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Digital Health Report 2024 Gesundheitssystem: Schlechte Noten für die Digitalisierung

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Das Gesundheitssystem in Deutschland hinkt bei der Digitalisierung hinterher. Lediglich 3 Prozent der Patienten halten es für gut aufgestellt.

(Bild:  everythingpossible / Adobe Stock)
(Bild: everythingpossible / Adobe Stock)

Ob E-Rezept oder Elektronische Patientenakte: Die Bundesregierung drückt bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen aufs Tempo. Das begrüßt auch die überwiegende Mehrheit der Deutschen. Dennoch liegt das deutsche Gesundheitssystem bei der Digitalisierung deutlich hinter den Erwartungen von Ärzten und Patienten zurück.

Das geht aus dem diesjährigen Digital Health Report von Doctolib hervor. Hierfür befragte das Praxis-Buchungs-Portal im Rahmen von zwei separat angelegten Studien mehr als 400 Ärzte und etwa 1.100 Patienten.

Gesundheitssystem: Digitalisierung als Herausforderung

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen hinkt hinterher, wie sowohl Ärzte (75 Prozent) als auch Patienten (52 Prozent) bestätigen. Besonders alarmierend: Nur 3 Prozent der Patienten halten das Gesundheitssystem für gut aufgestellt – im Jahr 2022 waren es noch 8 Prozent. Vor allem jüngere Ärzte blicken optimistischer auf die Digitalisierung und sehen mehr Vorteile, wie verbesserte Kommunikation und neue Therapieoptionen. 

Knapp die Hälfte der Ärzte steht KI-gestützten Anwendungen offen gegenüber. Die jüngere Ärztegeneration ist darüber hinaus deutlich aufgeschlossener gegenüber der Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Praxisalltag als ihre erfahreneren Kollegen (62  Prozent versus  44 Prozent). Trotz des Potenzials digitaler Anwendungen, wie digitale Befundübermittlung und Online-Terminvergabe, bleibt die tatsächliche Nutzung derzeit noch hinter den Erwartungen zurück.

Arzt-Patienten-Verhältnis im Wandel

Die Digitalisierung hat das Arzt-Patienten-Verhältnis grundlegend verändert. Während Ärzte weiterhin als wichtige Autoritäten in der Gesundheitsversorgung angesehen werden, ermöglicht der Zugang zu medizinischen Informationen über das Internet und mobile Anwendungen den Patienten heute eine aktivere Rolle in ihrem Gesundheitsmanagement. Dies führt zu mehr Transparenz, aber auch zu Unsicherheiten und einem gelegentlichen Hinterfragen von Diagnosen. Dennoch: Das Vertrauen in Ärzte bleibt insgesamt hoch.

Knapp die Hälfte der Ärzte berichtet, dass Patienten gelegentlich ihre Diagnosen hinterfragen (40 Prozent). Diese Skepsis spiegelt sich auch bei den Patienten wider, von denen mehr als ein Viertel angibt, Empfehlungen und Diagnosen auch mal zu hinterfragen.

„Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet sowohl für Patienten als auch für Ärzte enorme Chancen – darunter bessere Kommunikation, effizientere Prozesse und eine optimierte Patientenversorgung”, so Nikolay Kolev, Geschäftsführer von Doctolib in Deutschland. Angesichts einer alternden Bevölkerung sei die Integration digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz unverzichtbar, um zukünftige Herausforderungen zu meistern und die Erwartungen junger Ärzten zu erfüllen.

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