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Wie Hacker KI nutzen KI Cybersecurity: Wie schützt man sich vor einem KI-Hackerangriff?

Verantwortliche:r Redakteur:in: Heiner Sieger 4 min Lesedauer

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ChatGPT und Co. machen uns das Leben leichter – leider auch den Kriminellen im digitalen Raum. Aber wie sieht es aktuell genau aus? Wofür können die Angreifer die neuen Modelle nutzen? Worauf müssen wir uns in Zukunft einstellen? Und wo kann künstliche Intelligenz auch den Verteidigern helfen – Stichwort KI Cybersecurity.

Der Status Quo

Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere ChatGPT, kann von Hackern in vielfältiger Weise missbraucht werden. Sie kann zur Erstellung von Phishing-Texten und Schadprogrammen genutzt werden, um Angriffe effizienter und häufiger durchzuführen. Obwohl der Chatbot noch nicht in der Lage ist, komplexe Malware zu erstellen oder visuelle Elemente für Phishing-Angriffe zu erzeugen, steigt die Wahrscheinlichkeit solcher Attacke. Nutzer und Sicherheitsexperten müssen wachsam sein. Cyberkriminelle können KI auch zur Analyse von Quellcodes zur Identifizierung von Schwachstellen nutzen. 

Mit ChatGPT könnten selbst unerfahrene Hacker schneller fündig werden. Das Schreiben von Exploits könnte ebenfalls durch KI unterstützt werden, obwohl die Effektivität derzeit noch begrenzt ist.Darüber hinaus ist die Code-Automatisierung ein potenzieller Anwendungsbereich, vor allem für Anfänger. Auch das Schreiben von Malware ist theoretisch möglich, obwohl dies durch Richtlinien teilweise blockiert wird. Einfache Makros sind jedoch machbar und leicht zugänglich. Schließlich könnten Chatbots bei Social Engineering-Angriffen zum Einsatz kommen. Audio-visuelle Elemente wie zum Beispiel durch DeepFake generierte Bilder und Videos können die Social Engineering Angriffe noch glaubhafter machen.

Was kommt auf uns zu?

Die Gefahr eines Anstiegs von Betrügereien durch den Einsatz von KI-Technologien ist sehr real und bereits zu beobachten. Berichte zeigen, dass ChatGPT bereits zur Generierung von Phishing-E-Mails und zur Erstellung von Passwort-Dieben verwendet wird. OpenAI arbeitet stetig daran, das Risiko einer missbräuchlichen Verwendung der KI zu minimieren, aber eine gewisse Gefahr bleibt bestehen.Moderne Bedrohungen wie Advanced Persistent Threat (APT) Angriffe nutzen bereits seit Jahren Automatisierung. Eine Verwendung von KI-Sprachmodellen wie ChatGPT würde daran wenig ändern. Hauptsächlich kommen diese Modelle beim Erstellen von Phishing-E-Mails und Business Email Compromise (BEC)-Betrug zum Einsatz. 

Angreifer können die Internetverbindung nutzen, um E-Mails zu personalisieren, etwa durch LinkedIn-­Daten. Doch KI-Modelle wie ChatGPT bieten viele Vorteile: Sie erstellen verschiedenste Textvarianten, ändern spontan Textmuster und erschweren so die Bedrohungserkennung. Zudem können sie Texte in vielen Sprachen generieren, was Hackern hilft, ihre Angriffe besser an die jeweilige Landessprache anzupassen. So entstehen glaubwürdige Phishing- und Social Engineering-Angriffe, die auch Sprachgrenzen überwinden können.

KI Cybersecurity: Wie schützt man sich?

Angesichts der steigenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz und speziell Chatbots wie ChatGPT ist es essenziell, Unternehmen und Einzelpersonen gegen Betrugsversuche zu schützen. Die Qualität von Texten, die Bots erzeugen, bleibt konstant, da sie auf bestehenden Texten basieren. Daher bleiben klassische Täuschungsindikatoren für die Erkennung von Phishing-E-Mails relevant. Begriffe wie „dringend“, „Überweisung“ oder „Passwort eingeben“ könnten auf Betrug hindeuten.Betrüger setzen oft auf altbekannte Methoden wie irreführende E-Mail-Adressen oder Domain-Namen. Es ist wichtig, auf Anzeichen von Fälschungen in E-Mail-Headern oder URLs zu achten und Anti-Spam-Informationen oder E-Mail-Authentifizierungsmethoden wie SPF, DKIM oder DMARC zu beachten. 

Sie können Informationen liefern, von wo und von welchem Server eine E-Mail gesendet wurde und für welche Domain der Server konfiguriert wurde. So kann selbst eine gut formulierte Phishing-E-Mail enttarnt werden, wenn sie beispielsweise von einer verdächtigen Adresse gesendet wurde.Ein weiterer einfacher Test, um festzustellen, ob man mit einem solchen KI-Modell kommuniziert, besteht darin, unsinnige Aufforderungen einzugeben. Im Gegensatz zu menschlichen Interaktionen werden Chatbots versuchen, diese zu verarbeiten und darauf zu antworten – meist auf eine absurde Weise.

KI Cybersecurity

Künstliche Intelligenz hat sich aber auch als ein unverzichtbares Werkzeug in der Abwehr von Cyberattacken etabliert. Durch die Fähigkeit, große Mengen an Daten zu verarbeiten und Muster zu erkennen, kann KI potenzielle Bedrohungen frühzeitig identifizieren und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Sie ermöglicht es Sicherheitssystemen, proaktiv zu handeln, indem sie Anomalien im Netzwerkverkehr oder verdächtige Aktivitäten erkennt, die auf einen bevorstehenden Angriff hinweisen könnten.Darüber hinaus können KI-gestützte Systeme auch dazu beitragen, Phishing-Versuche zu erkennen, indem sie betrügerische E-Mails analysiert und Benutzer vor diesen warnt. Die Integration von KI in Cybersicherheitsstrategien bietet eine effektive Möglichkeit, Cyberbedrohungen einen Schritt voraus zu sein und somit den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Fazit: Die Zukunft der Cybersecurity im Zeitalter von KI

Die Zukunft der Cybersicherheit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz birgt sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Es ist unbestreitbar, dass Angreifer KI-Technologien nutzen können, um ihre Angriffsmethoden zu verfeinern und effizienter zu gestalten. Gleichzeitig stellt die zunehmende Verwendung von KI in Sicherheitslösungen ein bedeutendes Potenzial dar, das zu einem besseren Schutz der Nutzer dient. Securityanbieter integrieren immer häufiger KI in ihre Systeme, um potenzielle Bedrohungen proaktiv zu erkennen und Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Es ist notwendig, den Fokus auf die Entwicklung sicherer und intelligenter KI-gestützter Sicherheitssysteme zu legen, um einen optimalen Schutz vor Cyberbedrohungen zu gewährleisten.

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ki cyber securityCandid Wüest
ist Vice President bei Acronis Research

Bildquelle: candid wüest