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Cloud-Umgebungen: Warum diese eine Verschlüsselungsstrategie erfordern

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 4 min Lesedauer

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Die neue Studie „Global Encryption Trends 2022“ von Entrust zeigt aktuelle Trends im Kampf gegen wachsende Sicherheitsbedrohungen bei Cloud-Umgebungen auf.

(Quelle:  kran77 - Adobe Stock)
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Die Anzahl der Unternehmen, die über eine konsistente und unternehmensweite Verschlüsselungsstrategie verfügen, ist im vergangenen Jahr von 50 auf 62 Prozent gestiegen. Als Treiber hierfür wurde der Wunsch nach einer stärkeren Kontrolle von Daten genannt, die über mehrere Multi-Cloud-Umgebungen verteilt sind. Diese Erkenntnisse sind der aktuellen „Global Encryption Trends 2022“ zu entnehmen, die dieses Jahr zum siebzehnten Mal erschienen ist. Die von Entrust in Auftrag gegebene und vom Ponemon Institute durchgeführte Studie analysiert die Herausforderungen und Maßnahmen von Unternehmen im Kampf gegen Cybersecurity-Bedrohungen für Cloud-Umgebungen. Hierzu werden einmal im Jahr Sicherheits- und IT-Experten aus verschiedenen Nationen befragt.

Cloud-Umgebungen: Datenschutz wird ernster genommen

Die Umfragen belegten über die letzten Jahre hinweg bereits einen stetigen Anstieg beim Einsatz unternehmensweiter Verschlüsselung. Dieses Jahr gab es jedoch einen drastischen Sprung zu verzeichnen. So stieg der Anteil der IT-Experten, deren Unternehmen über eine konsequent angewandte Verschlüsselungsrichtlinie verfügt, von 50 auf 62 Prozent. Ebenso begrüßten 61 Prozent der Befragten die Unterstützung ihrer Führungskräfte beim Thema Verschlüsselung. Ein weiterer positiver Befund des Berichts sind verminderte Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Verschlüsselungsstrategien. Und zwar beim Auffinden der Daten (55 Prozent gegenüber 65 Prozent 2021) und deren Klassifizierung (27 Prozent gegenüber 34 Prozent).

Die Ergebnisse belegen deutlich, dass Unternehmen die Sicherheitsprobleme nicht nur erkannt, sondern auch in Angriff genommen haben. Aber sie offenbaren auch Lücken bei der Implementierung von Verschlüsselungslösungen innerhalb bestimmter sensibler Kategorien. So geben beispielsweise jeweils nur 34 Prozent der Befragten an, Datacontainer oder IoP-Plattformen umfassend zu verschlüsseln. Bei Big-Data-Repositories sind es nur 31 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit Hardware-Sicherheitsmodulen. Diese werden zwar von 63 Prozent aller Befragten weltweit als wichtiger Bestandteil einer Verschlüsselungs- und Schlüsselverwaltungsstrategie eingestuft. Die Hälfte gibt jedoch an, noch nicht über Hardware-Sicherheitsmodule zu verfügen.

Unternehmen wünschen sich mehr Kontrolle über ihre Cloud-Daten

Die diesjährige Studie zeigt zudem, wie die Verteilung sensibler Daten über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg Unternehmen dazu zwingt, die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen. Dies gilt insbesondere für containerisierte Anwendungen, bei denen der Einsatz von HSMs mit 40 Prozent ein Allzeithoch erreicht hat. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gibt zu, dass ihr Unternehmen sensible oder vertrauliche Daten in Cloud-Umgebungen überträgt – unabhängig davon, ob sie verschlüsselt oder durch einen anderen Mechanismus wie Tokenisierung oder Datenmaskierung unlesbar gemacht werden oder nicht. Weitere 27 Prozent geben jedoch an, dass sie dies in den nächsten ein bis zwei Jahren tun werden.

„Die zunehmende Verbreitung von Multi-Cloud-Umgebungen, Containern und serverlosen Implementierungen sowie IoT-Plattformen bereitet vielen Unternehmen neue Sicherheitsprobleme. Dies wird durch die Zunahme von Ransomware und anderen Cybersecurity-Gefahren noch verstärkt. Unternehmen reagieren darauf, indem sie versuchen, selbst die Kontrolle über verschlüsselte Daten zu behalten – anstatt deren Sicherung allein den Plattformanbietern zu überlassen“, sagt John Metzger, Vice President of Product Marketing für digitale Sicherheitslösungen bei Entrust.

