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Sicherheit von KI IT-Dienstleister: Künstliche Intelligenz führt zu Nachfrage-Boom

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Laut einer aktuellen IT-Umfrage von Hiscox führt KI zu wachsender Nachfrage bei IT-Dienstleistern. Allerdings bleiben Sicherheitsbedenken und Unsicherheiten bestehen. Daher fordern IT-Dienstleister mehr Klarheit bei Regulierung und Versicherungsschutz.

(Bild:  © sam richter/stock.adobe.com)
(Bild: © sam richter/stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz hat sich bei deutschen IT-Dienstleistern fest etabliert: Sie nutzen die Technologie nicht nur intern, sondern bieten ihren Kunden zunehmend KI-basierte Lösungen an. Das zeigt die aktuelle IT-Umfrage 2025 von Hiscox. Während KI-Projekte die Auftragsbücher füllen, dämpfen Unsicherheiten rund um Datensicherheit, rechtliche Rahmenbedingungen und Versicherungsschutz die Aufbruchstimmung in der Branche. IT-Profis sehen dringenden Handlungsbedarf – und fordern mehr Sicherheit und Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld.

KI gehört zum Standard – und treibt Geschäft der IT-Dienstleister an

KI wird zum Standard bei IT-Dienstleistern.(Bild:  Hiscox)
KI wird zum Standard bei IT-Dienstleistern.
(Bild: Hiscox)

77 Prozent der befragten IT-Dienstleister nutzen KI fast immer oder häufig – ein erneuter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2024: 71 Prozent). Nur 6 Prozent geben an, dass sie selten bis nie KI einsetzen. Vor allem größere Unternehmen setzen verstärkt auf KI, während kleinere Betriebe noch etwas zögerlicher sind.

Gleichzeitig wächst das Geschäft mit künstlicher Intelligenz schnell. Schon 57 Prozent der Unternehmen bieten KI-Dienstleistungen an. Im Jahr 2024 waren es nur 46 Prozent. Drei von vier Befragten erwarten, dass die KI-Aufträge weiter steigen. Besonders bei der Entwicklung von KI-Anwendungen und strategischer Beratung wird ein Anstieg erwartet. Weitere Geschäftsfelder sind Software-Design und -Entwicklung (65 Prozent), IT-Support / Back-Office-Dienstleistungen (64 Prozent), IT-Engineering (61 Prozent) sowie ITK-Beratung, -Projektmanagement und -Dienstleistungen (55 Prozent).

Mögliche Sicherheitsrisiken beim KI-Einsatz

IT-Dienstleister profitieren von KI-Technologie.(Bild:  Hiscox)
IT-Dienstleister profitieren von KI-Technologie.
(Bild: Hiscox)

Trotz der großen Akzeptanz bleibt der Umgang mit künstlicher Intelligenz herausfordernd: 92 Prozent sehen zwar KI als eine Technologie, die die Arbeit erleichtert, aber 46 Prozent beurteilen KI auch als potenzielles Sicherheitsrisiko und weitere 37 Prozent sehen KI kritisch, da die erzielten Ergebnisse oft von niedriger Qualität seien. 61 Prozent der IT-Dienstleister fürchten eigene Schäden durch den Einsatz von KI, 60 Prozent sehen auch Risiken bei der Bereitstellung KI-gestützter Lösungen für Kunden.

Die größten Risiken im Zusammenhang mit KI sehen IT-Profis aktuell bei einem möglichen Datenmissbrauch (55 Prozent), Datenschutzverletzungen (42 Prozent), Verletzungen geistiger Eigentumsrechte (36 Prozent) und der allgemeinen Fehleranfälligkeit der Technologie (36 Prozent).

Auch die weiterhin unklare Rechtslage wird als Problem wahrgenommen: 84 Prozent der Befragten fordern eine (noch) klarere Regulierung der KI-Nutzung in der Branche. 71 Prozent nehmen auch bei ihren Auftraggebern Unsicherheit wahr, was den Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Hinblick auf „erlaubte Nutzung“ und Rechtsnormen betrifft. Und 53 Prozent der IT-Dienstleister selbst geben eigene Unsicherheiten an, was den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hinsichtlich der richtigen Vorgehensweise und regulatorischen Anforderungen betrifft.

Was die Unsicherheit noch weiter schürt: Insgesamt nehmen die Forderungen der Auftraggeber wegen vermeintlicher Schlechtleistungen spürbar zu – nur ein Viertel der Unternehmen blieb im vergangenen Jahr davon verschont. Und 55 Prozent der IT-Dienstleister gaben an, dass sie häufiger als früher mit solchen Forderungen konfrontiert werden.

