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Identity Security Fabric KI-Agenten und Betrugsbekämpfung: Okta erweitert Plattformen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 5 min Lesedauer

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Der Identity-Anbieter Okta hat neue Funktionen für die Okta-Plattform und die Auth0-Plattform vorgestellt. Die Features ermöglichen es Unternehmen, sichere KI-Agenten zu entwickeln, die nahtlos in die bestehende Sicherheitsarchitektur integriert werden können.

(Bild:  © 2April/stock.adobe.com)
(Bild: © 2April/stock.adobe.com)

Angesichts der steigenden Bedrohung durch KI-gestützte Cyberangriffe können Organisationen nun mit einem konsequenten Lifecycle Management sowie durch manipulationssichere Credentials ihre Abwehrmechanismen zeitgemäß anpassen und das Vertrauen in ihre Infrastruktur stärken. Laut der aktuellen Studie „AI at Work 2025: Securing the AI-powered workforce“ von Okta werden KI-Agenten bereits von 91 Prozent aller Unternehmen eingesetzt und versprechen vielfältige Produktivitätssteigerungen, schaffen aber gleichzeitig völlig neue Risiken. Eine weitere Entwicklung: KI-Governance hinkt stark hinterher. So verfolgen nur zehn Prozent der Unternehmen eine Strategie für den Umgang mit nicht-menschlichen Identitäten.

Sichere Konzeption von KI-Agenten

Das Problem ist real: Vorfälle wie der KI-Recruiting-Bot, der Millionen von Bewerberdaten preisgab, nachdem Hacker das Passwort „123456“ ausprobierten, zeigen die Gefahren unzureichend abgesicherter KI-Agenten. KI-Agenten müssen von Grund auf sicher konzipiert werden – neben einheitlichen Kontrollen zu Identität, Zugriff und Autorisierung gehören hierzu Standards für das Zusammenwirken von Agenten, Anwendungen und Systemumgebungen.

Dadurch werden Agenten „fabric-ready“ und können in eine bestehende Sicherheitsarchitektur integriert werden – für ganzheitliche Transparenz, Kontrolle und Governance aller Identitätstypen. Fragmentierte Architekturen und Legacy-Lösungen im Identitätsmanagement werden dem Bedrohungspotenzial nicht mehr gerecht. Laut dem Report „Identifies the Top Cybersecurity Trends for 2023" von Gartner können jedoch durch die Einhaltung aktueller Sicherheitsprinzipien bis 2027 rund 85 Prozent aller Cyberangriffe verhindert werden.

Kristen Swanson, SVP Design & Research bei Okta, kommentiert: „KI verändert die Arbeitswelt schneller, als sich Unternehmen anpassen können. Wir sehen bereits, wie schlecht verwaltete KI-Agenten die Risiken traditioneller Flickenteppiche im Identitätsmanagement offenlegen. Moderne Unternehmen brauchen eine Identity Security Fabric, die bestehende Silos vereint und die gesamte Angriffsfläche reduziert. Unsere neuesten Features weben KI-Agenten in diese Fabric ein und ermöglichen ein vollständiges Lifecycle Management aller Identitäten, von menschlichen Mitarbeitern bis zu KI-Agenten. Durch die Nutzung offener Standards wie Cross App Access unterstützen wir die gesamte Industrie in der Entwicklung eines sicheren KI-Ökosystems.“

Wir sehen bereits, wie schlecht verwaltete KI-Agenten die Risiken traditioneller Flickenteppiche im Identitätsmanagement offenlegen. Moderne Unternehmen brauchen eine Identity Security Fabric, die bestehende Silos vereint und die gesamte Angriffsfläche reduziert.

Kristen Swanson, Okta

Rundum-Sicherheit für KI-Agenten mit Okta for AI Agents

Okta for AI Agents integriert KI-Agenten nahtlos in die Sicherheitsarchitektur. Es bietet einfache Möglichkeiten zur Identifizierung von Sicherheitsrisiken sowie zentrale Kontrollfunktionen, die auch eine umfängliche Governance zur Einhaltung von gegebenen Sicherheitsrichtlinien über den gesamten Lebenszyklus ermöglichen. Der Early Access startet zwischen Februar und April 2026 (Phase 1), die Vollversion wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 verfügbar sein (Phase 2).

