu priorisieren, um die Zukunft ihres Unternehmens sicherzustellen. Diese Initiativen werden in der Regel projektbezogen organisiert. Dabei wäre ein produktbasiertes Betriebsmodell der Schlüssel für mehr Effizienz, bessere Ergebnisse und ein profitables Wachstum des digitalen Portfolios. Die herkömmliche Vorgehensweise führt zu langsamen Prozessen und systemischen Problemen, darüber hinaus erschwert sie auch die Voraussetzungen für mehr Innovation und Agilität. Die negativen Auswirkungen sind mehr als bemerkenswert:
88 Prozent der deutschen Unternehmen (92 Prozent weltweit) haben nicht die Grundlage für ein produktorientiertes Modell. Ihre Bemühungen rund um die digitale Transformation laufen ins Leere.
Da Führungskräfte die Leistungsfähigkeit ihrer Teams oft überschätzen, kämpfen deren Mitarbeiter nicht selten mit Überlastung. Konkret: Die Verantwortlichen muten den für die digitale Transformation zuständigen IT-Teams zehnmal mehr zu als diese tatsächlich in der Lage sind zu leisten.
In Deutschland sind 58 Prozent (40 Prozent weltweit) der Arbeit, die von IT- und Entwicklungsteams erbracht werden, um digitale Innovationen voranzutreiben, vergebene Liebesmüh‘. Einer der Gründe: Die falsche Priorisierung seitens des Managements.
Lediglich 21 Prozent der von den deutschen IT- und Software-Entwicklungsteams geplanten Bereitstellungen werden tatsächlich umgesetzt. International sind es sogar nur acht Prozent.
Da diese Umstellung für den zukünftigen Erfolg traditioneller Unternehmen trotz Early Adopters auf dem Markt von wesentlicher Bedeutung ist, sind Maßnahmen zur Beschleunigung der Transformation überfällig. Dafür braucht es eine enge Partnerschaft zwischen der Geschäftsführung und den Leitern der Produkt- und Entwicklungsabteilung. Nur so lassen sich neue zukunftsfähige Betriebsmodelle entwickeln und umsetzen.
Warum ist ein neues Betriebsmodell notwendig?
Um sich bei ihren Kunden zu etablieren oder neue zu gewinnen, sind die Unternehmen gezwungen, ihre Prozesse und Business-Konzepte zu digitalisieren. Gerade traditionellen Unternehmen fällt das schwer und sie müssen aufpassen, dass ihnen die wendigen Digital Natives nicht schonungslos ihre Marktposition streitig machen. Das Problem: die Engpässe rund um die Softwarebereitstellung.
Beim projektorientierten Betriebsmodell, das in traditionellen Organisationen überwiegend Anwendung findet, wird die IT als Kostenstelle geführt, und Initiativen konzentrieren sich auf die Kostenreduzierung und die Einhaltung von Zeitplänen. Digital Natives dagegen arbeiten mit einem Produktmodell, bei dem die IT einen greifbaren geschäftlichen Mehrwert erbringen und profitabel sein muss.
Stand: 16.12.2025
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(Quelle: Planview)
Sieben Aspekte des Wandels bei der Umstellung von Projekten auf Produkte
Im Wesentlichen werden bei der Umstellung von Projekten auf Produkte die Management-Frameworks aus der Zeit der Fertigung und Massenproduktion durch neue, für das digitale Softwarezeitalter besser geeignete Konzepte ersetzt. Dieses neue Betriebsmodell beeinflusst jeden Aspekt der Bereitstellung und erfordert tiefgreifende Veränderungen in Bezug auf Budgets, Teamstrukturen, Prozesse, Technologie und die Definition von Erfolg.
Betriebsmodell: Fünf Phasen der Transformation
Um den Wandel erfolgreich umzusetzen, müssen die Unternehmen einen fünfstufigen Transformationsprozess durchlaufen. Von der Start- über die Experimentier- und Ausbauphase bis hin zur Operationalisierung, welche die Unternehmen in einen Reifeprozess überführt.
Unsere Befragung hat herausgefunden, dass sich weltweit die meisten Unternehmen derzeit in der Experimentierphase befinden – vornehmlich Finanzdienstleister und Organisationen des Gesundheitswesens. Weiter sind dagegen schon Technologie- und Energieunternehmen.
Von ihnen befinden sich bereits einige in der Operationalisierung – ein Vorsprung, an dem sich andere Branchen werden messen lassen müssen.
(Bild: Planview.)
Der Autor Adrian Jones ist Enterprise VSM Transformation Advisor (EMEA) bei Planview.