DB Podcast

KI-Strategie Einsatz von KI: IT-Entscheider vertrauen KI-Algorithmen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wie eine neue Studie von F5 zeigt, vertrauen 96 Prozent der IT-Entscheider Algorithmen wichtige Aufgaben an. KI übernimmt dabei geschäftskritische Aufgaben wie die Optimierung von Performance, Kosten und Sicherheit. Aber der Einsatz von KI bringt einige Herausforderungen mit sich.

(Bild: Angelov/Adobe Stock)
(Bild: Angelov/Adobe Stock)

Der neue „State of Application Strategy Report 2025“ (SOAS) von F5 belegt, dass der Einsatz von KI in Unternehmen zum operativen Standard geworden. Demnach vertrauen 96 Prozent der rund 600 befragten IT-Entscheider Algorithmen wichtige Aufgaben an. Im Jahr 2023 lag der Anteil bei nur 25 Prozent. Der Einsatz von KI in Unternehmen erfolgt zunehmend für geschäftskritische Aufgaben ein: 72 Prozent wollen damit App-Performance verbessern, 59 Prozent Kosten senken und Sicherheitsregeln automatisiert anwenden, um etwa Zero-Day-Schwachstellen zu beheben. Bereits 50 Prozent nutzen KI-Gateways zur Anbindung von Anwendungen an KI-Tools; weitere 40 Prozent planen dies kurzfristig. Hauptziele der Gateways sind Schutz und Verwaltung von Modellen (62 Prozent), zentrale Steuerung (55 Prozent) und Vermeidung von Datenlecks (55 Prozent).

Die größten Herausforderungen beim Einsatz von KI

Auch wenn der Einsatz von KI in Betriebsprozessen zunimmt, deckt der Report einige anhaltende Herausforderungen auf: 96 Prozent sorgen sich um Sicherheitsrisiken, 60 Prozent kämpfen mit manuellen Prozessen, 54 Prozent mit fehlenden KI-Fachkräften. 48 Prozent der befragten IT-Entscheider nennen hohe Kosten für KI-Workloads als Problem, gegenüber 42 Prozent im letzten Jahr. Ein steigender Anteil der Befragten sagt auch, dass sie keine skalierbaren Datenprozesse haben (39 Prozent gegenüber 33 Prozent im Jahr 2024) sowie den KI-Ergebnissen aufgrund möglicher Verzerrungen oder Halluzinationen nicht trauen (34 Prozent gegenüber 27 Prozent im Jahr 2024). Allerdings beschweren sich weniger über die Qualität ihrer Daten (48 Prozent gegenüber 56 Prozent).

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer bei F5.(Bild:  F5)
Lori MacVittie ist Distinguished Engineer bei F5.
(Bild: F5)

APIs stellen ein weiteres Problem dar, so 58 Prozent der Befragten. Einige IT-Teams verbringen bis zur Hälfte ihrer Zeit mit der Verwaltung komplexer Konfigurationen, die zahlreiche APIs und Sprachen umfassen. Als zeitaufwändigste Aufgaben bei der Automatisierung gelten der Umgang mit Anbieter-APIs (31 Prozent), individuelle Skripte (29 Prozent) und die Integration mit Ticketing- und Managementsystemen (23 Prozent). 

Lori MacVittie, Distinguished Engineer bei F5, erklärt: „Unternehmen müssen Abläufe vereinfachen und standardisieren. Dabei können KI-Systeme autonom Richtlinien entwickeln und bereitstellen oder Workflow-Probleme lösen. So hilft auch der Einsatz von KI mit, die Komplexität zu reduzieren.“

Hybride App-Bereitstellung setzt sich durch

Laut dem Report setzen 94 Prozent der Unternehmen auf hybride App-Bereitstellung – verteilt auf SaaS, Public und Private Cloud, On-Premises, Edge und Colocation. Damit werden unterschiedliche Anforderungen an Skalierbarkeit, Kosten und Compliance erfüllt. Entsprechend sehen die meisten Führungskräfte hybride Umgebungen als entscheidend für ihre betriebliche Flexibilität an. Als wichtigsten Vorteil der Nutzung mehrerer Clouds nennen 91 Prozent die Anpassungsfähigkeit an wechselnde Geschäftsanforderungen, gefolgt von verbesserter Anwendungsstabilität (68 Prozent) und Kosteneffizienz (59 Prozent). Auch bei KI-Modellen setzt sich der hybride Ansatz durch: 51 Prozent wollen sie sowohl in Cloud- als auch in lokalen Umgebungen nutzen.

Jedoch haben 79 Prozent in letzter Zeit mindestens eine App aus der Public Cloud zurückverlagert – wegen Kosten, Sicherheit und Planbarkeit. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 13 Prozent vor vier Jahren und unterstreicht die Bedeutung der Flexibilität. Als Herausforderungen bei hybriden Modellen sehen Unternehmen vor allem inkonsistente Bereitstellungsrichtlinien (53 Prozent) und fragmentierte Sicherheitsstrategien (47 Prozent).

Einsatz von KI: Aufbau programmierbarer IT-Umgebungen

Für die Zukunft empfiehlt der SOAS-Report, dass sich Unternehmen auf den Aufbau programmierbarer IT-Umgebungen konzentrieren sollten, welche die Bereitstellung von Anwendungen und Sicherheitsrichtlinien standardisieren und automatisieren. Damit können sie das volle Potenzial von KI ausschöpfen.

Die Studie sagt voraus, dass der Einsatz von KI bis 2026 von isolierten Aufgaben zur Orchestrierung von End-to-End-Prozessen übergehen wird. Dies ist eine Entwicklung hin zur vollständigen Automatisierung innerhalb von IT-Betriebsumgebungen. Plattformen mit natürlichsprachlichen Schnittstellen und programmierbaren Funktionen werden zunehmend traditionelle Management-Konsolen ersetzen und IT-Workflows mit neuartiger Präzision rationalisieren.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung