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KI-Strategie KI-Agenten geben bessere Ratschläge als Vorstandsmitglieder

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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KI ist auch in der Führungsebene angekommen, doch welche Konsequenzen hat der Einsatz für CEOs und Vorstände? Ein neuer Bericht von Dataiku enthüllt Eingeständnisse deutscher und internationaler Führungskräfte, die hinsichtlich dem Einsatz von KI-Agenten einer neuen Realität gegenüberstehen.

(Bild: Deemerwha studio/Adobe Stock)
(Bild: Deemerwha studio/Adobe Stock)

95 Prozent der deutschen CEOs geben zu, dass ein KI-Agenten bei Geschäftsentscheidungen einen gleichwertigen oder besseren Rat geben könnte als ein menschliches Vorstandsmitglied, so der neu veröffentlichte „Global AI Confessions Report: CEO Edition“ der KI-Plattform Dataiku. Für die Studie, die von The Harris Poll im Auftrag von Dataiku durchgeführt wurde, wurden über 500 CEOs in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt. Der Bericht zeigt, dass deutsche und internationale Führungskräfte vor einer großen Herausforderung stehen. Eine KI-Strategie ist jetzt entscheidend für das Überleben von Unternehmen. Die Ergebnisse belegen zudem, dass die Konsequenzen des Einsatzes von KI auch auf höchster Entscheider-Ebene angekommen sind.

KI-Agenten sind im Vorstand angekommen

Laut Aussagen deutscher Geschäftsführer stellt KI die Rolle der Entscheidungsfindung auf Vorstandsebene zunehmend in Frage. Laut der Umfrage glauben 93 Prozent der deutschen CEOs, dass sie von einem KI-Experten profitieren würden. Sie möchten einen aktuellen Vorstand ersetzen oder ergänzen. 95 Prozent der deutschen CEOs geben zu, dass KI-Agenten bei Geschäftsentscheidungen einen gleichwertigen oder besseren Rat geben könnte als ein menschliches Vorstandsmitglied.

KI-Strategie: Übernahme von Kernkompetenzen

Auch bei den anderen Themen zeichnet sich ab, dass künstliche Intelligenz das Berufsprofil der Führungsebene deutlich wandeln kann: So sind 90 Prozent der deutschen CEOs sind der Meinung, dass KI-Agenten einen besseren Strategieplan entwickeln können als ein Mitglied ihres Führungsteams (Vizepräsidenten bis zur Vorstandsebene). 49 Prozent der CEOs deutscher Unternehmen schätzen, dass sie drei bis vier Teammitglieder durch KI ersetzen könnten, um strategische Planung zu betreiben. Ganze 13 Prozent gaben an, dass sie sogar sieben oder mehr Führungskräfte für die gleiche Aufgabe ersetzen könnten.

Keine KI-Strategie ist allerdings auch keine Antwort, denn 69 Prozent der deutschen CEOs glauben, dass eine gescheiterte KI-Strategie oder eine KI-induzierte Krise dazu führen wird, dass ein CEO bis Ende 2025 aus dem Amt gedrängt wird. 76 Prozent der deutschen CEOs sind der Meinung, dass sie Gefahr laufen, ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht innerhalb von 2 Jahren messbare KI-getriebene Geschäftsgewinne erzielen.

Künstliche Intelligenz als Kernkompetenz zukünftiger CEOs

Führungskräfte müssen sich laut der Umfrage auf dem Jobmarkt zukünftig anders aufstellen. KI-Kompetenz gilt als Must-Have, was auch aus dem Berufsalltag deutscher CEOs hervorgeht. So geben 31 Prozent der deutschen CEOs an, dass Erfahrung in der Umsetzung einer erfolgreichen KI-Strategie oder deren Implementierung in drei bis vier Jahren eine der wichtigsten Kompetenzen sein wird, nach denen Vorstände bei der Bewertung eines potenziellen Geschäftsführers suchen werden. 82 Prozent der deutschen CEOs geben an, dass ihre direkte Beteiligung an KI-bezogenen Entscheidungen im vergangenen Jahr zugenommen hat. 70 Prozent der deutschen CEOs geben an, an mehr als der Hälfte der KI-Entscheidungen ihres Unternehmens beteiligt zu sein.

