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Datenkompetenz Big Data im Unternehmen: Datenkompetenz als Erfolgsstrategie

Ein Gastbeitrag von Dirk Radetzki 4 min Lesedauer

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Die digitale Transformation verändert Geschäftsmodelle und Prozesse im Eiltempo. Deutsche Big-Data-Unternehmen hinken oft hinterher. Sie müssen aufholen, indem sie ihre Kompetenz im Umgang mit Daten stärken. Die Fähigkeit, das gesamte Potenzial des eigenen Datenpools zu heben und eine positive Datenkultur zu etablieren, stärkt die Business Resilienz.

(Bild: benzoix-freepik)
(Bild: benzoix-freepik)

Big-Data-Unternehmen: Mit Datenkompetenz Datenqualität steigern

Für immer mehr Unternehmen gewinnt die Fähigkeit, Daten zu nutzen, um die betriebliche Effizienz zu steigern und die Entscheidungsfindung zu verbessern, die Aufmerksamkeit der Führungskräfte. Und sie zieht Investitionen an. Damit wird Datenkompetenz, also die Fähigkeit, aus Daten aussagekräftige Informationen ­abzuleiten, zu einer immer wichtigeren Kernkompetenz. Beim genaueren Betrachten des Themas wird allerdings klar, dass der Schlüsselfaktor bei der Verbesserung der Datenkompetenz in Unternehmen, die Qualität der verwendeten Informationen an sich ist. Die besten Verarbeitungstools und Analysefähigkeiten laufen ins Leere, wenn die Basis nicht stimmt.

Datenkompetenz: Qualität statt Quantität

Kompetenz bei der Erhebung und Verwaltung von Daten muss also zwingend die Fähigkeit umfassen, Datenquellen und -substanz kritisch betrachten und evaluieren zu können. Diese Fähigkeit erhält zudem in Zeiten der zunehmenden Relevanz von Technologien, die durch künstliche Intelligenz gesteuert werden, eine neue Brisanz. Das Consulting-Unternehmen Gartner prognostizierte bereit 2020, dass 85 Prozent der KI-Projekte auf Grund verzerrter Daten falsche Ergebnisse liefern werden. Eine fatale Entwicklung, die zugespitzt formuliert in letzter Konsequenz bedeutet: Keine Daten sind besser als falsche. Datenkompetenz muss sich also zwingend auf Datenqualität fokussieren. Diese kann nur durch einen strategisch aufgesetzten und operativ konsequent umgesetzten Validierungs- und Aktualisierungsprozess erreicht werden.

Datenstandort Deutschland: Eine Medaille mit zwei Seiten

Die deutsche Volkswirtschaft zeigt im Hinblick auf Datenkompetenz in den Unternehmen ein zwiespältiges Bild. In den letzten Jahrzehnten wurde im gewerblich-produzierenden Bereich viel in datenbasierte Produktionsprozesse investiert und eine hohe Qualität erreicht. Die Optimierung von Laufzeiten, die Qualitätssicherung, die umfassende Automatisierung – all das basiert auf einer extrem hohen Datenkompetenz. Es ist daher angebracht, der deutschen Industrie in diesem Bereich eine weltweite Spitzenposition zu attestieren.

Das stellt sich jedoch im tertiären Sektor ganz anders dar. Bei Themen wie der Abschätzung von Risiken oder der Evaluierung von Businesspartnern werden noch zu wenige Entscheidungen auf der Basis von automatisierten Datenanalysen getroffen. Die aktuelle Diskus­sion um künstliche Intelligenz hat an dieser Stelle allerdings eine neue Dynamik in den Big-Data-Unternehmen ausgelöst. Viele stellen sich nun die wichtige Frage, wie sie Daten erheben und verwalten, um mit der Entwicklung Schritt zu halten.

Datenkompetenz als Projekt für die gesamte Organisation

Die Fähigkeit, Daten kompetent zu erfassen und zu analysieren, darf nicht in der IT-Abteilung versteckt oder auf der Vorstandsetage allein angesiedelt werden. Um das ganze Potenzial von Daten zu heben, muss die gesamte Organisation Datenkompetenz in einem ständigen Verbesserungsprozess erwerben. Von größter Bedeutung ist dabei, ein gemeinsames Verständnis dafür herzustellen, dass Daten der Schlüsselfaktor sind, um abgesicherte Entscheidungen auf allen Ebenen zu treffen. Denn alle Unternehmensbereiche stehen vor der Herausforderung, sich den permanenten technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen zu stellen.

Kompetenz bei der Erhebung und Verwaltung von Daten muss zwingend die Fähigkeit umfassen, Datenquellen und -substanz kritisch betrachten und evaluieren zu können. Um das Potenzial von Daten zu heben, muss die gesamte Organisation Datenkompetenz in einem ständigen Verbesserungsprozess erwerben.

Nur mit hoher Datenkompetenz kann sich ein Denken in alternativen Szenarien entfalten, das unabdingbar ist, um eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu sichern. Die Konzepte von gestern sind dafür nicht mehr ausreichend, weil sich die Welt schneller dreht als je zuvor. Jetzt kommt es darauf an, das alte Schubladendenken zu überwinden, Datensilos aufzulösen und eine Innovationskultur zu leben, die das gemeinsame Arbeiten an dem unternehmerischen Datenschatz als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen Erfolgsstrategie begreift.

Big-Data-Unternehmen: Business Resilienz durch Datenkompetenz

Aktuell beschäftigen Politik und Wirtschaft eine enorme Zahl von Krisensituationen, auf die Big-Data-Unternehmen reagieren müssen. Kaum sind die Auswirkungen der weltweiten Pandemie einigermaßen überwunden, erwachsen durch die bewaffneten Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten bereits neue Herausforderungen. Über allem schwebt der Klimawandel, dessen Bekämpfung allen Stakeholdern viel abverlangt.

Unterbrochene Lieferketten, sanktionierte Absatzmärkte, strikte Compliance-Regularien – Unternehmen stehen vor der tagtäglichen Herausforderung, ihre opera­tiven Prozesse, ja sogar Geschäftsmodelle, immer wieder an diese Veränderungen anzupassen. Um die Organisation resilient aufzustellen, bedarf es einer soliden Datenbasis und Datenkompetenz. Nur dann kann es gelingen, alternative Szenarien zu entwickeln, um faktenbasiert und krisenfest Strategien umzusetzen. Datenkompetenz ist dabei der Schlüsselfaktor für Business Resilienz. Ohne abgesicherte Datenanalysen stochern Unternehmen im Nebel und treffen gegebenenfalls falsche Entscheidungen mit fatalen Folgen.

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Positive Datenkultur in der Organisation etablieren

Um Datenkompetenz in einer Organisation herzustellen, müssen oft mehrere Hindernisse überwunden werden. Zum einen muss die technologische Basis gewährleistet sein, also entsprechende Tools zur Verfügung stehen. Zum anderen müssen gegebenenfalls Prozesse neu aufgesetzt werden, um Datenerfassung und -verwendung sicherzustellen. Zentral ist jedoch, in der Organisation eine positive Datenkultur aufzubauen. Dieses Mindset begreift Daten als wichtiges Element im operativen Alltag und als zentrale Hilfe, um das Geschäftsmodell ständig zu optimieren.

Mit einer positiven Datenkultur können Big-Data-Unternehmen ein neues Niveau bei der Verwendung von Daten erreichen. Nur dann kann sich Datenkompetenz als Erfolgsstrategie etablieren.

Dirk Radetzki
ist Chief Regional Officer DACH & CEE bei Dun & Bradstreet.

Bildquelle: Dirk Radetzki