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Lücken in der Resilienz Cybergefahren: Schutz gibt es häufig nur von Nine to Five

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Unternehmen in Deutschland nehmen Cybergefahren noch immer nicht ernst genug und haben diverse Schwachstellen in ihrer Cyberresilienz. Ein Problem: Es fehlt eine durchgehende Cybersecurity.

(Bild:  Artcuboy / Adobe Stock)
(Bild: Artcuboy / Adobe Stock)

Unternehmen in Deutschland mangelt es an Ressourcen und an der Bereitschaft der Geschäftsleitung, die Cybergefahren zu erfassen und zu minimieren. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt die aktuelle internationale Studie „Underfunded andunaccountable: How a lack of corporate leadership is hurting cybersecurity“ von Trend Micro.

Die Studie legt einige weit verbreitete Schwachstellen offen:

  • Lediglich 33 Prozent der befragten deutschen Unternehmen (36 Prozent weltweit) verfügen über ausreichend Personal, um eine 24x7x365-Cybersecurity zu gewährleisten.

  • Nur 36 Prozent (35 Prozent weltweit) betreiben Angriffsflächen-Management, um ihr Cyberrisiko zu erfassen.

  • Nur 28 Prozent (34 Prozent weltweit) stützen sich auf bewährte Regelungen oder Rahmenwerke wie das NIST Cybersecurity Framework.

Unternehmen brauchen CISOs, die den Zusammenhang zwischen Cyber- und Geschäftsrisiken klar kommunizieren, um ihre Geschäftsführungen einzubinden.

Richard Werner, Trend Micro

Doch warum schafft es die Mehrheit der Unternehmen nicht, solche grundlegenden Cybersicherheits-Maßnahmen zu implementieren? Das fehlende Gefühl von Zuständigkeit an der Spitze der Unternehmen könnte einen Erklärungsansatz liefern: Die Hälfte der deutschen Befragten gab an, dass ihre Geschäftsführungen Cybersecurity nicht als ihre Verantwortung betrachten. Nur 11 Prozent widersprechen dieser Aussage ganz und gar (17 Prozent weltweit). 

Auf die Frage, wer die Verantwortung für die Minderung von Geschäftsrisiken trägt oder tragen sollte, scheint bei den Befragten Uneinigkeit zu herrschen und die Zuständigkeit vielfach nicht klar geregelt zu sein. Die Antworten fielen äußerst heterogen aus. Fast ein Drittel (32 Prozent in Deutschland und 31 Prozent weltweit) gab aber an, dass Cybersecurity die alleinige Verantwortung der IT-Abteilung sei. 

Cybergefahren: Die Unternehmenslenker sind gefragt

In vielen Unternehmen fehlt jedoch die notwendige Führung, um diese Probleme in Sachen Cybergefahren anzugehen. Fast alle (95 Prozent in Deutschland und 96 Prozent weltweit) Befragten sind besorgt um die Angriffsoberfläche ihres Unternehmens. Dabei zweifelt mehr als ein Drittel (38 Prozent in Deutschland, 36 Prozent weltweit) an ihrer Fähigkeit, Cyberrisiken zu entdecken, zu bewerten und zu entschärfen.

„Fehlt es in der Cybersicherheit an langfristigen Strategien, führt das oft zu rein reaktiven, inkohärenten und letztlich auch teuren Entscheidungen“, so Richard Werner, Security Advisor bei Trend Micro. „Unternehmen brauchen CISOs, die den Zusammenhang zwischen Cyber- und Geschäftsrisiken klar kommunizieren, um ihre Geschäftsführungen einzubinden.“ Sie müssten die gesamte Angriffsoberfläche im Blick haben, die Entwicklung dieser Risiken kontinuierlich überwachen und automatisiert mitigieren, um die Cyberresilienz insgesamt zu verbessern.

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