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 Wettbewerbsfähigkeit steigern Effizienzsteigerung durch KI: So nutzen KMU das volle Potenzial

Ein Gastbeitrag von Josep Prat 6 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz sorgt durch die Veränderung der Softwareentwicklung für eine Effizienzsteigerung für kleine und mittelständische Unternehmen. Und sie hat – bei rechtzeitigem und richtigem Einsatz – weitreichende Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit.

(Bild:  AI_Imaginator – stock.adobe.com)
(Bild: AI_Imaginator – stock.adobe.com)

Die zunehmende Verbreitung von Generativer Künstlicher Intelligenz (GKI) transformiert nicht nur etablierte Branchen, sondern bietet auch Startups und kleinen bis mittleren Unternehmen (KMU) die Chance, sich durch agile Vorgehensweisen hervorzuheben, repetitive Aufgaben zu automatisieren und ihre Produktivität zu steigern. Für KMU, denen begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, ist eine technologisch orientierte Effizienzsteigerung essenziell, stellt sie doch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar.

Die Möglichkeiten der Effizienzsteigerung durch KI für KMU

Durch strategische Ansätze können KMU und Startups nicht nur ihre Effizienz steigern, sondern auch ein agiles Umfeld schaffen, innerhalb dessen sie sich schnell an Veränderungen in der Branche anpassen.

  • Zugänglichkeit von KI-Technologien:

    Probleme, die ursprünglich komplex und kostspielig waren, sind dank Cloud-Lösungen und Open-Source-Tools für kleine Unternehmen zugänglich geworden. Unternehmen wie OpenAI, Google und GitHub bieten KI-Plattformen an, die es allen ermöglichen, datengestützte Lösungen zu entwickeln. Startups können kreative Lösungen entwickeln, ohne in teure Infrastrukturen investieren zu müssen und haben einen Zugang zu ähnlichen Technologien wie große Unternehmen.

  • Skalierbarkeit von Anwendungen:

    KI-gestützte Entwicklungsmöglichkeiten erlauben es Unternehmen, ihre Software effizient und skalierbar zu entwickeln. Der Entwicklungszyklus kann optimiert und die Zeit bis zur Markteinführung reduziert werden. KI kann in verschiedenen Bereichen unterstützen, wie etwa bei der Codierung, Erstellung von Prototypen oder Überprüfung von Bewertungen. In einem Markt, in dem Innovationsgeschwindigkeit oft den Unterschied ausmacht, ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

  • Personalisierung und Kundenzufriedenheit:

    KI-gestützte Analysen ermöglichen es kleinen Unternehmen, das Verhalten ihrer Kunden besser zu verstehen und individuell zugeschnittene Angebote zu machen. Diese Fähigkeit fördert nicht nur die Kundenbindung, sondern eröffnet auch neue Einnahmequellen durch maßgeschneiderte Dienstleistungen. Die Möglichkeit, persönliche Beziehungen zu Kunden aufzubauen und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, kann kleinen Unternehmen helfen, sich wirksam von großen, unpersönlichen Anbietern abzugrenzen.

Der Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit

Der Einsatz von KI hat weitreichende Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Unternehmen:

  • Innovationsförderung:

    KI-gestützte Datenanalysen, die Einblicke in Markttrends und Kundenverhalten ermöglichen, fördern innovative Produktentwicklungen. Startups können mithilfe datengestützter Entscheidungen flexibler auf Kundenfeedback reagieren und neue Ideen schneller testen. Dies führt nicht nur zu schnelleren Markteinführungen, sondern auch zu einer besseren Anpassungsfähigkeit in dynamischen Märkten.

  • Effiziente Ressourcennutzung:

    Durch den Einsatz von KI und Datenanalyse können KMU ihre Ressourcen effizienter nutzen. Die Automatisierung von administrativen Aufgaben und Optimierung logistischer Abläufe ermöglichen es kleinen Unternehmen, ihre Kapazitäten zu erhöhen, ohne die Betriebskosten unverhältnismäßig zu steigern. Dieser Aspekt kann kleinen Unternehmen den nötigen Spielraum verschaffen, um innovative Projekte voranzutreiben, selbst wenn das Budget beschränkt ist.

