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Internet of Medical Things (IoMT) Cybersicherheit: Die riskantesten vernetzten medizinischen Geräte

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Eine Studie untersuchte die Cybersicherheit von mehr als 2 Millionen vernetzten medizinischen Geräten. Das Ergebnis: 162 Schwachstellen, die auch die Patientensicherheit gefährden können.

(Bild:  Jiraporn / Adobe Stock)
(Bild: Jiraporn / Adobe Stock)

Immer mehr medizinische Geräte werden vernetzt. Die Folge: Das Risiko für die Cybersicherheit steigt. „Die zunehmende Verbreitung von IoMT-Geräten (Internet of Medical Things) hat neue Cybersicherheits-Risiken mit sich gebracht, und Cyberkriminelle nutzen Schwachstellen aus, um durch Lösegeldzahlungen oder den Verkauf von Patientendaten im Dark Web finanzielle Gewinne zu erzielen“, so Barry Mainz, CEO von Forescout.

Eine Studie von Forescout in der Studie „Unveiling the Persistent Risks of Connected Medical Devices“ hat mehr als 2 Millionen vernetzte medizinische Geräte in 45 Gesundheitsorganisationen in der letzten Mai-Woche dieses Jahres analysiert. Die Ergebnisse zeigen ein wachsendes Risiko durch vernetzte medizinische Geräte, wobei die am meisten gefährdeten Geräte Digital Imaging and Communications in Medicine (DICOM) Workstations und Picture Archiving and Communication Systems (PACS), Pumpensteuerungen und medizinische Informationssysteme sind.

Die zunehmende Verbreitung von IoMT-Geräten (Internet of Medical Things ) hat neue Cybersicherheits-Risiken mit sich gebracht, und Cyberkriminelle nutzen Schwachstellen aus, um durch Lösegeldzahlungen oder den Verkauf von Patientendaten im Dark Web finanzielle Gewinne zu erzielen.

Barry Mainz, Forescout

Gefahr für Daten und Patienten

Insgesamt wurden 162 Schwachstellen identifiziert, die Geräte des Internet of Medical Things (IoMT) betreffen. In den meisten Fällen zielen cyberkriminelle Angriffe auf vernetzte medizinische Geräte darauf ab, sensible Patientendaten zu stehlen, einschließlich persönlich identifizierbarer Informationen und der medizinischen und Behandlungshistorie. Im schlimmsten Fall können die Angriffe den Betrieb des Gesundheitswesens stören und die Sicherheit der Patienten direkt gefährden.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Die drei risikoreichsten Geräte: DICOM-Workstations und PACS (32 Prozent kritische, ungepatchte Schwachstellen), Pumpensteuerungen (26 Prozent kritische, ungepatchte Schwachstellen und 20 Prozent mit extremer Ausnutzbarkeit) und medizinische Informationssysteme (18 Prozent kritische, ungepatchte Schwachstellen) sind die am stärksten gefährdeten medizinischen Geräte und könnten zu einer ferngesteuerten Dienstverweigerung, zur Offenlegung von Informationen oder zur ferngesteuerten Codeausführung führen.

  • Verstärke Angriffe auf DICOM-Server: Viele Organisationen nutzen unverschlüsselte Kommunikation, was es Angreifern ermöglicht, medizinische Bilder von DICOM-Servern zu erhalten oder zu manipulieren, auch um Malware zu verbreiten. Von August 2022 bis Mai 2024 stieg die Zahl der gefährdeten DICOM-Server um 27,5 Prozent.

    In einem Honeypot, der von Mai 2023 bis Mai 2024 lief, beobachtete Forescout 1,6 Millionen Angriffe auf diese Server, im Durchschnitt einen Angriff alle 20 Sekunden. Während es sich bei den meisten Angriffen um Scans und automatisierte Versuche handelt, Standarddienste wie HTTP auszunutzen, zielen einige darauf ab, sensible Patientendaten zu stehlen.

  • Gefährdete Windows-Systeme: Bei der Hälfte der zehn größten Schwachstellen handelt es sich um kritische Fehler in Windows-Systemen, die zu einer vollständigen Übernahme eines Geräts durch Remote-Code-Ausführung führen und von Malware ausgenutzt werden können, wenn medizinische Geräte online sind oder mit kompromittierten Netzwerken verbunden sind.

  • Fehlender Anti-Malware-Schutz: Obwohl auf 52 Prozent der IoMT-Geräte Windows-Software läuft, verwenden nur 10 Prozent aller IoMT-Geräte aktiven Malware-Schutz. Dies ist wahrscheinlich auf Software- und Zertifizierungsbeschränkungen für eingebettete Geräte zurückzuführen, die den Endpunktschutz erschweren und die Notwendigkeit einer stärkeren Netzwerksicherheit unterstreichen.

„Organisationen des Gesundheitswesens werden weiterhin mit medizinischen Geräten konfrontiert sein, die veraltete oder nicht standardisierte Systeme verwenden“, warnt Daniel dos Santos, Leiter der Sicherheitsforschung bei Forescout Research –  Vedere Labs. Eine einzige Schwachstelle knne die Tür zu sensiblen Patientendaten öffnen.

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