Markus Bauer, Tech Evangelist EMEA bei Acronis, spricht über die Gefahren durch Ransomware und Phishing, Cyberrisiken sowie die Rolle der künstlichen Intelligenz bei einer umfassenden Sicherheitsstrategie. Denn die Frage ist nicht ob, sondern wann Unternehmen angegriffen werden.
Herr Bauer, um in das Thema einzusteigen, würde ich gerne von Ihnen wissen, warum ist für viele Unternehmen immer noch eine Herausforderung, sich erfolgreich gegen Cyberangriffe zu wehren?
Markus Bauer: Das liegt oft an einem falschen „Bewusstsein“. Nicht selten hört man Aussagen wie „wir sind zu klein“, „wir sind nicht interessant“, „wer will denn unsere Daten?“, etc. Es ist aber so, dass die Cyberkriminellen nach dem Gießkannenprinzip vorgehen – je mehr Rechner infiziert sind, desto höher ist die Chance auf Lösegeld, Datenspionage, usw. Es ist nicht die Frage ob, sondern nur wann. Und zum Ziel kann tatsächlich jeder werden!
Cyberrisiken der Cloud nicht außer Acht lassen
Wir alle wollen und sollen digitaler werden. Aber was sollte beim Schutz von Daten in der Cloud generell beachtet werden?
Bauer: Cloud ist nicht gleich Cloud. Die Cloud bringt nicht nur Vorteile und dessen sollte man sich bewusst sein. Leider werden gerne kostenfeie und kostengünstige Anbieter bevorzugt, die aber dann oftmals nicht die richtigen Sicherheitsfeatures mitbringen. Das fängt schon bei Passwort und MFA an und geht weiter beim Thema Verschlüsselung, ist eine vorhanden und wenn ja, welche? Genauso muss man sich immer die Frage stellen, wo liegen meine Daten? Passt das zur DSGVO, NIS/NIS2, aber auch zu meinen eigenen Unternehmensrichtlinien? Nicht umsonst bieten mittlerweile einige Cloud-Anbieter speziell für strengere Anforderungen eigene Rechenzentren in Deutschland, sodass die Daten im Idealfall nie die Ländergrenzen überqueren.
Ransomware ist einer der Hauptbedrohungen heutzutage und ein lukratives Geschäft für Kriminelle. Welche Gefahren drohen durch Ransomware und wie können sich Unternehmen davor schützen?
Bauer: Die Gefahr ist „einfach“. Daten werden verschlüsselt und gegen eine Zahlung von Lösegeld bekomme ich den Schlüssel. Interessanter ist der Schutz davor. Heutzutage muss ich mit modernen ML-basierten, also KI-Heuristiken arbeiten, um auf bestimmte Verhaltensmuster zu reagieren. Natürlich ist ein Backup, noch besser Desaster Recovery, Plicht. Denn selbst das beste Backup schützt nicht vor einem Ausfall der Infrastruktur. Den besten Schutz erhält man von integrierten Lösungen, die nicht nur auf eine Art von Malware spezialisiert ist, sondern sich breit aufstellen und am besten wie angesprochen, Technologien wie Backup integrierten, um z.B. das Backup selbst zu scannen, oder noch besser, während des Recoverys.
Mittelständische Unternehmen haben oftmals nicht die Ressourcen, um sich gegen Cyberangriffe zu wehren. Stichwort Fachkräftemangel. Aber warum sollten sie in puncto Cybersicherheit auf die Dienste von Managed Service Providern vertrauen? Was haben sie konkret davon?
Bauer: In der Frage steht eigentlich schon die Lösung, Managed Services, also ein Dienstleister, der mir den optimalen Schutz anbietet. Es ist ja nicht nur der Fachkräftemangel an sich, es ist auch die schnelle Frequenz, mit der neue Schadsoftware „auf den Markt“ kommt. Oft fehlt auch das entsprechende Know-how in den Firmen, oder es gibt mittlerweile gar keine IT- Abteilung mehr, geschweige denn eine Security-Abteilung.