IT-Dienstleister: Unsicherheit über rechtliche Vorgaben

Die weiterhin unklare Rechtslage wird als Problem wahrgenommen: 84 Prozent der befragten  IT-Dienstleister fordern eine (noch) klarere Regulierung der KI-Nutzung in der Branche. 71 Prozent nehmen auch bei ihren Auftraggebern Unsicherheit wahr, was den Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Hinblick auf „erlaubte Nutzung“ und Rechtsnormen betrifft. Und 53 Prozent der IT-Dienstleister selbst geben eigene Unsicherheiten an, was den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hinsichtlich der richtigen Vorgehensweise und regulatorischen Anforderungen betrifft.

Die größten Sicherheitsrisiken für IT-Dienstleister.(Bild:  Hiscox)
Die größten Sicherheitsrisiken für IT-Dienstleister.
(Bild: Hiscox)

„Die Ergebnisse unserer aktuellen IT-Umfrage zeigen ganz klar: Künstliche Intelligenz ist im Alltag von IT-Dienstleistern längst angekommen und wird immer häufiger eingesetzt – sowohl in der eigenen Arbeit als auch in den angebotenen Services für Kunden. Mit dieser Entwicklung gehen aber auch neue, komplexe Risiken einher. Fehler in KI-Systemen, Datenschutzverstöße oder Haftungsfragen können schnell zu erheblichen Schäden führen. Gerade deshalb ist ein umfassender und auch explizit auf KI-Risiken zugeschnittener Versicherungsschutz heute wichtiger denn je“, erläutert Marc Thamm, Product Head Technology & General Liability bei Hiscox.

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Künstliche Intelligenz ist im Alltag von IT-Dienstleistern längst angekommen und wird immer häufiger eingesetzt – sowohl in der eigenen Arbeit als auch in den angebotenen Services für Kunden.

Marc Thamm, Hiscox

Versicherer in der Pflicht: Mehr Transparenz, mehr Aufklärung

Schutz von KI-Risiken ist für 85 Prozent der IT-Dienstleister entscheidend.(Bild:  Hiscox)
Schutz von KI-Risiken ist für 85 Prozent der IT-Dienstleister entscheidend.
(Bild: Hiscox)

Für IT-Dienstleister ist beim Abschluss einer Versicherung zentral, dass der Umgang mit KI explizit geregelt ist: 85 Prozent der Befragten ist beim Abschluss einer Versicherung wichtig, dass eindeutig geregelt ist, in welchem Umfang die Nutzung von Künstlicher Intelligenz sowie mögliche Schäden durch KI-basierte, selbst durch die IT-Dienstleister erbrachte Lösungen und Dienstleistungen abgedeckt ist. Infomaterialien, Webinare und Schulungen zur Orientierung über die „erlaubte Nutzung“ von Künstlicher Intelligenz durch Versicherer würden die Bereitschaft zum Vertragsabschluss deutlich erhöhen – das sagten 81 Prozent der befragten Unternehmen.

IT-Dienstleister: Neue Zukunftsfelder gewinnen an Bedeutung

Neben KI gewinnen auch Themen wie Greentech (55 Prozent), E-Health (47 Prozent) und Foodtech (30 Prozent) an Relevanz. Gleichzeitig fordern Auftraggeber vermehrt Nachweise zu ESG-Kriterien (81 Prozent) und nachweisbaren Versicherungsschutz (74 Prozent).

Marc Thamm ist Product Head Technology & General Liability bei Hiscox.(Bild:  Hiscox)
Marc Thamm ist Product Head Technology & General Liability bei Hiscox.
(Bild: Hiscox)

„KI ist gekommen, um zu bleiben und sie verändert unsere Arbeitswelt tiefgreifend. Bei Hiscox haben wir frühzeitig reagiert und KI-Risiken explizit in unsere IT-Haftpflicht aufgenommen. So ermöglichen wir Innovation ohne Bremsklötze – denn nur, wenn Unternehmen wissen, dass sie im Ernstfall abgesichert sind, können sie das Potenzial von KI voll ausschöpfen“, kommentiert Marc Thamm. „Uns ist aber auch bewusst, dass viele Unternehmen noch Wissenslücken im Umgang mit KI haben. Deshalb unterstützen wir unsere Kundinnen und Kunden nicht nur mit Versicherungsschutz, sondern auch mit gezielten Trainings, Infomaterialien und Webinaren rund um das Thema KI. Unser Ziel ist es, IT-Dienstleister nicht nur abzusichern, sondern sie auch fit für den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu machen.“

Zur Methodik der Studie: Im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox befragte das Marktforschungsunternehmen Statista im September 2025 in einer Online-Umfrage 200 Entscheider in IT-Dienstleistungsunternehmen u.a. zu ihrer aktuellen Lage, der Wahrnehmung unternehmerischer Risiken sowie dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz. Die Befragten bekleiden in ihren Unternehmen Positionen mit relevanter Entscheidungskompetenz, die zusätzlich Aussagen darüber treffen können, mit welchen Risiken sie in ihrem Geschäft konfrontiert sind. Die Mehrheit der Befragten arbeitet in Unternehmen, die zwischen 100 bis 499 Mitarbeitende beziehungsweise 500 oder mehr Mitarbeiter beschäftigen.