Der Fachkräftemangel in der IT und speziell in dem Bereich Cyber Security ist allgegenwärtig. Doch Frauen sind in diesen Bereichen noch immer stark unterrepräsentiert. Um die Herausforderungen der digitalen Zukunft zu meistern, brauchen wir mehr Diversität in Unternehmen – und das beginnt bei der Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit.
(Bild: AdamantiumStock – stock.adobe.com)
Warum Diversität in Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg ist
Die IT-Branche treibt die digitale Transformation weltweit voran, doch sie bleibt in vielen Bereichen homogen und von Männern dominiert. Besonders im Bereich Cyber Security sind Frauen unterrepräsentiert, was nicht nur eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit ist, sondern auch den Fortschritt behindert. Diversität in Teams, vor allem in der IT, ist entscheidend für den Erfolg von Unternehmen und die Zukunft der digitalen Gesellschaft.
Der Status Quo: Frauen in der IT
Der Fachkräftemangel in der IT ist bekannt und Unternehmen suchen dringend nach qualifiziertem Personal. Dennoch ist der Frauenanteil in der Branche erschreckend niedrig.
Laut einer Bitkom-Studie von 2022 sind nur 17 Prozent der IT-Fachkräfte in Deutschland Frauen. In der Cyber Security, einem stark wachsenden Bereich, sind sie sogar noch seltener vertreten. Trotz hervorragender Leistungen in MINT-Fächern entscheiden sich viele Frauen gegen eine Karriere in der IT. Gründe dafür sind unter anderem Stereotypen, fehlende Vorbilder und strukturelle Barrieren, die Frauen den Zugang zu technischen Berufen erschweren.
Stereotypen und kulturelle Barrieren
Ein großes Problem bezüglich Diversität in Unternehmen sind verfestigte Geschlechter-Stereotypen, die bereits in der Schule beginnen. Technik wird oft als „Männerdomäne“ betrachtet und Mädchen werden seltener dazu ermutigt, sich für Informatik zu interessieren. Dies prägt die Berufswahl junger Frauen und setzt sich in der Ausbildung und im Beruf fort. Frauen, die in der IT arbeiten, sehen sich oft mit Vorurteilen konfrontiert, was ihr technisches Verständnis betrifft, was entmutigend wirken kann.
Diversität in Unternehmen: Mangelnde Sichtbarkeit und Vorbilder
Ein weiteres Hindernis ist die geringe Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder in der IT. Erfolgreiche Frauen in der Branche sind kaum präsent und in den Medien dominieren Männer als Experten. Dies verstärkt den Eindruck, dass IT-Berufe nichts für Frauen sind.
Tatsächlich gibt es jedoch viele Frauen, die in der IT herausragende Arbeit leisten – als Programmiererinnen, Datenwissenschaftlerinnen, Focus Sales-Mitarbeiterinnen oder CTOs. Doch sie stehen oft im Schatten ihrer männlichen Kollegen, was junge Frauen davon abhält, IT-Berufe in Betracht zu ziehen.
Strukturelle Hürden im Berufsumfeld
Neben kulturellen und psychologischen Hürden gibt es strukturelle Barrieren, die Frauen den Einstieg in die IT erschweren. In männerdominierten Teams ist es oft schwierig, ernst genommen zu werden. Zudem fehlen in vielen Unternehmen gezielte Maßnahmen zur Förderung von Frauen, und flexible Arbeitszeitmodelle – wichtig für Mütter und Väter – sind nicht überall etabliert.
Auch der Gender Pay Gap ist in der IT ein Thema: Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, selbst bei gleicher Qualifikation und Erfahrung (z. B. laut dem Gender Pay Gap Report von Destatis). Dies wirkt abschreckend auf Frauen, die eine Karriere in der IT anstreben.
Der Wert von Diversität in Unternehmen und Teams
Warum ist es so wichtig, mehr Frauen in die IT zu bringen? Diversität ist ein Schlüssel zum Erfolg, sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich. Studien wie die McKinsey & Company-Studie „Diversity Wins“ (2020) zeigen, dass diverse Teams kreativer, innovativer und produktiver sind. Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Lösungen und stärken die Innovationskraft von Unternehmen. Besonders in der IT, einer Branche, die sich ständig verändert, ist dies entscheidend. In der Cyber Security beispielsweise, wo Cyber-Angreifer aus verschiedensten Kontexten kommen, ist es von Vorteil, wenn das Verteidigungsteam ebenfalls eine breite Vielfalt an Lösungs-Perspektiven bietet.
Positive Ansätze und Initiativen
Es gibt bereits zahlreiche Initiativen, um Frauen in der IT zu fördern. Mentoring-Programme, Schulungen und Stipendien helfen, Frauen den Einstieg zu erleichtern und sie zu vernetzen. Auch Unternehmen selbst können eine entscheidende Rolle spielen, indem sie Maßnahmen zur Förderung der Diversität ergreifen, etwa durch flexible Arbeitsmodelle und Programme zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Was kann die Branche für mehr Diversität in Unternehmen tun?
Um die IT-Branche vielfältiger zu gestalten und Chancengleichheit zu fördern, sind meiner Meinung nach gezielte Maßnahmen erforderlich. Diese umfassen:
Frühzeitige Förderung: Mädchen und junge Frauen (gleichermaßen aber auch junge Männer) sollten bereits in der Schule und im Studium für MINT-Fächer begeistert werden. Schulungen, Praktika und Workshops bieten Einblicke in die spannenden Karrieremöglichkeiten der IT.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Vorbildfunktion: Erfolgreiche Frauen in der IT sollten sichtbarer gemacht werden. Vorbilder helfen dabei, stereotype Vorstellungen zu überwinden und jungen Frauen zu zeigen, dass sie in der Branche erfolgreich sein können.
Inklusive Unternehmenskultur: Eine Arbeitskultur, die Vielfalt fördert, ist entscheidend. Flexible Arbeitsmodelle, faire Bezahlung und gezielte Förderprogramme tragen dazu bei, dass sich alle Mitarbeitenden unabhängig von Geschlecht oder Herkunft wohlfühlen.
Mentoring und Netzwerke: Der Austausch zwischen erfahrenen IT-Fachkräften und Nachwuchstalenten durch Mentoring-Programme und Netzwerke unterstützt Frauen dabei, sich in der Branche zu etablieren und ihre Karrierechancen zu verbessern.
Der Fachkräftemangel in der IT, besonders in der Cyber Security, bleibt ein drängendes Problem. Um dieses zu bewältigen, müssen wir verstärkt auf Diversität und Chancengleichheit setzen. Frauen sind in der IT noch immer unterrepräsentiert, und es liegt in der Verantwortung der gesamten Branche, ein inklusives Umfeld zu schaffen.
Diversität ist nicht nur ein gesellschaftlicher Imperativ, sondern auch ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Nur durch vielfältige Teams kann die IT-Branche die Herausforderungen der Zukunft meistern und gleichzeitig die Innovation vorantreiben.
Diversität ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit – und die Zeit zu handeln ist jetzt.
Christian Gäbel ist Teil der Geschäftsführung bei der pco GmbH & Co. KG, Gründer des Deutschen Incident Response-Teams (DIRT) und verantwortlich für die strategische Ausrichtung des Geschäftsbereiches Cyber Security und des Deutschen IT-Security Kongresses