KI-Commodity-Falle und KI-Washing: Blinde Flecken der Geschäftsführung

Trotz zunehmender Abhängigkeit von KI sind sich viele CEOs der Gefahren schlecht umgesetzter KI-Strategien in gefährlicher Weise nicht bewusst. 87 Prozent der CEOs tappen weltweit in die „KI-Falle“ und sind zuversichtlich, dass KI-Standardagenten genauso effektiv sein können wie maßgeschneiderte Lösungen für hochgradig nuancierte vertikale oder domänenspezifische Geschäftsanwendungen.

CEOs deutscher Unternehmen gehen im internationalen Vergleich mit 39 Prozent am ehesten davon aus, dass es bei eigenen Initiativen zu KI-Agenten mehr um die Optik als um die Wirkung geht. Dieser Umstand nennt sich auch „AI Washing“ und zielt darauf ab, KI-Innovation vorzuspielen, anstatt einen bedeutenden Mehrwert zu schaffen.

Worauf deutsche CEOs allerdings viel Wert legen, sind Kostenkontrolle und Skalierbarkeit von KI-Agenten. Mit 66 Prozent stehen deutsche CEOs an der Spitze. Das gilt im Vergleich zu globalen CEOs mit 62 Prozent. Sie messen Kosten- und Ressourcenanforderungen sowie Skalierbarkeit. Diese Faktoren sind wichtig für die Bewertung der Effektivität von KI-Analysen, -Modellen und -Anwendungen.

KI-Agenten: Governance und regulatorische Unsicherheit

Während sich die Einführung von KI beschleunigt, schaffen schlechte Governance und regulatorische Unsicherheit erhebliche Hindernisse: 25 Prozent der deutschen CEOs geben an, dass sich ein Projekt zu KI-Agenten aufgrund regulatorischer Unsicherheiten verzögert hat, während 35 Prozent zugeben, dass ein Projekt aus solchen Umständen abgebrochen oder aufgegeben wurde. 

78 Prozent der deutschen CEOs sind der Meinung, dass EU-Vorschriften die Nutzung von KI-Agenten in ihren Organisationen verlangsamen könnten. 94 Prozent der CEOs vermuten weltweit, dass Mitarbeiter GenAI-Tools wie ChatGPT, Claude und Midjourney ohne Genehmigung des Unternehmens verwenden (bekannt als Schatten-KI) und damit ein massives Governance-Versagen innerhalb von Organisationen aufdecken.

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Zur Methodik der Studie: Die Studie für den „Global AI Confessions Report: CEO Edition“ wurde vom 25. Januar bis zum 7. Februar 2025 von The Harris Poll im Auftrag von Dataiku online durchgeführt. Die Umfrage wurde unter CEOs in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Deutschland durchgeführt. Insgesamt wurden 504 Online-Interviews durchgeführt (USA = 201, Großbritannien = 100, Deutschland = 100, Frankreich = 103). Alle CEOs in der Studie arbeiten für große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar (oder 250 Millionen Pfund/250 Millionen Euro) und einer Unternehmensgröße von mehr als 500 Mitarbeitenden.

Dataiku ist Anbieter einer KI-Plattform, die Unternehmen die Kontrolle über ihre KI-Talente, -Prozesse und -Technologien gibt, um die Entwicklung von Analytics, Modellen und Agenten zu ermöglichen. Die Plattform lässt sich in alle Clouds, Datenplattformen, KI-Dienste und Legacy-Systeme integrieren, um Flexibilität bei der Technologie zu gewährleisten und KI-Initiativen zukunftssicher zu gestalten.