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IT-Infrastruktur Edge Computing – ein Sprungbrett für neue Geschäftsmodelle

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Lange Zeit wurde Edge Computing mit der Smart Factory verbunden. Doch die Verarbeitung von Daten direkt dort, wo sie entstehen, ist heute für alle Branchen wichtig. Unternehmen aus dem Gesundheits- und Finanzwesen, Handel, Versorgungs- und Verkehrssektor sollten die Chance für neue Geschäftsmodelle nicht verpassen.

Durch die Auswertung medizinischer Daten mithilfe von Edge Computing können Krankenhäuser personalisierte und präventive Behandlungsmethoden entwickeln.(Bild: Solskin/DigitalVision - Getty Images)
Durch die Auswertung medizinischer Daten mithilfe von Edge Computing können Krankenhäuser personalisierte und präventive Behandlungsmethoden entwickeln.
(Bild: Solskin/DigitalVision - Getty Images)

Nicht nur in der modernen Fertigung fallen täglich riesige Datenmengen an – auch Krankenhäuser, Finanzinstitute, Einzelhändler, Versorgungsunternehmen und Logistiker wollen und müssen die Informationen, die durch die zunehmende Digitalisierung entstehen, gewinnbringend nutzen. Müssen die Daten jedoch erst in zentrale Rechenzentren oder in die Cloud übertragen werden, vergeht wertvolle Zeit. Intelligente Anwendungen leben von der Verarbeitung in Echtzeit und verzeihen keine langen Latenzzeiten. Immer mehr Unternehmen und Organisationen denken daher über Investitionen in Edge Computing nach. Der Datenzugriff in Echtzeit ist aber nur ein Aspekt – laut der Studie „2023 Edge Advantage“ wollen die weltweit befragten Firmen die Themen Automatisierung und KI vorantreiben und so die betriebliche Effizienz verbessern. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Edge Computing für alle Branchen interessant ist, auch wenn jede Branche andere Ziele verfolgt.

Datenverarbeitung über Edge: Gesundheit, Finanzen und Handel

Gesundheit: Durch die unmittelbare Auswertung medizinischer Daten vor Ort, beispielsweise durch den Einsatz von Wearables, können Krankenhäuser und andere Gesundheitsdienstleister innovative, personalisierte und präventive Behandlungsmethoden entwickeln und umsetzen. Medizinische Geräte können etwa Vitalparameter direkt am Patientenbett überwachen und verarbeiten, was zu schnelleren Reaktionszeiten in Notfällen führt. Kommt zusätzlich ein Pflegeroboter zum Einsatz, wird das Personal von Routinearbeiten entlastet und kann sich auf die medizinische und soziale Betreuung konzentrieren.

Finanzen: Banken setzen Edge Computing zur Überwachung von Geldautomaten ein. Die Technologie meldet, wenn der Bargeldvorrat zur Neige geht oder Randalierer den Automaten umwerfen, und erkennt Betrugsversuche durch Videokameras und Verhaltensanalysen. Durch die Auswertung der Daten direkt vor Ort können die Geldinstitute schnell auf Sicherheitsbedrohungen aller Art reagieren und so finanzielle Verluste vermeiden. Da viele Geldautomaten über Mobilfunk angebunden sind, hilft Edge Computing, die Bandbreitenkosten zu senken und eine zuverlässige Transaktionsverarbeitung vor Ort zu gewährleisten.

Handel: Auch in Geschäften fallen heute riesige Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen wie Kassensystemen, Lagerbeständen oder Überwachungskameras an. Der Edge-Ansatz ermöglicht die sofortige Analyse wichtiger Daten, um dringende Probleme schnell zu lösen und langfristige Verkaufstrends für Geschäftspotenziale aufzudecken. Auf diese Weise können Einzelhändler maßgeschneiderte Angebote und Empfehlungen direkt im Geschäft anbieten, die auf den aktuellen Einkaufsgewohnheiten und Vorlieben der Kunden basieren. Die Überwachung und Analyse des Lagerbestands in Echtzeit optimiert zudem die Nachbestellungen und die Verfügbarkeit der Produkte.

Datenverarbeitung über Edge Computing: Versorgung und Verkehr

Versorgung: Unternehmen der Energie-, Wasser- und Abfallwirtschaft müssen in der Lage sein, schnell auf dynamische Änderungen der Nachfrage zu reagieren und gleichzeitig geografisch verteilte Standorte abzudecken. Ein Wasserversorgungsunternehmen beispielsweise nutzt Edge Computing, um eine 360-Grad-Transparenz über den Betrieb seiner Infrastruktur zu erhalten. Dazu gehören auch unbemannte Pumpstationen, die rund um die Uhr in Betrieb sind und überwacht werden müssen. So kann der Versorger eine mögliche Wasserknappheit erkennen und in Echtzeit reagieren. Sensoren überwachen und steuern zudem die Infrastruktur, um Lecks oder andere Probleme sofort zu erkennen und zu beheben.

Verkehr: Autonome Fahrzeuge sind auf die Erfassung und Auswertung von Echtzeitdaten über Verkehr, Fußgänger, Straßenschilder und Ampeln angewiesen. Edge Computing ermöglicht die Verarbeitung relevanter Informationen direkt im Auto oder Lkw, was die Zuverlässigkeit sowie Sicherheit erhöht und neue Services wie intelligent gesteuerte Lieferketten erst möglich macht. Die Echtzeitverfolgung und -analyse optimiert die Routenplanung und Wartung, beides sind relevante Punkte im Flottenmanagement.

Edge Computing und künstliche Intelligenz als Innovationstreiber

Oliver Köth ist Chief Technology Officer bei NTT Data DACH.(Bild:  NTT Data)
Oliver Köth ist Chief Technology Officer bei NTT Data DACH.
(Bild: NTT Data)

Oliver Köth, Chief Technology Officer für DACH bei NTT Data, einem Anbieter von innovativen Business- und Technologie-Services, erläutert: „Edge Computing in Kombination mit künstlicher Intelligenz ist ein wichtiger Innovationstreiber. Unternehmen, die das Potenzial dieser Technologie erkennen, sichern sich handfeste Wettbewerbsvorteile. Wir werden in den nächsten Jahren eine Vielzahl neuer Anwendungen sehen, die Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen beeinflussen werden. Die erfolgreiche Implementierung von Edge Computing erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und Umsetzung. Unternehmen und Organisationen müssen technologische, organisatorische und sicherheitsrelevante Aspekte im Blick haben, um die Vorteile von Edge Computing voll ausschöpfen zu können.“

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