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Recruiting Corporate Influencer: So geben sich Unternehmen ein Gesicht

Ein Gastbeitrag von Eduard Bergmann 5 min Lesedauer

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Fachkräftemangel? Für viele mittelständische Unternehmen ein Problem. Eins, das sich durch klassische Stellenanzeigen nicht lösen lässt. Immer mehr Firmen setzen daher auf Corporate Influencer. Mitarbeiter, die dem Unternehmen ein Gesicht geben können.

(Bild: Avve Diana/Adobe Stock - generiert mit KI)
(Bild: Avve Diana/Adobe Stock - generiert mit KI)

Fachkräftemangel? Für viele mittelständische Unternehmen ein Problem. Eins, das sich durch klassische Stellenanzeigen nicht lösen lässt. Immer mehr Firmen setzen daher auf Corporate Influencer. Mitarbeiter, die dem Unternehmen ein Gesicht geben können.

Der deutsche Mittelstand hat ein Fachkräfteproblem. Das ist kein Geheimnis. Und auch die Zeiten, in denen für den Mittelstand eine Stellenanzeige in der regionalen Zeitung ausgereicht hat, um Bewerber zu finden, sind längst vorbei. Mit dem Wachstum digitaler Kommunikationskanäle und dem zunehmenden Einfluss von Social Media hat sich die Art, wie Unternehmen sich potenziellen Bewerbern präsentieren müssen, grundlegend verändert. Das Stichwort: Online-Sichtbarkeit.

Corporate Influencer: Der Schlüssel zum Erfolg

Wenn dich keiner kennt, kann auch keiner bei dir arbeiten wollen. Gerade mittelständische Unternehmen, die oft nicht die Ressourcen oder die Bekanntheit der großen Konzerne haben, tun sich schwer, im Recruiting mitzuhalten. Aber wie soll ein Unternehmen neue Bewerber gewinnen, wenn es nicht sichtbar ist? An diesem Punkt kommen Corporate Influencer ins Spiel.

Ein Corporate Influencer ist jemand, der als Mitarbeiter eines Unternehmens auf Social Media aktiv ist und Einblicke in die Unternehmenskultur und den Arbeitsalltag gibt. Das macht das Unternehmen nahbar und authentisch, schafft Vertrauen und weckt Interesse bei potenziellen Fachkräften. Denn am Ende des Tages folgen Menschen lieber Menschen als anonymen Unternehmensseiten.

Wie alles begann: Von der Unsichtbarkeit zur Personal Brand

Auch bei uns sah es in Sachen Recruiting düster aus. Als ich 2021 als People & Culture Manager bei orgaMax anfing, war bewerbungstechnisch tote Hose. Ja, es gab eine Karriereseite und Stellenanzeigen wurden auch geschaltet – die Resonanz war allerdings überschaubar. Keine Überraschung, denn: Auch uns kannte niemand. Wir waren unsichtbar. Kein Wunder also, dass uns die Leute nicht wirklich die Bude einrennen wollten. Dass wir daran etwas ändern mussten, war uns schnell klar. Wie aber schafft man es als Mittelständler, in die Sichtbarkeit zu kommen?

Corporate Influencer: Bei LinkedIn fündig geworden

Ein Social-Media-Kanal, bei dem sich alles um Business und Karriere dreht. Es ist die Business-Plattform schlechthin. Hier geht es um Karriere, um Netzwerke und darum, die richtigen Kontakte zu knüpfen. Hier sind also genau die Menschen unterwegs, die man als Unternehmen ansprechen und von sich überzeugen möchte. Mit einer Unternehmensseite gewinnt man jedoch auch dort keinen Blumentopf. Menschen folgen Menschen, das hatten wir ja weiter oben schon. Also haben wir uns entschlossen, den Weg über ein persönliches Profil zu gehen. Und die Idee des Corporate Influencer war für unser Unternehmen geboren.

Einfach planlos posten? Keine gute Idee!

Häufig hört man in Social-Media-Kreisen den Satz: „Fang einfach an, der Rest kommt von alleine.“ Leider stimmt das so gar nicht. Social Media – und insbesondere Corporate Influencing – ist kein Zufallsprodukt. Wer ohne Ziel und Strategie loslegt, wird langfristig keinen Erfolg haben.

