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Phishing E-Mail-Sicherheit: Gesundheitseinrichtungen nehmen Gefahren nicht ernst genug

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Vier von fünf Gesundheitseinrichtungen sind nicht ausreichend vor Bedrohungen wie Phishing geschützt. Techniken für die E-Mail-Sicherheit werden zu selten eingesetzt.

(Bild:  FAMILY STOCK / Adobe Stock)
(Bild: FAMILY STOCK / Adobe Stock)

Ohne E-Mail geht es heutzutage nicht mehr. Doch laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist etwa jede dritte Mail ein Phishing-Versuch. Beim Phishing versuchen Cyberkriminelle den Empfänger dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben – und so an Anmeldedaten oder vertrauliche Unternehmensinformationen zu kommen. Oft wird auch versucht, den Rechner mit Malware zu infizieren. Das Thema E-Mail-Sicherheit sollte daher ganz oben auf der IT-Security-Agenda von Gesundheitseinrichtungen stehen.

Doch die Praxis sieht anders aus: Einer Untersuchung des E-Mail-Sicherheitsanbieters EasyDMARC zufolge haben weniger als zwei Drittel der Gesundheitseinrichtungen grundlegende Schutzmaßnahmen gegen Phishing implementiert. Die Studie untersuchte die Sicherheitsrichtlinien von 100 führenden Gesundheitseinrichtungen weltweit. Sie ergab, dass nur 62 Prozent der untersuchten Organisationen Sicherheitsrichtlinien zur Kennzeichnung, Meldung und Entfernung von Phishing-Mails korrekt umgesetzt und konfiguriert haben. 

DMARC

DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) ist ein offenes E-Mail-Authentifizierungs-Protokoll, das Mails auf Domain-Ebene schützt. DMARC prüft vor der Zustellung die Echtheit einer Mail – ähnlich wie ein Türsteher in einem Club die Gäste vor dem Einlass. Das Protokoll erkennt und verhindert Spoofing-Techniken, die bei E-Mail-Angriffen wie Phishing oder Business E-Mail Compromise (BEC) eingesetzt werden. DMARC baut auf den beiden Standards Sender Policy Framework (SPF) und Domain Keys Identified Mail (DKIM) auf. 

E-Mail-Sicherheit mit dem DMARC-Standard

Die Umfrage untersuchte den Einsatz des Standards DMARC in Unternehmen der Gesundheitsbranche. 55 Prozent der Einrichtungen, die DMARC implementiert haben,  verwenden jedoch eine Richtlinie mit niedriger Sicherheitsstufe. Diese erlaubt es, das verdächtige E-Mails den Posteingang erreichen und der Anwender lediglich eine Meldung darüber erhält. Nur 13 Prozent der Organisationen haben ein höheres Sicherheitsniveau, bei dem verdächtige E-Mails im Junk-Ordner unter Quarantäne gestellt werden, so dass die Benutzer entscheiden können, ob die E-Mails tatsächlich nicht vertrauenswürdig sind.  

90 Prozent aller Cyberangriffe beginnen mit einer Phishing-E-Mail.

Gerasim Hovhannisyan, EasyDMARC

Von den 62 Prozent der Organisationen, die den DMARC-Standard verwenden, haben nur 32 Prozent die strengste Richtlinie eingeführt. Bei dieser Regel werden E-Mails, die die Authentifizierungsprüfung nicht bestehen, sofort zurückgewiesen, um Unternehmen vor potenziellem Schaden zu schützen. Dies bedeutet, dass von den 100 untersuchten Organisationen lediglich eine von fünf Einrichtungen vollständig vor Phishing-Mails geschützt ist.

„Trotz der zunehmend technischen und digitalen Welt, in der wir leben, ist für Cyberkriminelle keine Methode so einfach und effektiv wie die Phishing-E-Mail“, erklärt Gerasim Hovhannisyan, CEO von EasyDMARC. Und ergänzt: „90 Prozent aller Cyberangriffe beginnen mit einer Phishing-E-Mail.“ 

Für eine so wichtige Branche wie das Gesundheitswesen sei die Installation von E-Mail-Authentifizierungs-Maßnahmen ein absolutes Muss, und „die Anbieter erweisen sich selbst einen schlechten Dienst, wenn sie dies ignorieren. Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind ständig damit beschäftigt, sich um Patienten zu kümmern und wichtige Dienstleistungen zu erbringen. Unabhängig davon, wie gut sie geschult sind, wird es immer die Möglichkeit menschlicher Fehler geben.“ 

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