Wie schnell und konsequent mittelständische Unternehmen in Deutschland digitalisieren, hängt vor allem von ihrer Größe sowie Branche und Standort ab. Gemeinsam ist ihnen, dass sie höhere Investitionen und mehr Know-how benötigen. Thomas Timm von Teradata gibt Tipps, wie Mittelständler zu Digital Champions werden.
(Quelle: Elnur/Shutterstock)
Hinken Sie noch hinterher? Oder sind Sie schon vorne mit dabei? Studien zur Digitalisierung im Mittelstand skizzieren gern entweder nur das eine oder das andere Bild. Wie so oft ist die Realität aber nicht schwarz-weiß, sondern bunt, mit vielen Zwischentönen – und muss differenziert betrachtet werden. Während die einen Unternehmen bereits Roboter, virtuelle Realität oder Künstliche Intelligenz einsetzen, wird bei anderen noch fleißig gefaxt.
Die Unternehmensberatung Ernst & Young sieht in Deutschland eine „Digitalisierung der zwei Geschwindigkeiten im Mittelstand“. Wie schnell, konsequent und erfolgreich mittelständische Unternehmen hierzulande digitalisieren, hängt von Größe, Branche und Standort ab. Zwischen Ost und West, Nord und Süd gibt es sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen für den digitalen Fortschritt. Dennoch gibt es einen Common Sense: An mehr Investitionen, mehr Know-how und mehr mutigen Projekten führt kein Weg vorbei. Vor allem die Hidden Champions, die heimlichen Weltmarktführer, müssen endlich zu Digital Champions werden.
Digitalisierung im Mittelstand: Wert der Daten erkennen
Das Warum – neue Geschäftsmodelle entwickeln, neue Kunden gewinnen, mit der weltweiten Konkurrenz mithalten, Effizienz schaffen, Zeit und Kosten sparen – ist allen klar. Das Wie ist zuweilen eine Herausforderung. Nur muss und kann eben nicht jedes Unternehmen gleich von heute auf morgen zum Digital Champion werden. Digitale Transformation gelingt nicht über Nacht. Um große Sprünge zu machen, müssen wir mit kleinen – gut durchdachten, strategischen – Schritten anfangen.
Der erste Schritt, der leichter geht, als viele denken, ist: die Chancen der Datenanalyse besser zu nutzen. Noch zu selten ist mittelständischen Unternehmern der Wert ihrer Datenschätze bewusst. Ein grober Fehler, bedenkt man, dass es von ihnen in den meisten Unternehmen mittlerweile Petabyte gibt: Maschinendaten, Sensordaten, Kundendaten, Materiallisten, Lagerbestände, Finanzdaten, Social Media, um nur einige zu nennen. Um aus ihnen schlau zu werden, müssen sie herausgefiltert, Zusammenhänge erschlossen, Anwendungsfelder genutzt werden.
Vom Erfolg der großen Unternehmen lernen
Auch davon gibt es genug: Wenn beispielsweise Siemens Healthineers erfolgreich mit Daten medizintechnische Geräte vorausschauend wartet, Anomalien feststellt und so teure Ausfälle verhindert, wieso sollte es ein Maschinenbauer auf der Schwäbischen Alb nicht auch tun? Die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) spart schließlich viel Zeit und Geld.
Wenn Maersk, die weltweit größte Reederei für Containerschiffe, mit Daten ihre Logistikkette auf Vordermann bringen kann, wieso nicht auch ein Autozulieferer aus Sachsen-Anhalt? Wenn große Handelsketten ihre Daten auswerten, um das Kundenerlebnis zu optimieren, Preise besser zu kalkulieren, Läden ansprechender zu gestalten, wieso nicht auch ein Einzelhändler in Westfalen? Wer seine Daten kennt, versteht auch sein Unternehmen und seine Kunden besser.
Digitalisierung im Mittelstand: Vision, Action und Geschwindigkeit
Wieso also nicht? Während Studien der Bitkom zeigen, dass Technologien wie Big Data, Cloud und künstliche Intelligenz für die Mehrheit der deutschen Unternehmen mittlerer Größe von zentraler Bedeutung sind, sieht eine groß angelegte Commerzbank-Studie anno 2018 nur bei rund jedem zehnten mittelständischen Unternehmen Datenanalysen im Einsatz.
Viele Unternehmen wissen zunächst nicht, wo anzufangen. Es herrscht noch immer das Bild, dass es für Datenanalysen einer äußerst komplexen Technologie bedürfe. Und um aus ihr schlau zu werden, müsse man selbst ein IT-Fachmann sein, der im Schlaf programmieren kann. Mittlerweile gibt es aber längst kostengünstige Plattformen zur Datenanalyse aus der Cloud, die jede noch so IT-fremde Führungsperson im Büro oder in der Backstube einfach bedienen kann. Um die Diskrepanz zwischen Denken und Handeln aufzubrechen, benötigt man Vision, Action und Speed – wie Bitkom-Präsident Achim Berg richtig erkannt hat
Digitalisierung im Mittelstand: Tüftler auf der Überholspur
Was ist also zu tun? Die Digitalisierung und insbesondere Datenanalysen sind nicht nur Sache der IT. Die Initiative dafür muss von der Führungsebene ausgehen und alle Mitarbeiter aus allen Abteilungen müssen ins Boot geholt werden. Das ist die Vision. Die IT setzt die Initiative dann mit der richtigen Technologie um, startet Pilotprojekte, toleriert Fehler, lernt aus ihnen, macht es nächstes Mal besser. Auch müssen die Anwender in den Abteilungen geschult werden, wie sie mit der Software umgehen und das meiste für das Projekt rausholen können. Das ist die Action. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Weltmarktführer wie in Deutschland, rund 1.500. Sie sind so erfolgreich, weil sie sich dem Tüfteln verschrieben haben, kombiniert mit langfristiger Planung, Spezialisierung und Perfektion.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Gelingt es ihnen, diese klassisch mittelständischen Tugenden in das digitale Datenzeitalter zu übersetzen und mit einem Schuss pragmatischer Kreativität à la Silicon Valley zu verbinden, kann die Zukunft kommen. Und viele von ihnen sind schon vorne mit dabei. Das zeigen die vielen innovativen Ideen und Projekte der Unternehmen, die bei den Digital Champion Awards der Deutschen Telekom ausgezeichnet werden – sie warten nicht ab, sondern gestalten, entscheiden nicht aus dem Bauch heraus, sondern setzen auf smarte Technologien, Fakten, Daten, die ihnen dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das ist der Speed – bitte mehr davon. (sg)
(Quelle: Terdadata)
Über den Autor: Thomas Timm ist Country Manager für Deutschland bei Teradata. Teradata ist Anbieter von Data-Analytics-Lösungen, mit denen Unternehmen ihre Daten in Echtzeit auswerten können, unabhängig davon ob sie sich On-Premise oder in der Cloud befinden.