  • Zielgerichtetes Marketing:

    KI-Tools ermöglichen die Optimierung von Marketingstrategien und helfen kleinen Unternehmen, Kampagnen effektiv zu planen und die richtige Zielgruppe zur richtigen Zeit anzusprechen. Diese präzise Ansprache führt nicht nur zu besseren Ergebnissen, sondern steigert auch den Return on Investment (ROI). Durch das Erkennen und Ansprechen spezifischer Kundenbedürfnisse gelingt es kleinen Unternehmen, sich im Wettbewerb mit großen Konzernen hervorzuheben.

Herausforderungen und ethische Fragestellungen

Aber es gibt nicht nur positive Aspekte. Mit der zunehmenden Nutzung von KI in Softwareentwicklungsprojekten stehen KMU und Startups vor neuen Herausforderungen in Bezug auf Lizenzierung und Urheberrecht, insbesondere bei der Verwendung von Open-Source-Technologien. Heutzutage werden die meisten KI auf Open-Source-Projekten (OSS) trainiert, da sie ohne die mit proprietärer Software verbundenen Einschränkungen zugänglich sind. Dies ist sozusagen eine perfekte Kombination. Es bietet der KI eine ideale Trainingsumgebung mit Zugang zu einer riesigen Menge von Standard-Codebasen, die in Infrastrukturen auf der ganzen Welt eingesetzt werden. Jedoch hat die Integration von KI in OSS die Lizenzierung erschwert. 

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Allgemeine öffentliche Lizenzen (GPL) sind eine Reihe weit verbreiteter Lizenzen für freie Software (es gibt auch andere, die permissiver sind) oder sogenannte Copyleft-Lizenzen, die den Endanwendern Freiheiten garantieren in Ausführung, Analyse, gemeinsamer Nutzung und Änderung der Software. Unter diesen Lizenzen muss jede Änderung der Software unter derselben Software Lizenz veröffentlicht werden. Wenn ein Code unter der GPL lizenziert ist, muss jede Änderung daran ebenfalls unter der GPL lizenziert werden.

Hier liegt das Problem. Solange nicht völlig transparent ist, wie die Software ausgebildet wurde, ist es unmöglich, sicher zu sein, dass die entsprechenden Lizenzierungsanforderungen erfüllt sind oder wie man sie überhaupt lizenzieren kann. Daher ist die Rückverfolgbarkeit von entscheidender Bedeutung, wenn Urheberrechtsverletzungen und andere rechtliche Komplikationen vermieden werden sollen. Die Schaffung neuer Lizenzen und Gesetze rund um die Rolle der KI in der Softwareentwicklung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. KMU müssen sich den Herausforderungen stellen und sich mit Fragen zu Datenschutz, Ethik und der rechtlichen Haftung von KI-generierten Inhalten auseinandersetzen. Die Verantwortung für KI-gestützte Entscheidungen sollte klar definiert sein, um potenzielle rechtliche Probleme zu vermeiden. Zudem müssen Unternehmen transparent kommunizieren, inwiefern sie Daten nutzen, um das Vertrauen ihrer Kunden zu gewinnen und zu bewahren.

Strategien für eine erfolgreiche KI-Implementierung und Effizienzsteigerung

Um das volle Potenzial von KI und datenbasierten Ansätzen auszuschöpfen, sollten KMU und Startups folgende Schritte in Betracht ziehen:

  • Investition in Weiterbildung:

    Es ist entscheidend, die Mitarbeiter in den Bereichen KI und Datenanalyse fortzubilden. Dies kann durch interne Schulungsprogramme oder durch externe Kurse geschehen, um sicherzustellen, dass das Team die notwendigen Fähigkeiten entwickelt, um KI-Technologien effektiv zu nutzen.

  • Experimentieren mit Pilotprojekten:

    Kleine Unternehmen sollten bereit sein, durch Pilotprojekte zu experimentieren, um zu testen, welche KI-Anwendungen am besten zu ihren Bedürfnissen passen. Diese Projekte ermöglichen es, Risiken zu minimieren und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, bevor umfassende Investitionen getätigt werden.