Schutz der ruhenden Daten in Cloud-Umgebungen

Wenn es um den Schutz ihrer ruhenden Daten in der Cloud geht, erklären 44 Prozent der IT-Experten (gegenüber 36 Prozent im Jahr 2021), dass die Verschlüsselung erst in der Cloud erfolgt – mit Schlüsseln, die Cloud-Anbieter generieren und verwalten. Weitere 38 Prozent geben an, dass ihre Daten vor dem Senden in die Cloud bereits verschlüsselt werden. Und zwar mit Schlüsseln, die das eigene Unternehmen generiert und verwaltet. Weitere 21 Prozent verwenden eine Form von Bring Your Own Key (BYOK). Zusammengefasst veranschaulichen diese Ergebnisse einmal mehr, dass die Vorteile von Cloud-Umgebungen die Risiken überwiegen, die mit der Übertragung vertraulicher Daten in die Cloud verbunden sind. Sie verdeutlichen zudem, dass die Verschlüsselung und der Datenschutz in der Cloud mittlerweile bevorzugt von den Unternehmen direkt gehandhabt werden.

Mitarbeiter sind die größte Gefahrenquelle für sensible Daten

Was die Gefahrenquellen angeht, so nennen die Sicherheitsbeauftragten Fehler von Mitarbeitern als die größte Bedrohung, die zur Preisgabe sensibler Daten führen könnte – auch wenn die Zahl im Vergleich zum letzten Jahr leicht rückläufig ist (47 Prozent in diesem Jahr gegenüber 53 Prozent im Jahr 2021), während das empfundene Risiko durch Zeit- oder Vertragsarbeitskräfte den höchsten Stand aller Zeiten erreicht hat (aktuell 28 Prozent gegenüber 25 Prozent in 2021). Daneben werden System- oder Prozessstörungen (32 Prozent) und Hacker (29 Prozent) als besonders kritisch genannt. Bedrohungen für sensible Daten kommen aus allen Richtungen. Daher ist es nicht überraschend, dass 72 Prozent der Befragten zugeben, dass ihre Unternehmen bislang mindestens eine Datenschutzverletzung erlitten haben. 49 Prozent war davon sogar in den letzten 12 Monaten betroffen.

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„In den 17 Jahren, in denen wir die weltweiten Trends beim Thema Verschlüsselung analysieren, haben wir einige grundlegende Veränderungen innerhalb der Branche beobachten können. Die diesjährigen Ergebnisse der Entrust 2022 Global Encryption Trends Study zeigen, dass die Unternehmen in einer immer komplexer und dynamischer werdenden IT-Landschaft zunehmend proaktiv und nicht nur reaktiv mit dem Thema Cybersicherheit umgehen“, so Dr. Larry Ponemon, Vorsitzender und Gründer des Ponemon Institute.

Zur Methodik der Studie

Die Studie „2022 Global Encryption Trends“ basiert auf Untersuchungen des Ponemon Institute. Diese erfasst, wie sich der weltweite Einsatz von Verschlüsselung in den letzten 17 Jahren entwickelt hat. Dies unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die allgemeine Sicherheitslage. Für die Studie befragte das Ponemon Institute 6.264 IT-Fachleute aus verschiedenen Branchen in 17 Ländern beziehungsweise Regionen. Hierzu zählen Australien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Japan, Mexiko, Naher Osten (eine Kombination aus Befragten in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten), Niederlande, Russische Föderation, Spanien, Südostasien, Südkorea, Schweden, Taiwan, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten.

Mit der Schaffung vertrauenswürdiger Identitäten, Zahlungen und Daten setzt sich Entrust für sichere Transaktionen in einer sich laufend verändernden Welt ein. Die Ansprüche an nahtlose und sichere Anwendungen steigen stetig. Entrust bietet hierfür Lösungen für die digitale Sicherheit und die Ausstellung von Berechtigungsnachweisen, welche die Grundlage all dieser Interaktionen darstellen. (sg)

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Aufmacherbild: kran77 - Adobe Stock