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Fear of Missing Out Die Angst etwas zu verpassen, treibt die KI-Einführung an

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Fear of Missing Out (FOMO) ist ein wichtiger Treiber für die Einführung von KI – auch wenn das Vertrauen in KI hoch ist. Laut einer neuen Studie von Abbyy ist das Vertrauen in KI ist in den USA mit 87 Prozent am höchsten und in Frankreich mit 77 Prozent am niedrigsten. Zweckgebundene KI genießt mit 90 Prozent das höchste Vertrauen.

(Bild: sdecoret/Adobe Stock)
(Bild: sdecoret/Adobe Stock)

Die neue Studie „State of Intelligent Automation: AI Trust Barometer" von Abbyy, Anbieter von intelligenten Automatisierungs-Lösungen, zeigt, dass Fear of Missing Out, also die Angst, etwas zu verpassen, ein wichtiger Faktor bei Investitionen in künstliche Intelligenz ist. 63 Prozent der IT-Führungskräfte weltweit gaben an, dass sie befürchten, ihr Unternehmen werde im Wettbewerb zurückbleiben, wenn sie KI nicht nutzen.

Angesichts der weit verbreiteten Angst, den Anschluss zu verlieren, überrascht es nicht, dass IT-Entscheider aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Singapur und Australien berichteten, dass die durchschnittlichen Investitionen in KI im letzten Jahr 600.000 Euro erreichten, obwohl ein Drittel der befragten Führungskräfte Bedenken wegen der Implementierungskosten hatte.

96 Prozent der Befragten des "State of Intelligent Automation: AI Trust Barometer gaben an, dass sie ebenfalls planen, ihre Investitionen in KI im nächsten Jahr zu erhöhen, obwohl Gartner davon ausgeht, dass sich bis 2025 das Wachstum von 90 Prozent der Implementierungen von GenAI in Unternehmen verlangsamen wird, da die Kosten den Nutzen übersteigen. 

Fear of Missing Out: Kundendruck als weiterer Treiber für KI-Einsatz

Darüber hinaus geben 55 Prozent der Befragten zu, dass der Druck der Kunden ein weiterer wichtiger Treiber für den Einsatz von KI ist. Überraschenderweise ergab die Studie, dass die größte Befürchtung der IT-Leiter bei der Implementierung von KI der Missbrauch durch die eigenen Mitarbeiter ist (35 Prozent). Dies lag noch vor der Sorge um die Kosten (33 Prozent), KI-Halluzinationen und mangelndem Fachwissen (beide 32 Prozent) und sogar dem Compliance-Risiko (29 Prozent).

Insgesamt gaben die Befragten ein überwältigend hohes Maß an Vertrauen in KI-Tools an (84 Prozent). Am vertrauenswürdigsten sind nach Ansicht der Entscheidungsträger kleine Sprachmodelle (SLMs) oder zweckgebundene KI (90 Prozent). 54 Prozent gab an, dass sie bereits zweckgebundene KI-Tools wie intelligente Dokumentenverarbeitung (IDP) einsetzen.

Größeres Vertrauen in kleine Sprachmodelle

Maxime Vermeir, Senior Director of AI Strategy bei Abby, kommentiert: „Es überrascht mich nicht, dass Unternehmen mehr Vertrauen in kleine Sprachmodelle haben, da LLMs dazu neigen, zu halluzinieren und ungenaue oder möglicherweise sogar negative Ergebnisse zu liefern. Wir beobachten, dass immer mehr Führungskräfte zu SLMs wechseln, um ihre spezifischen Geschäftsanforderungen besser zu erfüllen und vertrauenswürdigere Ergebnisse zu erzielen.“

Was das Vertrauen und die ethische Nutzung angeht, so ist eine überwältigende Mehrheit (91 Prozent) der Befragten zuversichtlich, dass ihr Unternehmen alle staatlichen Vorschriften zum Einsatz von KI befolgt. Dennoch geben nur 56 Prozent an, dass sie über eigene vertrauenswürdige KI-Richtlinien verfügen, an die sich die Teams halten, während 43 Prozent einen Berater oder eine gemeinnützige Organisation um Rat fragen. 

Die Hälfte der Befragten bestätigten, dass sie sich sicherer fühlen würden, wenn sie wüssten, dass ihr Unternehmen über eine verantwortungsvolle KI-Richtlinie verfügt. Software-Tools, die die Einhaltung von KI-Richtlinien erkennen und überwachen können, wurden ebenfalls als vertrauensfördernd genannt (48 Prozent). Regional betrachtet war das Vertrauen in KI bei den Befragten in den USA mit 87 Prozent am größten, gefolgt von Singapur mit 86 Prozent, Großbritannien und Australien mit jeweils 85 Prozent und Deutschland mit 83 Prozent. Schlusslicht war Frankreich, wo nur 77 Prozent der Befragten angaben, dass sie KI vertrauen.

Fear of Missing Out: Umfrageergebnisse aus Deutschland

68 Prozent der deutschen Befragten geben an, viel über künstliche Intelligenz zu wissen. Jeder zweite Befragte erklärt, dass er viel über maschinelles Lernen und neuronale Netze wisse. Und 57 Prozent glauben, viel über generative KI zu wissen. Bei Large Language Modell geben 36 Prozent gute Kenntnisse an, bei Small Language Modells immerhin noch 34 Prozent. 83 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass der Einsatz von KI ihrem Unternehmen helfen kann. Allerdings haben 38 Prozent auch Sorge, dass KI im Unternehmen missbräuchlich eingesetzt werden kann. Immerhin 32 Prozent haben Vorbehalte aufgrund der technischen Komplexität von KI-Lösungen.

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Der Umfrage zufolge kommt KI bereits bei 93 Prozent der Unternehmen in Deutschland zum Einsatz, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Von den befragten Unternehmen haben in den vergangenen zwölf Monaten 16 Prozent zwischen 1 und 2 Millionen Euro investiert. Außerdem wollen 25 Prozent in den kommenden zwölf Monaten ihre Ausgaben hier um elf bis 15 Prozent erhöhen. Die primären Ziele, die dadurch verfolgt werden, sind die Steigerung der Effizienz und eine Verbesserung des Kundenservice (55 Prozent) sowie die Erhöhung der Dienstleistungsqualität durch das Unternehmen (48 Prozent).

Customer Service (49 Prozent) und Marketing (41 Prozent) sind die Abteilungen mit dem höchsten Maß an KI-Nutzung. Aktuell am häufigsten zum Einsatz kommen in deutschen Unternehmen Tools für generative KI (65 Prozent) und zweckgebundene KI-Tools (58 Prozent). Ganze 90 Prozent sind der Meinung regulatorische und gesetzliche Vorgaben zur KI-Nutzung einzuhalten. Bezüglich zweckgebundener KI haben die Unternehmen recht klare Ziele. 28 Prozent visieren die Nutzung zweckgebundener KI an, haben aber noch keine konkreten Pläne. Weitere 23 Prozent verfügen bereits über eine klare Strategie und Roadmap.

Zur Methodik der Studie: Der „State of Intelligent Automation: AI Trust Barometer" von Abbyy hat das Vertrauen und die Akzeptanz von KI-Technologien bei 1.200 IT-Entscheidern in Großbritannien, den USA, Frankreich, Deutschland, Australien und Singapur untersucht. Die Umfrage wurde vom 3. bis 12. Juni 2024 durchgeführt. Die Ergebnisse des AI Trust Barometer und andere Themen über die Auswirkungen der KI-gestützten Automatisierung werden bei den Webinaren des Intelligent Automation Month im September 2024 diskutiert.