Zu den wichtigsten neuen Features gehören:

  • Erkennen und entdecken: Mit Identity Security Posture Management (ISPM) können Unternehmen KI-Agenten überprüfen und potenzielle Sicherheitsrisiken bei Service Accounts, API Keys und OAuth Tokens identifizieren.
  • Bereitstellen und registrieren: Universal Directory hilft dabei, KI-Agenten als Identitäten zu verwalten – inklusive Risikobewertung und Eigentümerbestimmung.
  • Autorisieren und schützen: Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien nach dem Least-Privilege-Prinzip, damit KI-Agenten nur die Zugriffsrechte erhalten, die sie brauchen. Cross App Access (XAA), ein neues offenes Protokoll, standardisiert sichere Verbindungen zwischen KI-Agenten und Anwendungen. Okta Privileged Access (OPA) setzt Sicherheitsrichtlinien für Agenten durch, die mit Credentials wie Service Accounts oder API Keys arbeiten.
  • Verwalten, überwachen und reagieren: Okta Identity Governance (OIG) bietet umfassende Auditprotokolle und Aktivitätsaufzeichnungen für alle KI-Agenten. Identity Threat Protection mit Okta AI (ITP) überwacht kontinuierlich alle Nutzeraktivitäten. Durchgehende Verhaltensanalysen helfen bei der Identifikation gefährlicher Muster und lösen automatisierte Alarme und Schutzmaßnahmen aus.

Sichere Zusammenarbeit zwischen Agenten und Apps

Cross App Access (XAA) erweitert OAuth auf sichere Agenten- und App-to-App-Interaktionen. Mit Unterstützung von Branchenführern wie Automation Anywhere, AWS, Boomi, Box, Glean, Google Cloud, Grammarly, Miro, Salesforce und WRITER verlagert XAA die Kontrolle von Agenten auf eine zentrale Identitätsebene und schafft so Transparenz und sicherere Integrationen.

XAA wird bald mit Out-of-the-Box-Support in Auth0 verfügbar sein, wodurch B2B SaaS-Entwickler eigene Anwendungen und KI-Tools entwickeln können. Es ergänzt zudem Auth0 for AI Agents und vereinfacht es Entwicklern, Identity-First Prinzipien in KI-Anwendungen einzubetten. Zusammen ermöglichen XAA und Auth0 for AI Agents sichere, „fabric-ready" Anwendungen zu liefern – und mit minimalem Entwickleraufwand zu skalieren.

Die Funktionen von XAA im Überblick:

  • Zentrale Zugriffsverwaltung: IT- und Sicherheitsteams kontrollieren, auf welche Daten Apps oder Agenten zugreifen können.
  • Verbesserte Sicherheit und Prüfmöglichkeiten: Nicht autorisierte Anfragen können überwacht und blockiert werden, um unkontrollierte Datenverbindungen und unüberwachte Zugriffe zu verhindern.
  • Bessere Nutzererfahrung: XAA genehmigt Verbindungen von Agenten und Apps bereits im Vorfeld und reduziert dadurch die Anzahl der Sicherheitsabfragen.

Marla Hay, SVP Product bei Salesforce, erklärt: „Da unsere Kunden ihren Einsatz von KI-Agenten skalieren, ist die Bereitstellung einer sicheren und vertrauenswürdigen Plattform unsere höchste Priorität. Wir freuen uns über den kontinuierlichen Ausbau von sicheren Agenten-Workflows mit XAA und darauf, Okta in das Salesforce Security Center zu integrieren. Das gibt unseren gemeinsamen Kunden mehr Vertrauen bessere Möglichkeiten zur Verwaltung ihrer Sicherheitsstrategien.“

Sunil Agrawal, Chief Information Security Officer bei Glean, ergänzt: „Unternehmen weltweit ringen damit, KI sicher mit ihren eigenen Daten nutzen zu können. Unsere Kunden vertrauen auf Glean, um dieses Wissen zu bündeln und KI-Agenten zu befähigen, die gewünschten Aufgaben zu erledigen. Glean-Agenten handeln strikt im Namen des Anwenders und ohne zusätzliche Privilegien. Cross App Access geht noch einen Schritt weiter und ermöglicht es, KI-Agenten systemübergreifend zu verbinden. Wir begrüßen den schrittweisen Ausbau solcher Protokolle, um branchenweite Standards beim Einsatz von Agenten zu etablieren.“

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KI-Betrug verhindern mit „Verifiable Digital Credentials“

Als Teil der Identity Security Fabric ermöglicht Okta Verifiable Digital Credentials (VDC) die Ausgabe und Verifizierung manipulationssicherer, wiederverwendbarer Identitätsdaten wie etwa Ausweise, Arbeitsnachweise oder Zertifikate. Es reduziert KI-gestützte Betrugsfälle und Reibungsverluste während der Onboarding-Phase, indem Personen ihre Identität und Berechtigung digital nachweisen können. Endnutzer profitieren von einer vereinfachten Bedienung bei Apps und Websites – ohne sich mühsam manuell zu verifizieren.

VDC beruhen auf offenen Standards für maximale Kontrolle und Interoperabilität. Durch die Bereitstellung sicherer Credentials helfen sie dabei, eine Vertrauensbasis im Zeitalter von Agentic AI aufzubauen. Mit einer neuen Verifizierungsfunktion, die ab Ende 2025 im Early Access verfügbar sein soll, werden Unternehmen zukünftig auch staatlich ausgestellte Identitätsnachweise wie Führerscheine zur Zugangsautorisierung nutzen können...