DB Podcast

Cloud-Sicherheit: Wie Zero-Trust-Segmentierung diese verbessern kann

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 7 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wie eine neue Studie von Illumio zeigt, haben die Hälfte aller Cyberangriffe ihren Ursprung in der Cloud und kosten Unternehmen im Durchschnitt 4,1 Millionen US-Dollar. Deutschen Unternehmen entsteht ein doppelt so hoher Schaden wie im weltweiten Durchschnitt. Eine Lösung liegt im Konzept der Zero-Trust-Segmentierung.

(Quelle:  Zaleman - Adobe Stock)
(Quelle: Zaleman - Adobe Stock)

Illumio hat jetzt den neuen Cloud Security Index „Redefine Cloud Security with Zero Trust Segmentation“ veröffentlicht. Die weltweit durchgeführte Studie informiert über den aktuellen Stand der Cloud-Sicherheit und die Auswirkungen von Angriffen auf die Cloud. Außer werden die Gründe für das Versagen herkömmlicher Cloud-Sicherheitstechnologien beim Schutz von Unternehmen in der Cloud beleuchtet. Vanson Bourne befragte für die Studie 1.600 IT- und Sicherheitsentscheider in neun Ländern. Hierbei zeigte sich, dass die Cloud-Risiken immer größer werden und herkömmliche Cloud-Sicherheitstools nicht mehr ausreichen. Daher ist heute eine Zero-Trust-Segmentierung (ZTS) für die moderne IT-Infrastruktur unerlässlich.

Herausforderungen bei der Cloud-Sicherheit

Die traditionelle Cloud-Sicherheit lässt moderne Unternehmen im Stich: Im letzten Jahr hatte fast die Hälfte aller Datenschutzverletzungen (47 Prozent) ihren Ursprung in der Cloud, und mehr als sechs von zehn Befragten glauben, dass die Cloud-Sicherheit unzureichend ist und ein ernsthaftes Risiko für ihre Geschäftsabläufe darstellt.

Datenschutzverletzungen in der Cloud kosten Unternehmen jedes Jahr Millionen: Im Durchschnitt hat ein Unternehmen, das im letzten Jahr von einem Angriff auf die Cloud betroffen war, fast 4,1 Millionen Dollar Schaden erlitten. 26 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Sicherheitsverletzungen vermeidbar sind. Dies stellt ein ernstes Risiko für Unternehmen und deren Kunden dar.

Zero-Trust-Segmentierung ist entscheidend für die Resilienz der Cloud: 93 Prozent der Befragten stimmen zu, dass ZTS ein wesentlicher Bestandteil jeder Cloud-Sicherheitsstrategie ist. Denn ZTS erhöht das digitale Vertrauen (61 Prozent), gewährleistet die Geschäftskontinuität (59 Prozent) und stärkt die Cyberresilienz (61 Prozent).

Cloud-Probleme sind heute allgegenwärtig

In dem Moment, in dem Unternehmen ihre sensiblen Daten in die Cloud verlagern, steigt die Komplexität und das Risiko für sie. 98 Prozent der Unternehmen speichern diese Daten in der Cloud, darunter Finanzdaten, Business Intelligence und personenbezogene Daten von Kunden oder Mitarbeitern. Dennoch sind mehr als neun von zehn Unternehmen besorgt, dass unnötige oder unautorisierte Verbindungen zwischen Cloud-Diensten die Wahrscheinlichkeit einer Kompromittierung erhöhen. Laut der Studie sind die größten Bedrohungen für die Cloud-Sicherheit von Unternehmen folgende:

  • Arbeitslasten und Daten, die klassische Systemgrenzen überschreiten (43 Prozent)

  • Mangelndes Verständnis für die Aufteilung der Verantwortung zwischen Cloud-Anbietern und -Händlern (41 Prozent)

  • Social-Engineering-Angriffe (36 Prozent)

  • Mangelnde Transparenz bei Multi-Cloud-Implementierungen (32 Prozent) Zunehmende Malware- und Ransomware-Angriffe (32 Prozent)

Wo herkömmliche Cloud-Sicherheitstools versagen

Die große Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass der derzeitige Ansatz ihres Unternehmens in Bezug auf die Cloud-Sicherheit erhebliche Risiken birgt:

  • 95 Prozent geben an, dass sie eine bessere Übersicht über die Konnektivität mit Software von Drittanbietern benötigen.

  • Dieser Mangel an Transparenz wirkt sich auf die Fähigkeit der Unternehmen aus, auf Angriffe zu reagieren. 95 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Reaktionszeit auf Cloud-Verletzungen verbessern müssen.

