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Cyberbedrohungen Identitätsbetrug: Trotz Zunahme bleiben Unternehmen zuversichtlich

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Ein neuer Bericht von Signicat zeigt die Diskrepanz zwischen zunehmendem Identitätsbetrug und dem Vertrauen europäischer Unternehmen. Demnach wird jede fünfte Transaktion als betrügerisch eingestuft. Trotzdem glauben 74 Prozent, sich effektiv schützen zu können.

(Bild:  © 220 AI Studio/stock.adobe.com)
(Bild: © 220 AI Studio/stock.adobe.com)

Signicat, Anbieter digitaler Identitäts- und Betrugspräventionslösungen, hat in Zusammenarbeit mit der Cybersecurity-Schulungs- und Beratungsfirma Red Goat Cyber Security eine neue Studie zum Thema Identitätsbetrug veröffentlicht. Trotz eines deutlichen Anstiegs von Betrugsfällen im letzten Jahr bleiben viele europäische Unternehmen optimistisch: Sie schätzen, dass 19 Prozent aller Transaktionen betrugsverdächtig sind.

Der Bericht „The Battle in the Dark 2025“ untersucht die Methoden, mit denen Betrüger Identitätsdiebstahl begehen, die finanziellen Auswirkungen auf Unternehmen sowie deren Vertrauen in eigene Schutzmaßnahmen. Grundlage der Studie sind Antworten von über 900 Entscheidungsträgern aus Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Befragt wurden Unternehmen aus den Bereichen Zahlungsverkehr/Fintech, Banken, Versicherungen, Glücksspiel sowie Automotive/Mobilität.

Wichtige Ergebnisse des Berichts im Überblick

  • Gefühl der Ohnmacht: 59 Prozent der Unternehmen berichten von einem Anstieg der Betrugsversuche im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt beeinträchtigen Betrug und Präventionsmaßnahmen rund 22 Prozent des Jahresumsatzes. Gleichzeitig sagen 80 Prozent, dass Gegenmaßnahmen Betrüger lediglich dazu bringen, ihre Taktiken anzupassen.
  • Trügerisches Vertrauen: Obwohl 74 Prozent der Unternehmen überzeugt sind, sich ausreichend schützen zu können, erkennen 59 Prozent einen Anstieg erfolgreicher Betrugsfälle. Die geschätzte Betrugsquote liegt bei 19 Prozent aller Transaktionen.
  • Mangelnde Transparenz: 47 Prozent der Unternehmen erfassen Betrugsfälle nicht systematisch – und ganze 55 Prozent messen die Auswirkungen von Betrug überhaupt nicht. Ohne einen klaren Überblick über das Ausmaß der Bedrohung ist eine wirksame Bekämpfung kaum möglich.
  • Künstliche Intelligenz als Hoffnungsträger: 90 Prozent der Unternehmen glauben, durch den Einsatz von KI einen entscheidenden Schritt voraus zu sein und neue Bedrohungen frühzeitig zu erkennen.
  • Länderspezifische und branchenspezifische Erkenntnisse: Der Bericht zeigt, welche Betrugsmethoden in den einzelnen Branchen am häufigsten vorkommen – und wo es geografische Unterschiede gibt.

Kampf gegen Identitätsbetrug erfordert Verständnis für Bedrohungen

Pinar Alpay ist Chief Product and Marketing Officer bei Signicat.(Bild:  Signicat)
Pinar Alpay ist Chief Product and Marketing Officer bei Signicat.
(Bild: Signicat)

Pinar Alpay, Chief Product and Marketing Officer bei Signicat, erläutert die Ergebnisse: „Diese Studie zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: Unternehmen vertrauen auf ihre Fähigkeit zur Betrugsabwehr, verstehen aber oft nicht, wo und wie genau sie angegriffen werden. Der erste Schritt im Kampf gegen Identitätsbetrug ist, die Bedrohung zu verstehen – wie sie ins Unternehmen gelangt und wo sie erfolgreich ist. Ohne dieses Wissen tappen Unternehmen im Dunkeln“.

Unternehmen vertrauen auf ihre Fähigkeit zur Betrugsabwehr, verstehen aber oft nicht, wo und wie genau sie angegriffen werden.

Pinar Alpay, Signicat

Ein weiteres zentrales Thema des Berichts sind die verwendeten Betrugstaktiken. So ist etwa die Fälschung von Ausweisdokumenten branchenübergreifend weit verbreitet. 71 Prozent der Befragten glauben, dass die meisten Betrugsversuche inzwischen mithilfe von KI-Technologien durchgeführt werden. Statt neue Methoden zu erfinden, nutzen Kriminelle moderne Tools, um klassische Betrugsmaschen günstiger, schneller und im größeren Stil umzusetzen. Die kostspieligsten Betrugsarten bleiben jedoch Kontoübernahmen und Social-Engineering-Angriffe. Diese nutzen Schwachstellen in der Sicherheit der Kunden aus und sind schwer zu erkennen – da betroffene Transaktionen oft erst bei einer Meldung durch den Kunden auffallen.

Leicht zugängliche Geschäftsmodelle für Identitätsbetrug

Lisa Forte, Partnerin bei Red Goat Cyber Security, kommentiert: „Die Geschwindigkeit, mit der sich Identitätsbetrug weiterentwickelt, ist beispiellos. Was früher das Feld opportunistischer Einzeltäter war, ist heute ein professionelles, skalierbares und erschreckend leicht zugängliches Geschäftsmodell – oft mit denselben KI-Werkzeugen betrieben, die auch legitime Branchen beflügeln. Vertrauen ist im Bereich Cybersicherheit ein gefährlicher Ansatz: Kontoübernahmen und synthetischer Identitätsbetrug sind keine theoretischen Risiken – sie finden hier und jetzt statt, und sie zielen auf Unternehmen, die sich fälschlicherweise sicher fühlen“.

Zur Methodik der Studie: Zur Erstellung der Studie „The Battle in the Dark 2025“ beauftragte Signicat das Marktforschungshaus Sapio Research mit der Befragung von rund 900 Entscheidern in Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Die Teilnehmer kamen aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Zahlungsdienstleister und Fintechs – alle mit direkter Verantwortung für das Betrugsmanagement ihrer Organisation. Die Befragung wurde vom 17. März bis 7. April 2025 online durchgeführt. 
Signicat ist Anbieter von digitalen Identitätslösungen, die eine Palette an Identitätsprüfungs- und Authentifizierungsdiensten umfasst, die über einen einfachen Integrationspunkt zugänglich sind. 2019 wurde Signicat von dem Private-Equity-Investor Nordic Capital übernommen.

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