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Vertrauen in künstliche Intelligenz Einsatz von KI: Wie Mitarbeiter lernen, der KI zu vertrauen

Ein Gastbeitrag von Simon Hayward 3 min Lesedauer

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Die meisten Unternehmen stehen künstlicher Intelligenz inzwischen offen gegenüber, aber bei der praktischen Nutzung gibt es noch Nachholbedarf. Wichtig ist, dass der Einsatz von KI durch Mitarbeiter im Arbeitsalltag erfolgt.

(Bild:  © growth.ai/stock.adobe.com)
(Bild: © growth.ai/stock.adobe.com)

Nahezu jedes große Unternehmen experimentiert heute in irgendeiner Form mit KI. Trotzdem bleibt es schwierig, die Technologie in den Arbeitsalltag zu integrieren. Was steht dem im Weg? Zweifel an der Genauigkeit generativer KI, Unsicherheit über den sinnvollen Einsatz von KI und die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz bremsen die Akzeptanz. Es fehlt schlicht an Vertrauen.

Diese Vertrauenslücke verhindert, dass Unternehmen das volle Potenzial intelligenter Automatisierung ausschöpfen. Vertrauen in KI entsteht ähnlich wie Vertrauen in Menschen: Sobald klar ist, dass sie verlässlich arbeiten, lässt die Kontrolle nach und mehr Aufgaben lassen sich automatisieren. Wie lässt sich dieses Vertrauen fördern? Indem Unternehmen Ängste vor Jobverlust ernst nehmen, den Nutzen von KI durch konkrete Ergebnisse belegen und menschliche Kontrolle sichtbar und glaubwürdig erhalten.

Einsatz von KI: Ängste ernst nehmen

Bevor Vertrauen in KI entstehen kann, müssen grundlegende Sorgen offen benannt werden. Dazu gehört vor allem die Angst, durch automatisierte Systeme den Arbeitsplatz zu verlieren. Laut einer aktuellen Studie des Social and Language Technologies Lab (SALT) der Stanford University rechnet rund ein Viertel der Befragten damit, dass KI den eigenen Job übernehmen könnte. Vertrauen beginnt damit, wie Menschen sich fühlen und viele Menschen haben Angst, überflüssig zu werden.

Entscheidend ist die Frage, ob KI eine Person ersetzt oder lediglich einzelne Aufgaben übernimmt. Wer davon ausgeht, dass ganze Stellen durch KI wegfallen, überschätzt häufig die tatsächlichen Fähigkeiten der Technologie. Zwar lassen sich Prozesse automatisieren, aber das reicht nicht aus, um daraus vollwertige Rollen oder Berufe zu formen. Fachwissen, Erfahrung und die Fähigkeit zur Koordination bleiben unerlässlich. Genau hier stößt KI nach wie vor an ihre Grenzen.

Einsatz von KI: Vorteile sichtbar machen

Mitarbeiter vertrauen KI nicht von Anfang an. Dieses Vertrauen entsteht, wenn sie die Technologie selbst erleben und sehen, dass sie funktioniert. Der Prozess ähnelt dem Aufbau von Vertrauen zwischen Menschen: Sobald klar ist, dass eine Aufgabe zuverlässig erledigt wird, entfällt die ständige Kontrolle.

Ein möglicher Einstieg ist ein Pilotprojekt, bei dem bestehende Arbeitsabläufe mit KI-gestützten Varianten verglichen werden. Ein Beispiel: Auf eine veröffentlichte Stellenanzeige gehen 500 Bewerbungen ein. Statt die KI-Rekrutierungssoftware alle Bewerbungen analysieren zu lassen, bearbeitet sie nur 50 davon. Gleichzeitig sichtet ein HR-Team dieselben 50 Bewerbungen. Stimmen die Top-Drei-Vorschläge überein, stärkt das das Vertrauen in die Technologie. Je öfter solche Übereinstimmungen auftreten, desto höher fällt die Akzeptanz aus.

Sinnvoll ist ein schrittweises Vorgehen: zuerst Anwendungen mit geringem Risiko, dann komplexere Einsatzfelder. Mit zunehmender Erfahrung nutzen Mitarbeitende die Systeme zunehmend selbstverständlich und geben ihr Wissen an andere weiter. Werden die Ergebnisse der KI als verlässlich und nachvollziehbar erlebt, steigt die Bereitschaft, sie dauerhaft in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Sichere Einbindung der Mitarbeiter in KI-Tools

Einige Beschäftigte zögern, ihren KI-Einsatz offen zu machen. Sie fürchten, dass ihre Arbeit als weniger authentisch wahrgenommen wird. Häufig entsteht Unsicherheit, weil unklar bleibt, was KI tatsächlich leisten kann und was nicht. Führungskräfte sollten diese Bedenken ernst nehmen und zeigen, welchen konkreten Nutzen die Technologie im Arbeitsalltag bringen kann. Persönliche Effizienzgewinne stärken das Vertrauen in den eigenen Beitrag und fördern die Offenheit im Team.

Es genügt nicht, die Nutzung von Tools wie ChatGPT einfach zu erlauben. Besser ist es, gezielt nach bisherigen Erfahrungen zu fragen. Welche Prompts wurden genutzt, welche Ergebnisse erzielt, in welchen Bereichen hat sich der Einsatz bewährt? Frühzeitige Einbindung und verständliche Erläuterungen der Systemgrenzen fördern die Akzeptanz. Mitarbeitende müssen verstehen, welche Aufgaben automatisiert werden und wo menschliche Kontrolle weiterhin erforderlich ist. Entscheidend ist beim Einsatz von KI nicht nur Transparenz, sondern auch ein echtes Verständnis für die Perspektive der Mitarbeiter

Simon Hayward FreshworksSimon Hayward
ist Manager und VP of Sales International bei Freshworks.

Bildquelle: Freshworks

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