Die Befragten machen sich auch Gedanken über die geschäftlichen Auswirkungen eines Cloud-Angriffs. Ihre drei größten Sorgen sind:

  • Rufschädigung und Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit (39 Prozent)

  • Verlust sensibler Daten (36 Prozent)

  • Verlust von umsatzbringenden Diensten (35 Prozent)

Zero-Trust-Segmentierung ist ein unverzichtbar für Cloud-Sicherheit

93 Prozent der IT- und Sicherheitsentscheider sind der Meinung, dass die Segmentierung kritischer Assets ein notwendiger Schritt ist, um Cloud-basierte Projekte zu sichern. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen mit einer speziellen Mikrosegmentierungstechnologie im letzten Jahr einen Cloud-Angriff erlitten haben, geringer (35 Prozent) als bei Unternehmen, die nicht auf diese Technologie setzen (43 Prozent). Zero-Trust-Segmentierung geht auf die Sichtbarkeit und Sicherheitsbedenken von Unternehmen ein:

  • Kontinuierliche Überwachung der Konnektivität zwischen Cloud-Anwendungen, Daten und Arbeitslasten (55 Prozent)

    Jetzt Newsletter abonnieren

    Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

    Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

    Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung
  • Minimierung der Reichweite und der Auswirkungen eines Angriffs durch Eindämmung seiner Ausbreitung (51 Prozent)

  • Einblicke in unnötige Konnektivität, die zu einer erhöhten Anfälligkeit führen könnte (45 Prozent).

John Kindervag, Chief Evangelist bei Illumio, kommentiert die Ergebnisse: „Da Cloud-Umgebungen dynamisch und vernetzt sind, wird es für Sicherheitsteams immer schwieriger, mit herkömmlichen Lösungen zurechtzukommen. Unternehmen brauchen moderne Sicherheitsansätze, die ihnen standardmäßig Echtzeittransparenz und -eindämmung bieten. So können sie Risiken minimieren und die Möglichkeiten der Cloud optimieren. Ich bin optimistisch, dass nahezu jedes Sicherheitsteam der Verbesserung der Cloud-Sicherheit in den kommenden Monaten Priorität einräumt. Und dass sie Lösungen wie ZTS als einen wesentlichen Bestandteil ihrer Zero-Trust-Journey betrachten.“

(John Kindervag ist Chief Evangelist bei Illumio. (Bild: Illumio))
(John Kindervag ist Chief Evangelist bei Illumio. (Bild: Illumio))

Cloud Security Index: So schneiden deutsche Unternehmen ab

Cyberangriffe aus der Cloud kosten in Deutschland im Durchschnitt fast doppelt so viel wie im internationalen Durchschnitt. Während der durchschnittliche jährliche Schaden weltweit bei 3,8 Millionen Euro liegt, betragen die durchschnittlichen Kosten von Cloud-Angriffen auf deutsche Unternehmen 6,6 Millionen Euro. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit dem Nachbarland Frankreich aus. Dort belaufen sich die durchschnittlichen Kosten auf rund 2,47 Millionen Euro. Laut der Studie haben 42 Prozent der Angriffe in Deutschland mittlerweile ihren Ursprung in der Cloud. Dies ist besonders besorgniserregend aufgrund folgender Aussagen der deutschen Befragten:

  • 52 Prozent der Befragten geben an, dass die meisten ihrer Dienste bereits in der Cloud laufen.

  • 98 Prozent der Befragten geben zu, dass sie sensible Daten in der Cloud speichern.

  • 96 Prozent bestätigen, dass ein Angriff auf die Cloud ihren Betrieb beeinträchtigen würde. Hierbei gibt ein Drittel zu, dass ein Angriff auf die Cloud die Aufrechterhaltung des normalen Betriebs unmöglich machen würde.

  • 63 Prozent der Befragten glauben, dass die Cloud-Sicherheit in ihrem eigenen Unternehmen unzureichend ist und ein großes Risiko darstellt.

Zu langsame Reaktionszeiten auf Cloud-Angriffe

Die höheren Kosten von Angriffen auf die Cloud könnten darauf zurückzuführen sein, dass nicht schnell genug auf Angriffe auf die Cloud reagiert wird, wobei Deutschland hinter dem weltweiten Durchschnitt zurückbleibt. 99 Prozent geben an, dass sie ihre Reaktionszeiten auf Cloud-Angriffe verbessern müssen, wobei fast ein Drittel (32 Prozent) der Befragten in Deutschland sagt, dass dafür eine komplette Überarbeitung erforderlich ist, im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 23 Prozent.  Und je länger die Reaktionszeit ist, desto größer sind die Auswirkungen und Kosten eines Angriffs.

