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Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Elektronische Patientenakte: Knappe Fristen gefährden die Akzeptanz

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Am 15. Januar soll die elektronische Patientenakte (ePA) für alle starten. Eine Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigt, dass Krankenhäuser bislang jedoch nur wenig vorbereitet sind.

(Bild:  Gabi D / Adobe Stock)
(Bild: Gabi D / Adobe Stock)

Ab dem kommenden Jahr beginnt für rund 73 Millionen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland die Einführung der ePA. Die elektronische Patientenakte soll den Austausch und die Nutzung von Gesundheitsdaten zwischen allen behandelnden Leistungserbringern verbessern und so gezielt die Versorgung von Patienten unterstützen.

Elektronische Patentenakte (ePA): So sieht der Fahrplan für die Einführung aus.(Bild:  Bundesministerium für Gesundheit)
Elektronische Patentenakte (ePA): So sieht der Fahrplan für die Einführung aus.
(Bild: Bundesministerium für Gesundheit)

Die ePA wird zunächst in zwei Modellregionen ausgerollt. Danach ist die „ePA für alle“ deutschlandweit nutzbar. Von Beginn an sind Medikationslisten, Arzt- und Befundberichte in der ePA einsehbar. Später kommen noch der digitale Medikationsprozess (ab Sommer 2025) und Laborbefunde (ab Anfang 2026) dazu.

Zu kurze Fristen für die Einführung

Den deutschen Krankenhäusern müsse mehr Zeit zur Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) eingeräumt werden. Das ergab eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Der Krankenhausverband fordert, die Pilotphase zur Einführung der ePA über den 15. Februar 2025 zu verlängern.

Nur knapp die Hälfte der Krankenhäuser geht davon aus, dass die Hersteller der Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) dieModule für die elektronische Patientenakte bis zum Ende des ersten Quartals 2025 liefern können. Ebenfalls die Hälfte der Krankenhäuser schätzt die Dauer des Roll-outs auf drei Monate bis zu einem Jahr ein. 

Vor diesem Hintergrund stuft sich auch mehr als die Hälfte der Krankenhäuser als technisch gut (45 Prozent) oder sehr gut (9 Prozent) auf die Einführung der ePA vorbereitet ein. Doch 34 Prozent der Kliniken gaben aber an, dass sie nur wenig vorbereitet seien.

Der Minister muss jetzt auch für die Krankenhäuser Klarheit schaffen und die Pilotphase ausreichend verlängern.

Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)

„Das Bundesgesundheitsministerium ist bereits den KIS-Herstellern entgegengekommen und hat sie frühestens zu Mitte Februar zur Bereitstellung der Technik verpflichtet. Der Minister muss jetzt auch für die Krankenhäuser Klarheit schaffen und die Pilotphase ausreichend verlängern“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß. Die ePA sei sinnvoll und könne die Versorgungsqualität verbessern. Dafür benötige es aber Akzeptanz bei Patienten genauso wie bei Krankenhäusern. „Diese Akzeptanz dürfen wir nicht durch technische oder organisatorische Probleme in der Startphase beschädigen.“

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