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Krebserkennung ohne Gewebeprobe Hautkrebs-Diagnose: Helmholtz-Preis für Blick unter die Haut ohne Skalpell

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 1 min Lesedauer

Hautkrebs-Diagnose ohne Skalpell, sondern schmerzfrei per Scan: Forschern gelingt eine frühe und sichere Diagnose von Hautveränderungen mittels dreidimensionaler Bildgebung.

(Bild:  Tahsin / AdobeStock)
(Bild: Tahsin / AdobeStock)

In den vergangenen 20 Jahren hat die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Hautkrebs stetig zugenommen. Im Jahr 2022 wurden laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) 109 400 Menschen mit der Diagnose Hautkrebs im Krankenhaus stationär behandelt – 75 Prozent mehr Fälle als noch im Jahr 2002. Für eine Hautkrebs-Diagnose, insbesondere des schwarzen Hautkrebs (Melanom), ist es bislang notwendig, eine Gewebeprobe chirurgisch zu entnehmen und sie histologisch zu untersuchen. 

Forschern der Leibniz Universität Hannover und der Universität Rostock ist es nun gelungen, mittels dreidimensionaler Bildgebung eine frühe und sichere Diagnose von bösartigen Hautveränderungen zu ermöglichen. Für ihren Hautkrebs-Scanner haben die Forscher nun den Helmholtz-Preis 2024 erhalten.  Er wird vom Helmholtz-Fonds alle zwei Jahre für hervorragende wissenschaftliche und technologische Forschung auf dem Gebiet der Präzisionsmessungen in Physik, Chemie und Medizin verliehen.

Hautkrebs-Diagnose ohne Messer

Das neue System macht eine nicht-invasive Melanom-Diagnostik möglich – schnell und per Laserscan von außen. Vier verschiedene Messverfahren wurden dazu in einem Messgerät miteinander kombiniert: Die optische Kohärenztomographie (OCT), die Raman-Spektroskopie (RS), die photoakustische Tomographie (PAT) sowie die Hochfrequenz-Ultraschall-Bildgebung (US). 

Das im Wesentlichen laserbasierte System ermöglicht Messungen unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Expositionsgrenzwerte für die humane Haut und wurde in präklinischen Studien an mehreren Dutzend Patienten erprobt. Sobald diese erste Datenbasis groß genug ist, wird eine KI-Software trainiert, um die Hautveränderungen im klinischen Umfeld in Echtzeit diagnostizieren zu können. Als Nächstes stehen dann die notwendigen, mehrjährigen klinischen Studien an.

 Ziel ist es, das System zu etablieren und es als Medizinprodukt zu zertifizieren, so dass es in absehbarerer Zeit in der Praxis eingesetzt werden kann. Je früher der schwarze Hautkrebs entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen: Im Frühstadium erkannt, überleben mehr als 90 Prozent der Betroffenen die ersten fünf Jahre nach Behandlungsbeginn.

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