  • Aufbau eines ethischen Rahmens:

    KMU sollten sich aktiv mit den ethischen Fragestellungen der KI-Nutzung auseinandersetzen und einen klaren Rahmen definieren, der den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz sicherstellt. Transparente Kommunikation und die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien sind dabei von größter Bedeutung.

Erste Schritte für Startups und KMUs

  • Bedarfsanalyse durchführen:

    Unterziehen Sie Ihre derzeitigen Prozesse einer gründlichen Analyse, um zu bestimmen, wo KI-Technologien den größten Nutzen bringen können. Identifizieren Sie spezifische Probleme oder Engpässe in Ihrem Entwicklungsprozess, die durch KI optimiert werden könnten, wie z. B. die Automatisierung von Routineaufgaben oder Verbesserung der Datenanalyse.

  • Mitarbeiterschulungen anbieten:

    Investieren Sie in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter, um deren Verständnis und Fähigkeiten im Umgang mit KI-Tools zu verbessern. Es gibt zahlreiche Online-Kurse und Zertifikate, die verschiedene Aspekte der Künstlichen Intelligenz und Datenanalyse behandeln. Hackathons sind ein gutes Mittel, um Mitarbeiter mit KI-Tools und -Technologien vertraut zu machen.

  • Pilotprojekt initiieren:

    Starten Sie mit einem kleinen Pilotprojekt, um KI-­Technologien zu testen. Wählen Sie einen Bereich, in dem Sie deutliche Ergebnisse erwarten, und implementieren Sie eine überschaubare Lösung. Beispielsweise könnten Sie einen KI-gestützten Chatbot für den Kundenservice einführen, um die Reaktionszeiten zu verbessern.

  • Dateninfrastruktur optimieren:

    Stellen Sie sicher, dass Ihre Daten gut strukturiert und zugänglich sind. Investieren Sie in Datenmanagement-Tools, die Ihnen helfen, qualitativ hochwertige Daten zu sammeln, zu speichern und zu analysieren. Viele KI-Anwendungen erfordern qualitativ hochwertige Daten, um genaue Ergebnisse zu liefern.

  • Zusammenarbeit mit Technologiepartnern:

    Suchen Sie nach Partnerschaften mit Technologieanbietern oder Anbietern von KI-Lösungen. Diese können Ihnen helfen, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und stellen wertvolles Fachwissen bereit. Es könnte auch helfen, sich lokalen oder branchenbezogenen Innovationsnetzwerken anzuschließen.

  • Interne Feedbackschleifen etablieren:

    Implementieren Sie Feedback-Mechanismen, um die Leistung Ihrer KI-Anwendungen kontinuierlich zu bewerten. Nutzen Sie das Feedback sowohl von Ihren Mitarbeitenden als auch von Ihren Nutzern, um die Technologie anzupassen und weiterzuentwickeln.

  • Erfolg messen und anpassen:

    Definieren Sie klare KPIs (Key Performance Indicators), um den Erfolg Ihrer KI-Initiativen zu messen. Dies könnte die Effizienzsteigerung, die Kundenzufriedenheit oder die Umsatzentwicklung umfassen. Basierend auf den Ergebnissen sollten Sie bereit sein, Anpassungen vorzunehmen.

  • Analyse und Auswahl geeigneter Trainingsmodelle:

    Analysieren Sie die verschiedenen Trainingsmodelle und wählen Sie das richtige Modell für Ihre Problemstellung aus. Dies wird Ihnen helfen, die passenden Ansätze für Ihre spezifischen Anforderungen zu identifizieren.

  • Skalierung der Lösung:

    Wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist, planen Sie die schrittweise Einführung in anderen Bereichen des Unternehmens oder die Ausweitung auf weitere Anwendungen. Prüfen Sie, wie Sie die Integration von KI in Ihren gesamten Softwareentwicklungs-Lebenszyklus einbeziehen können.

EffizienzsteigerungJosep Prat 
ist Engineering Director of Streaming bei Aiven.

Bildquelle: Aiven