Mit dem richtigen Technologiepartner mehr Sicherheit erlangen
Bei der Kombination aus Backup und Recovery aus einer Hand, macht man sich nicht von einem Technologiepartner abhängig?
Bauer: Backup und Recovery gehören direkt zusammen, wobei das Augenmerk hier natürlich auf dem Recovery liegt. Wie einfach und schnell komme ich im Notfall wieder an meine Daten? Sind diese dann auch „sauber“? (wie oben erwähnt, Backupscanning als Stichwort). Noch interessanter wird es, wenn man Technologien wie EDR (Endpoint Detection and Response) mit Data Protection, also Backup und Recovery, vereint, um dadurch ganz andere, tiefergehende Möglichkeiten zu bekommen. Denn am wichtigsten ist tatsächlich, dass man sich nicht nur auf einen Teilbereich beim Schutz von Daten und Infrastruktur beschränkt, sondern ganzheitlich denkt. Und die Abhängigkeit von Technologiepartnern ist bei der IT ja so gesehen fast immer gegeben, denn idealerweise kommt ja schon aus Kompatibilitätsgründen immer möglichst viel aus einer Hand.
Interviewpartner Markus Bauer ist Tech Evangelist EMEA bei Acronis.
Bildquelle: Acronis
MSPs müssen sich nicht nur selbst, sondern auch ihre Kunden besser vor Cyberrisiken schützen, wie kann dies gelingen?
Bauer: Die eingesetzten Lösungen machen sehr viel aus. Wie viele muss ich einsetzen bzw. wie viele sind überhaupt sinnvoll? Arbeitet das Tool für mich, oder ich für das Tool? Gerade als MSP brauche ich heute eine Plattform, die mir alle Aspekte zu Managed Services inklusive Cyber Protection bietet. Es macht einfach keinen Sinn, zehn verschiedene Tools im Einsatz zu haben.
Künstliche Intelligenz: Mehr Cyberrisiken oder mehr Schutz?
Wie genau kann der Einsatz von KI im Bereich Cybersicherheit einen nachweisbaren und nachhaltigen geschäftlichen Nutzen bieten?
Stand: 16.12.2025
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Bauer: Der Vorteil von KI ist und bleibt die Geschwindigkeit. Leider wird die Technologie auch von den Cyberkriminellen benutzt, um sich schnell anpassende Malware zu generieren. Um dagegen anzukommen, braucht es die gleiche Intelligenz in der Verteidigung, um schnell auf z.B. polymorphe Malware reagieren zu können. Aber auch Themen wie Automatisierung gehören hier mit erwähnt. Auch hier bietet die KI neue Möglichkeiten. Alles, was „die Lösung“ für mich machen kann, und zwar automatisch, bringt den Vorteil, dass der Faktor Mensch minimiert wird. Hört sich komisch an, aber leider sind wir immer noch das schwächste Glied in der Cybersecurity Kette. Nicht umsonst ist Phishing nach wie vor eine der effektivsten Methoden von Cyberkriminellen.
Verraten Sie uns ein paar Best Practices für Unternehmen, die Ihre Cybersicherheit optimieren und Cyberrisiken minimieren wollen?
Bauer: Vergessen Sie Aussagen wie „wir sind zu klein“, oder mein Liebligsklassiker „never touch a runnning System“ und handeln Sie JETZT. Holen sie sich Hilfe von Partnern aus dem Bereich Managed Services. Lassen Sie eine Analyse Ihrer Infrastruktur durchführen – gerne mit Stress- und Penetration-Test etc.
Führen Sie Awarenesstrainings ein, um auch bei den Mitarbeitern eine Sensibilisierung zu erreichen. Erwarten Sie das Unerwartete und wie gesagt, halten Sie sich immer vor Augen, es ist nicht eine Frage ob, sondern wann.