Immer mehr Unternehmen ächzen unter einer immensen Mitarbeiter-Fluktuation.
(Quelle: output.ag)
Jochen Wießler, Regional President DACH & Eastern Europe Unit 4, ist überzeugt: Wer seine fähigen Arbeitnehmer nicht verlieren will, muss mit Hilfe geeigneter Tools aus der Cloud eine digitale Unternehmenskultur schaffen.
Die Kündigungswelle durch eine digitale Unternehmenskultur aufhalten?
Zahlreiche Unternehmen spüren gerade die „Great Resignation“ – eine Kündigungswelle, ausgelöst durch mangelnde Flexibilität in firmeninternen Abläufen. Wie können Unternehmen verhindern, ihre Mitarbeiter an Konkurrenten zu verlieren?
Jochen Wießler: 2022 entwickelte sich in der Tat eine extreme Fluktuation am Arbeitsmarkt, nicht zuletzt auch getrieben durch viele offene und attraktive Stellen. Vor allem große Unternehmen haben verstärkt eingestellt. Daraufhin haben sich viele fähige Mitarbeiter am Markt umgeschaut, die offenen Stellen mit den Angeboten ihres Arbeitgebers verglichen und geprüft, ob ihr Talent in der aktuellen Position auch gewürdigt und gefördert wird. War das nicht der Fall, haben sie den Arbeitgeber gewechselt. Unternehmen, die weiterhin erfolgreich sein wollen, sind gefordert, dem entgegenzuwirken. Dazu müssen bestehende Arbeitsumgebungen entsprechend angepasst werden, und zum Beispiel Möglichkeiten bieten, um die Work-Life-Balance der Mitarbeiter zu verbessern. Wer nicht schnell genug handelt, verliert seine Talente auch schnell. Die Verantwortung dafür geht inzwischen weit über HR hinaus, von der Finanz- bis zur IT-Abteilung. Es muss klar sein, wie diese Arbeitsumgebungen gefördert werden, etwa mit Tools in einer Infrastruktur, wie einer strategischen Workforce-Planung, einem Skill-Management sowie der Skill-Planung. Laut einer Umfrage, die wir kürzlich durchgeführt haben, glauben übrigens 67 Prozent der HR-Verantwortlichen, dass das Skill-Management die größte Herausforderung ist.
Sie versprechen auf Ihrer Homepage „Bessere Ergebnisse für Unternehmen, die Menschen in den Mittelpunkt stellen“. Sollten Unternehmen das nicht immer tun? Und was sollten und könnten sie Ihrer Meinung nach besser machen?
Wießler: Der Produktionsfaktor Mensch ist die wichtigste Ressource für die Wertschöpfung. Dieses Potenzial muss effektiv bedient werden, vor allem im Dienstleistungsbereich, aber auch dort wo Mensch und Maschine interagieren. Dazu stellen wir Lösungen bereit, wie die strategische Workforce-Planung, um die Mitarbeitermotivation zu messen und hochzuhalten – zugeschnitten auf die Bedürfnisse solcher Unternehmen. Unter hohem Kosten- und Wettbewerbsdruck können Unternehmen nur bestehen, wenn sie intern viel integrierter zusammenarbeiten. Vor allem das magische Dreieck zwischen Finance, HR und IT muss besser interagieren und Instrumente einsetzen, die den Organisationsgrad erhöhen, aber auch die Effektivität der Mitarbeiter fördern und deren Leistungsfähigkeit steigern. Also Plattformen einsetzen, die bisherige Silos auflösen und eine digitale Unternehmenskultur unterstützen.
Was dazu gehört
Was gehört für Sie zur Einrichtung einer digitalen Unternehmenskultur?
Wießler: Erstens, überhaupt eine Kultur zu haben, die dann auch formuliert ist und gelebt wird. Zum Digitalen gehört dann zweitens die Frage, wie gehe ich auf die neuen Erfordernisse des Arbeitsplatzmodells ein, mit Aspekten wie Arbeitszeit, Homeoffice, Präsenz und Hybrid-Modell. Wie kann ich da als Unternehmen durch entsprechende Tools unterstützen, sodass der Mitarbeiter – in welcher Umgebung auch immer – seine Arbeit erledigen kann? Darauf achtet ein Mitarbeiter mehr denn je, zumindest ist das ein wichtiges Entscheidungskriterium zum Thema Bleiben oder Gehen. Und drittens: Welche Möglichkeiten bietet das Unternehmen, Mitarbeiter zu entwickeln, in einem Arbeitsumfeld, das diesem als wichtig erscheint. Da spielt die Kultur eine zentrale Rolle: Wie sieht eine Vision aus, wie eine Strategie und wie die Organisation, die dem Ganzen Leben einhaucht?