Deshalb haben wir von Anfang an strategisch geplant. Zu unserer Vorbereitung gehörte unter anderem:

  • Eine gründliche Zielgruppenanalyse, um zu verstehen, wer eigentlich unsere potenziellen Bewerber sind.

  • Eine klare Profilausrichtung als HR-Experte und authentischer Vermittler unserer Unternehmenskultur.

  • Die Erstellung von zielgruppengerechtem Content, der sowohl unsere Firma als Arbeitgeber zeigt als auch meine Expertise und Persönlichkeit unterstreicht.

Steht dieser Plan, geht die Arbeit erst richtig los. Denn: Nur Content zu posten reicht nicht, um sich auf der Plattform zu etablieren. Um wahrgenommen zu werden. Schließlich geht es darum, Beziehungen aufzubauen, und das passiert durch regelmäßiges Community-Management:

  • Kommentare beantworten

  • In den Austausch mit anderen Profilen gehen

  • Direkte Nachrichten an potenzielle Kandidaten schreiben

Corporate Influencer: Passender Content für die Zielgruppe

Wie sieht denn nun aber der passende Content für einen Corporate Influencer aus? Das hängt natürlich maßgeblich von der jeweiligen Zielgruppe ab. Wir suchen zum Beispiel Menschen, die Interesse daran haben, im IT-Bereich zu arbeiten. Und das eben in den unterschiedlichsten Bereichen: Entwicklung, Marketing, Support, Vertrieb, Verwaltung usw. Zum anderen aber auch andere HR-Experten, mit denen ein Austausch zu Fachthemen stattfinden kann. Dementsprechend behandeln wir also in unseren Posts eine Mischung aus drei Themenbereichen:

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  • Unternehmenskultur: Authentische Einblicke, die zeigen, wie unsere Unternehmenskultur aussieht, welche Werte uns wichtig sind und warum es sich lohnt, bei uns zu arbeiten.

  • Zukunft des HR: Wie entwickelt sich der Bereich Human Ressources weiter? Was brauchen Arbeitnehmer, um künftig ihre Potenziale voll entfalten zu können? Und was müssen Unternehmen dafür tun?

  • Persönliche Bewertung: Auch persönliche Einblicke gehören dazu – um nahbar zu sein und eine echte Verbindung zur Zielgruppe aufbauen zu können.

Nur Content zu posten reicht nicht, um sich auf der Plattform zu etablieren. Um wahrgenommen zu werden. Schließlich geht es darum, Beziehungen aufzubauen, und das passiert durch regelmäßiges Community-Management.

Eduard Bergmann

Das bringt ein Corporate Influencer wirklich

Vorab: Wer nur auf kurzfristige Erfolge schaut, wird mit Social Media nicht happy werden. Denn das ist ein Marathon – und kein Sprint. Dass sich ein entsprechendes Investment lohnt, zeigen unsere Ergebnisse eindeutig. Meinen ersten Post habe ich am 04.01.2023 abgesetzt. Damals umfasste mein Netzwerk gerade einmal 349 Personen. Heute, knapp 1 ¾ Jahre später, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache:

  • 16.500 Follower

  • 2,5 Millionen Beitrags-Impressionen

  • Monatlich zwischen 70 und 100 Bewerbungen

  • 50 Einstellungen

  • 16 Auftritte in Podcasts und als Speaker auf Fachmessen

Fakt ist: Solche Ergebnisse erreichst du als mittelständisches Unternehmen nicht, wenn du weiter auf ausgetretenen HR-Pfaden unterwegs bist. Wenn du dich nicht auf Social Media zeigst. Erst recht nicht im Hinblick auf die Zukunft. Wenn du heute nicht dort unterwegs bist, verschenkst du das Potenzial, schon früh deine Zielgruppe von morgen auf dich aufmerksam zu machen. Viele der Personen, die sich bei uns bewerben, sagen mir im Gespräch, dass sie meinem Profil schon länger folgen. Dass sie aber eben lange Zeit stille Mitleser waren. Ohne Corporate Influencing auf LinkedIn hätten wir viele dieser Talente nie erreicht.

Corporate InfluencerEduard Bergmann
ist People & Culture Manager bei orgaMax. Die deltra Business Software ist spezialisiert auf Business-Software, die sämtliche Geschäftsprozesse vom Einkauf über Lager, Produktion und Verkauf bis hin zur Buchhaltung in einer Software bündelt.
 

Bildquelle: orgaMax