Langsame Reaktionszeiten bei Cloud-Angriffen sind wahrscheinlich auf einen Mangel an Visibilität zurückzuführen. Beispielsweise darüber, wie sich Applikations-Workloads verhalten und über hybride und Multi-Cloud-Implementierungen kommunizieren. Laut der Studie sind 81 Prozent besorgt, dass die Konnektivität zwischen ihren Cloud-Diensten und On-Premise-Umgebungen die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs erhöht. 97 Prozent geben an, dass sie mehr Einblick in die Konnektivität mit Software von Drittanbietern benötigen.

Auswirkungen der Angriffe auf die Cloud

Die deutschen Befragten sind auch besorgt über die Folgen von Angriffen auf die Cloud: Der Verlust von Reputation und öffentlichem Vertrauen (36 Prozent), Produktivitätsverluste (35 Prozent) und Kundenabwanderung (35 Prozent) sind die drei größten Sorgen. Es ist daher keine Überraschung, dass die Verbesserung der Cloud-Sicherheit für 93 Prozent der deutschen Befragten im kommenden Jahr eine hohe Priorität darstellt. Zero-Trust-Segmentierung (ZTS) wird als die richtige Lösung angesehen. 99 Prozent glauben, dass sie das Potenzial hat, die eigene Cloud-Sicherheit erheblich zu verbessern. Aber nur 35 Prozent nutzen ZTS sowohl in On-Prem- als auch in Cloud-Umgebungen. Dies liegt deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt (48 Prozent).

Alexander Goller, Senior Systems Engineer und Cloud-Sicherheitsexperte bei Illumio, erläutert die Ergebnisse: „Es ist klar, dass die Cloud immer noch ein blinder Fleck für deutsche Unternehmen ist und dass viele nicht wissen, was ihre Anwendungen und Workloads in der Cloud tun. Hinzu kommt mangelndes Fachwissen über den Betrieb und die Wartung von Cloud-nativen Diensten, was zu Schwierigkeiten bei der korrekten Orchestrierung der zahlreichen Sicherheits-Tools und -Lösungen führt und letztlich zu Lücken in der Visibilität und schlechter Cloud-Sicherheit führt. Das Problem wird sich nur noch verschärfen, da immer mehr Daten und Anwendungen in die Cloud verlagert werden. Deshalb müssen Unternehmen jetzt in moderne Cloud-Sicherheitstools investieren, sonst riskieren sie, in den kommenden Jahren noch größere Summen zu verlieren.“

(Alexander Goller ist Senior Systems Engineer bei Illumio. (Bild: Illumio))
(Alexander Goller ist Senior Systems Engineer bei Illumio. (Bild: Illumio))

ZTS-Plattform unterstützt die Cloud-Sicherheit

Illumio hat mit CloudSecure eine Plattform für Zero-Trust-Segmentierung auf den Markt gebracht, die Sicherheitsteams bei der Bewältigung der dringendsten Cybersecurity-Herausforderungen in hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen sowie an Endpunkten und in Rechenzentren unterstützt. Illumio ZTS visualisiert die Verbindungen in der gesamten Umgebung eines Unternehmens. Zudem ermöglicht diese es Sicherheitsteams, Prioritäten zu setzen und ihre Mikrosegmentierungsrichtlinien zu erstellen, um die Angreifer daran zu hindern, sich in der gesamten IT-Umgebung auszubreiten und kritische Ressourcen und Daten zu erreichen. Dies reduziert das Risiko und erhöht die Resilienz.

Zur Methodik der Studie

Im September 2023 beauftragte Illumio Vanson Bourne mit der Durchführung der weltweiten Studie „Redefine Cloud Security with Zero Trust Segmentation“. Für den Cloud Security Index wurden 1.600 IT- und Sicherheitsentscheider über den aktuellen Stand der Cloud-Sicherheit und die Auswirkungen der Segmentierung befragt. In die Ergebnisse flossen die Meinungen von leitenden Informationssicherheits- und IT-Fachleuten in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien, Japan, Singapur, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Die 200 in Deutschland befragten Unternehmen haben im Durchschnitt einen Umsatz von 1.519.348.366 Euro und zwischen 500 und 2.500 Mitarbeiter. (sg)

Lesen Sie auch: Cloud-Sicherheit: Ein Drittel aller Sicherheitsverstöße wird nicht bemerkt