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Europäische Cloud-Dienste Digitale Souveränität: IT-Entscheider fordern europäische Produkte

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Laut einer neuen Studie von Myra Security fordern 84 Prozent der IT-Entscheider europäische Digitalprodukte für Staat und Betreiber kritischer Infrastrukturen. Aber weniger als 25 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen europäische Cloud-Dienste, um digitale Souveränität zu erhalten.

Myra Security stellte beim Medienstammtisch "Bots & Brews" eine Studie zum Stand der digitalen Souveränität in Deutschland vor. (Bild:  Matthias Balk, Myra Software)
Myra Security stellte beim Medienstammtisch "Bots & Brews" eine Studie zum Stand der digitalen Souveränität in Deutschland vor.
(Bild: Matthias Balk, Myra Software)

Deutsche Unternehmen hängen am digitalen Tropf der US-amerikanischen Software-Anbieter und scheuen den Umstieg. Zu dieser Aussage kommt der neue Report „State of Digital Sovereignty 2025“ von Myra Software. Die Ergebnisse der Befragung von 1.500 IT-Entscheidern stellte das Unternehmen auf dem Medienstammtisch für Cybersicherheit „Bots & Brews“ vor. Diese zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität deutscher Unternehmen im Bereich digitale Souveränität.

Eine klare Mehrheit von 84,4 Prozent der Befragten fordert den Einsatz europäischer Lösungen im öffentlichen Sektor und in kritischen Infrastrukturen. In den eigenen IT-Landschaften dominiert aber weiterhin US-Software. Besonders ausgeprägt ist die Abhängigkeit bei Cloud-Services und Cybersicherheit: In beiden Bereichen sehen sich rund 40 Prozent der Befragten im hohen Maße an außereuropäische Anbieter gebunden.

Digitale Souveränität: Unabhängigkeit wird häufig überschätzt

Digitale Souveränität Myra Security
Bei den Kriterien für einen Wechsel zu europäischen Produkten dominieren vor allem Leistung, Datensicherheit und Kosten.
(Bild: Myra Security)

Europäische Alternativen werden nicht nur selten eingesetzt, sondern sind oft gänzlich unbekannt. Trotzdem überschätzen viele Unternehmen ihre eigene Unabhängigkeit. So geben 21,9 Prozent an, europäische KI-Lösungen zu kennen. Aber nur 10,2 Prozent nutzen diese auch. 50,3 Prozent der Befragten stufen trotzdem die Abhängigkeit, was die digitale Souveränität betrifft, als gering oder nicht existent ein. In der Cybersicherheit zeigt sich ein ähnliches Bild. Bekannt sind europäische Angebote nur jedem Dritten. Lediglich 20,5 Prozent nutzen sie. 47,2 Prozent der Befragten sehen aber nur eine schwache bis kaum vorhandene Abhängigkeit.

„Digitale Souveränität bedeutet, über Entscheidungsoptionen zu verfügen“, sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, bei der Vorstellung des Reports anlässlich der „Bots & Brews“ in München. „Neben den internationalen Out-of-the-box-Lösungen sind dazu wettbewerbsfähige europäische Produkte erforderlich, die in bestimmten Bereichen bereits vorhanden sind. Gleichzeitig müssen wir internationale Digitalisierungstechnologien so absichern, dass sie für uns sicherer und insbesondere datensouverän nutzbar sind“, so Claudia Plattner.

Ein Drittel der Unternehmen plant Umstieg auf europäische Software

Digitale Souveränität Myra Security
Deutsche Unternehmen hängen am Tropf der US-amerikanischen Softwarehersteller und überschätzen oftmals die eigene Unabhängigkeit.
(Bild: Myra Security)

Nur etwa ein Drittel der Unternehmen plant innerhalb der kommenden zwei Jahre einen Umstieg auf europäische Software. Fast die Hälfte (48 Prozent) schließt den Wechsel aus. Um Entscheider zu einem Wechsel zu bewegen, müssen klare Anforderungen erfüllt sein: Zwei Drittel würden auf europäische Anbieter umsteigen, wenn Leistung und Sicherheit vergleichbar sind. Für 62,5 Prozent der Befragten ist die garantierte Speicherung der Daten in der EU ein entscheidendes Kriterium für die zukünftige Nutzung europäischer Software.

Der Forschungsdirektor des Cyberintelligence Institute, Dennis-Kenji Kipker (links), diskutiert mit Reinhard Brandl und der BSI-Präsidentin Claudia Plattner über die von Myra Security vorgestellte Studienergebnisse.(Bild:  Matthias Balk, Myra Software)
Der Forschungsdirektor des Cyberintelligence Institute, Dennis-Kenji Kipker (links), diskutiert mit Reinhard Brandl und der BSI-Präsidentin Claudia Plattner über die von Myra Security vorgestellte Studienergebnisse.
(Bild: Matthias Balk, Myra Software)

Dennis-Kenji Kipker, wissenschaftlicher Direktor des cyberintelligence.institute (CII), erklärte bei dem Medienstammtisch: „Regional statt Global ist das Credo unseres Jahrzehnts geworden. Dazu gehört auch, dass wir uns unsere leichtsinnig aufgegebene digitale Souveränität jetzt wieder zurückholen. Denn fehlende Digitalsouveränität macht Europas Wirtschaft und IT erpressbar – politisch, wirtschaftlich und technologisch.“

Die Sprecher beim Medienstammtisch "Bots & Brews": Sascha Schumann CEO von Myra Security (links) mit Co-Founder Paul Kaffsack (Mitte), links daneben Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, rechts daneben Reinhard Brandl, parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und Dennis-Kenji Kipker, Forschungsdirekter des Cyberintelligence Institute.(Bild:  Matthias Balk, Myra Software)
Die Sprecher beim Medienstammtisch "Bots & Brews": Sascha Schumann CEO von Myra Security (links) mit Co-Founder Paul Kaffsack (Mitte), links daneben Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, rechts daneben Reinhard Brandl, parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und Dennis-Kenji Kipker, Forschungsdirekter des Cyberintelligence Institute.
(Bild: Matthias Balk, Myra Software)

Mit dem „Sovereignty Check“ können Unternehmen das Hosting auf kritische Abhängigkeiten überpüfen. Myra Security ist Anbieter einer Security-as-a-Service-Plattform für den Schutz digitaler Geschäftsprozesse. Bundesbehörden, Unternehmen und Organisationen wie die Münchner Sicherheitskonferenz setzen die Plattform zum Schutz ihrer digitalen Infrastrukturen ein. Myra Security erfüllt alle 37 Kriterien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für qualifizierte DDoS-Mitigation-Dienstleister.

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