Die Integration von künstlicher Intelligenz in Unternehmensarchitekturen beeinflusst das Enterprise Architecture Management (EAM) tiefgreifend. KI kann Prozesse, Effizienz, Entscheidungsfindung und Automatisierung erheblich verbessern, bringt jedoch auch Herausforderungen bei Datenqualität, -integration und Sicherheit mit sich.
(Bild: pressfoto/Freepik)
Unternehmensarchitekten sehen sich heute mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, insbesondere dem Druck nach ständiger Innovation, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Das verlangt ein rasches und stetiges Wachstum der Unternehmensarchitektur sowie neue Methoden zu ihrer Steuerung. KI und maschinelles Lernen sind hierfür geeignete Werkzeuge. Ihr Einsatz hat sich bereits in anderen Branchen bewährt: KI kann große Datenmengen analysieren, Muster erkennen und daraus fundierte Schlüsse für die Entscheidungsfindung vorschlagen. Ihre Fähigkeit zur kontinuierlichen Verbesserung macht sie zu einem zentralen Instrument, das die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten und Entscheidungen treffen, grundlegend verändert.
So kann KI das Enterprise Architecture Management unterstützen
Enterprise Architecture Management (EAM) bietet zahlreiche Methoden und Tools, um die Architektur eines Unternehmens zu modellieren. Die Unternehmensarchitektur umfasst dabei alle Strukturen inklusive der Geschäftsprozesse, Anwendungen, Daten, IT-Infrastruktur und Stakeholder.
Unternehmensarchitekturen sind in den vergangenen Jahren umfangreicher und komplexer geworden, da Organisationen ihre IT-Landschaften um immer weitere Komponenten ergänzt haben. IT-Architekten müssen daher in der Lage sein, zukünftige Entwicklungen zu antizipieren, Veränderungen zügig umzusetzen und komplexe Datensätze gekonnt zu managen. KI unterstützt das EAM dabei, die komplexen IT-Landschaften zu verwalten und zu optimieren, Risiken zu minimieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Traditionell ist die Arbeit von Unternehmensarchitekten stark von manueller Dokumentation geprägt. Sie müssen die Architektur eines Unternehmens sowie dessen Prozesse, Anwendungen und Schnittstellen in einem zentralen Repository dokumentieren. Das erfordert einen erheblichen Aufwand, da die benötigten Informationen oft über verschiedene Systeme verteilt sind.
Beschleunigte Entscheidungsprozesse
KI kann diesen Prozess erheblich erleichtern, indem sie automatisch relevante Datenpunkte aus verschiedenen Quellen sammelt und diese einerseits dokumentiert und andererseits nutzt, um weitergehende Erkenntnisse abzuleiten, die dann das Enterprise Architecture Management verbessern können. Dadurch können sich Unternehmensarchitekten stärker auf die Analyse und strategische Nutzung der Informationen konzentrieren, anstatt sich mit der reinen Datenerhebung befassen zu müssen. Auch analytische Aufgaben lassen sich durch KI unterstützen, so etwa Mustererkennung in Datensätzen, das Aufbereiten von Analyseergebnissen und das Erstellen von Berichten sowie die Bereitstellung eines Dokumenten-Repository als Entscheidungsgrundlage für das Management. Das beschleunigt Entscheidungsprozesse und ermöglicht bessere Vorhersagen zukünftiger Entwicklungen.
Ein weiteres zentrales Anwendungsgebiet von KI im Enterprise Architecture Management ist die Schnittstellenanalyse, insbesondere bei der Überwachung und Auswertung von Kommunikationsprozessen zwischen verschiedenen Systemen oder Komponenten innerhalb einer Organisation. Die Analyse solcher Schnittstellen ist entscheidend für die Unternehmenssicherheit, das Notfallmanagement und die Business Continuity. Der Einsatz von KI ermöglicht, große Datenmengen effizient zu analysieren und so Verbesserungspotenziale schnell zu identifizieren. Zu den Aufgaben von Architekten gehört es, Abhängigkeiten innerhalb der Organisation aufzudecken, den Datenfluss zwischen Systemen zu analysieren, verwendete Technologien zu bewerten und die Frequenz der genutzten Schnittstellen zu ermitteln. KI kann hier dazu beitragen, die Komplexität zu reduzieren, Redundanzen in Datenbeständen zu erkennen und somit zu einer nachhaltigeren und effizienteren Datenverwaltung zu gelangen.
Unternehmen fit für den KI-Einsatz machen
KI in Unternehmen zu implementieren ist zwar grundsätzlich eine vielversprechende Entwicklung. Sie stellt jedoch auch neue Anforderungen an das EAM. Der Bedarf an Transparenz in Bezug auf Prozesse, Daten und Anwendungen steigt etwa mit dem Einsatz von KI-Technologien. Oftmals fehlen klare Strategien für den Umgang mit KI. Insbesondere in der Anfangsphase der Implementierung, wenn das Ausmaß der KI-Einführung noch unklar ist. Die steigende Komplexität der Unternehmensarchitektur erschwert zudem die effektive Verwaltung großer Datenmengen. Dabei treten häufig Probleme bezüglich der Datenqualität und der Data Governance auf.
Stand: 16.12.2025
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Eine hohe Datenqualität ist allerdings die Grundvoraussetzung für fundierte Entscheidungsvorlagen. Die zugrunde liegenden Daten müssen vollständig, fehlerfrei, systemübergreifend konsistent und aktuell sein. KI kann zwar zur Verbesserung der Datenqualität beitragen, dennoch gilt es sicherzustellen, dass die Daten für die KI-Nutzung geeignet sind. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens ist daher unerlässlich, um zu gewährleisten, dass die Daten korrekt verwaltet und genutzt werden.
Enterprise Architecture Management: KI erfordert einen Kulturwandel
Auch die Rolle der Unternehmensarchitekten verändert sich durch den KI-Einsatz. Sie sind einerseits für die Integration in die bestehende IT-Bebauungsplanung verantwortlich, müssen andererseits allerdings auch sicherstellen, dass die KI-gestützten Anwendungen den Unternehmenszielen und IT-Anforderungen entsprechen. Außerdem müssen sie Sorge dafür tragen, dass nur auf zugelassene Daten zugegriffen wird, ein verantwortungsvoller Umgang mit KI-generierten Informationen erfolgt und die Implementierung den regulatorischen Anforderungen entspricht.
Dieses veränderte Rollenverständnis erfordert zusätzliche Expertise und Fähigkeiten. Wird KI in der Unternehmensarchitektur eingesetzt, geht es also nicht nur um technologische Anpassungen, sondern um einen grundlegenden Wandel der Unternehmenskultur – hin zu einer intensivierten Datenkultur. Diese erfordert, dass KI-Technologien auf soliden, durchdachten Datenstrukturen aufbauen. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, ist Geduld gefragt. Denn die Geschwindigkeit, mit der sich die Technologie entwickelt, entspricht nicht unbedingt dem Tempo echter Innovation im Unternehmen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Architekten sorgfältig arbeiten, um eine saubere und konsistente Grundlage zu schaffen. Daher ist es empfehlenswert, sich die erforderliche Zeit zu nehmen, um verschiedene KI-Szenarien zu durchdenken, in Proof-of-Concepts zu testen und bei Bedarf auch wieder zu verwerfen.
Dr. Simone Rudolph Global Lead of Technology Strategy & Transformation bei der internationalen Management- und Technologieberatung Detecon
Bildquelle: Detecon
Thorben Werner Loring Manager im Bereich Enterprise Architecture bei Detecon