Was kann Cloud-Technologie dazu beitragen, Mitarbeiter bestmöglich in ihrem Arbeitsumfeld zu unterstützen?
Wießler: Jeder Mitarbeiter ist heute durch sein Smartphone gewohnt, überall auf Informationen zuzugreifen. Der möchte nicht das Gefühl haben, dass er privat besser aufgestellt ist als in seinem Unternehmen. Hier kommt der generelle Vorteil der Cloud ist Spiel, jederzeit auf Informationen zuzugreifen, neue Lösungen schnell zu implementieren und auf anstehende Herausforderungen im Handumdrehen zu reagieren. Das alles auf einer Benutzeroberfläche, die auf jedem Device möglich ist. Da darf es auch keine Abstriche im Bereich Benutzerfreundlichkeit geben. Bei der Auswahl von Lösungen sollten Unternehmen darauf achten, ob und wie weit es vorgefertigte Funktionalitäten für Branchen, Unternehmensgrößen und Standards gibt, die schnell umsetzbar sind, wie etwa zur Projekt- und Projekteinsatzplanung. Die Lösungen müssen aber auch individuell anpassbar sein. Time-to-market ist zudem ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Anbieter. Eine Lösung muss heute innerhalb von drei Monaten einsetzbar sein. Um das zu ermöglichen, müssen wir nicht jeden Tag das Rad neu erfinden: Etwa 80 Prozent unserer Lösung sind Standard und 20 Prozent werden auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst.
Was sind die Herausforderungen, vor denen Cloudlösungen jetzt und in Zukunft stehen?
Wießler: Der Spagat zwischen Standard und Individualisierung wird noch länger bestehen bleiben. Aber die Darstellung der individuellen Stärken wird künftig noch wichtiger. Eine Cloudlösung darf dabei aber nicht zu monolithisch sein, denn der Monolith kann dann nicht mehr so schnell umgebaut werden, wie viele Unternehmen während der Pandemie erfahren mussten. Das System muss flexibel sein, ohne die Stärken der Cloud zu verlieren, nämlich den fixen Kern. Der wiederum profitiert von dauernden Innovationen des Herstellers, zum Beispiel von Mitarbeiterumfragen im HR-Modul, die wir auf Wunsch vieler unserer Kunden entwickelt haben.
Stand: 16.12.2025
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(Jochen Wießler, Regional President DACH & Eastern Europe Unit 4, Bild: Unit 4)
Digitale Unternehmenskultur: Die Trends 2023
Was kann die nächste Generation intelligenter ERP-Systeme besser als ihre Vorgängerversionen?
Wießler: Die nächste Generation von ERP wird eine noch stärkere Integration der wichtigsten Unternehmensbereiche umfassen, wie gesagt von Finance, HR und IT. Der bisherige Monolith eines ERP-Systems wird noch stärker mit Funktionalitäten angereichert werden, die aus dem HR-Bereich kommen. Denn das Halten wichtiger Mitarbeiter wird ja immer zentraler, um die finanziellen Ziele zu erreichen, siehe oben. Die Integration zwischen Mensch und Business muss noch besser zusammengeführt und auf einer modernen Plattform bereitgestellt werden.
Wie entwickelt sich die Branche und mit welchen Trends muss sie 2023 mithalten können?
Wießler: In Kundengesprächen höre ich immer wieder, dass HR zunehmend in vielen Entscheidungen mit am Tisch sitzt und viel stärker in kritische Unternehmensentscheidungen einbezogen wird. Denn die strategische Mitarbeiterplanung ist gekoppelt an den Unternehmenserfolg. Daran orientieren wir uns auch bei der Weiterentwicklung unserer Cloudplattform, die für uns alternativlos ist. Das heißt, alle Innovationen für die Cloudplattform haben absolute Priorität.
Wir adressieren Branchen, in denen der Mensch im Mittelpunkt steht und den zentralen Wertschöpfungsfaktor darstellt. Für diese Unternehmen bieten wir vorgefertigte Funktionalitäten und Standardlösungen.