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Cloud-Modelle Hybrid-Cloud: Flexibilität mit Verantwortung verbinden

Ein Gastbeitrag von Johannes Meyer 2 min Lesedauer

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Moderne IT-Infrastrukturen müssen skalierbar, wirtschaftlich effizient, hochverfügbar und rechtskonform sein. Multi- und Hybrid-Cloud-Modelle bieten hierfür eine flexible Grundlage. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Schutz personenbezogener Daten gewährleistet wird. 

(Bild:  © ali/stock.adobe.com - generiert mit KI)
(Bild: © ali/stock.adobe.com - generiert mit KI)

Zwar werden die Begriffe häufig synonym verwendet, in der Praxis unterscheiden sich Multi-  und Hybrid-Cloud-Architekturen jedoch deutlich. Die Hybrid-Cloud wie auch die Multicloud verbinden typischerweise eine Private Cloud mit einer Public Cloud. Ziel ist eine intelligente Verteilung von Workloads: Sensible Daten und Anwendungen bleiben in einer kontrollierten Umgebung, weniger kritische Prozesse laufen in der Public Cloud laufen.

Die Multi-Cloud geht noch einen Schritt weiter. Sie nutzt gezielt mehrere Public-Cloud-Anbieter parallel. Damit lassen sich Vorteile wie Leistungsstärke, regionale Verfügbarkeit oder preisliche Flexibilität optimal ausschöpfen. Zudem reduziert das Modell das Risiko des Vendor Lock-ins – einer Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Sowohl Hybrid-Cloud- wie Multi-Cloud-Architekturen erfordern eine durchdachte Strategie, bei der technische Anforderungen, Compliance-Vorgaben, wirtschaftliche Aspekte und Sicherheitsbedenken in Einklang gebracht werden.

Rechtliche Sicherheit: Ein Muss in der Hybrid-Cloud

Apropos Compliance: In Deutschland und der EU unterliegt die Verarbeitung von Daten klaren gesetzlichen Vorgaben. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt vor, dass personenbezogene Daten nur unter bestimmten Bedingungen außerhalb Europas gespeichert und verarbeitet werden dürfen. US-amerikanische Anbieter unterliegen jedoch Gesetzen wie dem Patriot Act oder dem Cloud Act, die staatlichen Behörden Zugriffsrechte einräumen. Und das oft ohne Transparenz für die betroffenen Unternehmen. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Sache „Schrems II“ hat diesen Widerspruch nochmals verschärft. Es erklärte das Privacy-Shield-Abkommen zwischen der EU und den USA für ungültig und stellte klar: Der Datentransfer in Drittstaaten ist nur dann zulässig, wenn ein gleichwertiges Schutzniveau wie in der EU gewährleistet ist.

Unternehmen, die auf europäische Cloud-Anbieter setzen, vermeiden genau hier rechtliche Grauzonen und stärken zugleich ihre digitale Souveränität. Damit rückt neben der rechtlichen Bewertung zunehmend auch die operative Umsetzung in den Fokus. Ab dem 1. Juli 2025 ist zudem das BSI C5 Typ 2 Testat für Cloud-Anwendungen im Gesundheitswesen verpflichtend. Für Finanzunternehmen gilt darüber hinaus die DORA-Verordnung ab dem 17. Januar 2025 als verbindlicher Rechtsrahmen. Diese zusätzlichen Vorgaben unterstreichen, wie eng rechtliche Compliance und technologische Umsetzung künftig verzahnt sein müssen.

Zentrale Steuerung und Sicherheit als Erfolgsfaktor

Schon deshalb erfordert die Umsetzung einer Hybrid-Cloud- oder Multi-Cloud-Strategie eine professionelle Verwaltung der verschiedenen Plattformen. Daten müssen nahtlos zwischen den Umgebungen bewegt werden können, ohne dass es zu Inkonsistenzen, Latenzen oder Sicherheitslücken kommt. Hier kommen sogenannte Orchestrierungsplattformen ins Spiel: Sie ermöglichen die zentrale Steuerung, automatisierte Bereitstellung und das Monitoring über mehrere Cloud-Systeme hinweg. Damit schafft die strategische Kombination aus unterschiedlichen Clouds nicht nur technologische Flexibilität, sondern auch das Fundament für nachhaltiges Wachstum und digitale Souveränität.

Hybrid-Cloud Johannes Meyer Noris NetworkJohannes Meyer
ist Senior Market Development Manager (Cloud) bei der Noris Network AG. Das Unternehmen bietet neben Standardprodukten und Services für klassische, virtualisierte IT-Infrastrukturen Managed-PaaS-Umgebungen für Container-Lösungen in eigenen Cloud-Plattformen. 

Bildquelle: noris network AG

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