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Life Sciences KI Gesundheit: Wie Künstliche Intelligenz Leben rettet

Ein Gastbeitrag von Bryan Hill 4 min Lesedauer

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Je schneller Medikamente auf den Markt kommen, desto mehr Leben können sie retten und verbessern. Regulatorische Hürden und langwierige Arbeitsabläufe verlangsamen diesen Prozess. Generative KI in der Gesundheit hilft im Bereich Life Sciences, den Weg bis zur Marktreife zu beschleunigen – von der Forschung bis zur Einführung in Sekundärmärkte.

(Bild: freepik|ki-generiert)
(Bild: freepik|ki-generiert)

Im Durchschnitt dauert es etwa sieben Jahre, ein neues Medikament zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Mithilfe von generativer künstlicher Intelligenz (KI) sind Life-Science-Unternehmen nun in der Lage, innerhalb kürzester Zeit Erkenntnisse und Inhalte zu generieren. Dies verkürzt potenziell auch die Zeit, bis neue Medikamente Marktreife erlangen. Zeitersparnis in der klinischen Entwicklung bedeutet schneller verfügbare Behandlungen – und damit Menschenleben, die gerettet oder in ihrer Lebensqualität verbessert werden können. Auch finanziell liegt eine schnellere Entwicklung im Interesse der Unternehmen. Jeder Tag, den neue Behandlungsmethoden früher eingeführt werden, entspricht Schätzungen zufolge einem Wert zwischen 580.000 und 7,5 Millionen US-Dollar.

KI Gesundheit: Die Vorteile

Aktuell entwickeln sich generative KI-Technologien rasant weiter, zudem ist der regulatorische Rahmen noch ungewiss. Vor diesem Hintergrund bevorzugen es einige Unternehmen, eher abzuwarten und ihre Investitionen aufzuschieben. Im Bestreben, Risiken zu minimieren, setzen Unternehmen so schlimmstenfalls ihre Wettbewerbsfähigkeit auf Spiel. Ihnen entgehen einige konkrete Vorteile aus dem Einsatz generativer KI:

1. Vereinfachter Forschungsprozess

Die Forschung und Entwicklung (F&E) ist oft der zeitaufwändigste Teil der Arzneimittelentwicklung. Dank ihres Multiplikatoreffekts kann KI kann diesen Prozess um bis zu 50 Prozent beschleunigen.Life-Science-Firmen können generative KI bereits zu Beginn des F&E-Zyklus einsetzen, um die Suche und Synthese der verfügbaren Fachliteratur zu einem bestimmten potenziellen Arzneimittel zu unterstützen. Anstatt Hunderte von Artikeln aus verschiedenen Quellen anhand von Stichwörtern manuell zu sichten, könnten Forschungsteams ein auf generative KI gestütztes Tool für sich arbeiten lassen. Solche Tools können relevante Artikel suchen, sammeln und das Wichtigste destillieren – oder sogar Impulse geben, die es zu erforschen gilt. Mit einem generativen KI-Tool könnten Wissenschaftler zudem anstelle von Stichwörtern ihr Ziel, ihre Intention sowie den Kontext angeben – so kann das Tool Referenzmaterialien zur Unterstützung einer spezifischen Frage finden. Dies spart Zeit und erweitert gleichzeitig den Forschungshorizont.

2. Klinische Prüfungen automatisiert protokollieren

Die Erstellung eines Protokolls für eine klinische Prüfung dauert in der Regel zwischen einigen Monaten und bis hin zu über einem Jahr. Mit generativer KI lässt sich ein großer Teil dieses Vorgangs automatisieren und der Prozess so auf Tage oder sogar Stunden verkürzen. Generative KI kann auf Tausende bestehender Protokolle in Branchendatenbanken und auf die eigenen Forschungsdaten eines Unternehmens trainiert werden, um die relevanten Muster für Prüfpräparate, bestimmte Erkrankungen, spezifische Patientengruppen und vieles mehr zu erkennen. Identifiziert das generative KI-Tool relevante Muster, kann es alle Erkenntnisse kombinieren, um eine Basisstudie mit einem definierten Text zu entwerfen. Dieser wiederum gibt Auskunft über Eignung, Ausschlusskriterien und andere notwendige Details. Das Tool hat die Möglichkeit, zahlreiche Entwurfsvarianten zu erstellen, die später von einem Menschen bewertet und verfeinert werden.

3. Schnellere Einführung in Sekundärmärkten

Sobald eine neue Behandlungsmöglichkeit zur Einführung in einem Markt zugelassen ist, wollen viele Unternehmen sie auf andere Märkte ausdehnen. Die Einführung in Sekundärmärkten bringt einen enormen Zeit- und Ressourcenaufwand mit sich: von der Strategieentwicklung und Marktforschung über die Beauftragung von Agenturen bis hin zur Entwicklung von Materialien. Ähnlich wie bei der Forschung und beim Protokollieren könnten viele der Schritte mit generativer KI automatisiert werden.

Kurz vor der Zulassung eines Medikaments kann GenAI die Sales-Teams bei ihrer Recherche unterstützen und Strategiedokumente für Sekundärmärkte zusammenzustellen. Dabei werden die spezifischen Vorschriften des jeweiligen Marktes berücksichtigt. Ebenso lassen sich bestehende Inhalte wie Website-Texte, Broschüren und andere Marketing-Materialien an die Sprache und Kultur des Sekundärmarkts adaptieren. Dies könnte die Markteinführung in neuen Ländern um bis zu ein Jahr verkürzen sowie die Marketing- und Designkosten erheblich senken.

KI Gesundheit: Die ersten Schritte unternehmen

Die Einführung von generativer KI in einem Unternehmen sollte Schritt für Schritt erfolgen. Es beginnt mit der Förderung einer Kultur der KI-Kompetenz, in der jeder Mitarbeiter versteht, wie die Technologie bei der Ausführung der eigenen Rolle unterstützen kann. Außerdem ist es wichtig, ein solides Partner-Ökosystem mit Forschungseinrichtungen, Datenanbietern und Spezialanbietern für generative KI aufzubauen, um die unternehmenseigenen Kompetenzen zu ergänzen. Sobald generative KI eingeführt ist, empfiehlt es sich, innerhalb des Unternehmens eine Instanz einzurichten, die den Einsatz der KI überwacht und sich um die Fortbildung und Entwicklung der Mitarbeiter im Umgang mit der Technologie kümmert. Dieses Gremium sollte auch Best Practices festlegen und Rahmenwerke entwickeln, die den Einsatz generativer KI im gesamten Unternehmen steuern.

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KI in der Gesundheit: Eine lebensrettende Entwicklung

In dem Maße, in dem Unternehmen mit generativer KI experimentieren, schaffen sie die Grundlage, um das volle Potenzial dieser transformativen Technologie zu nutzen und ihre Medikamente schneller zu entdecken, zu testen und auf den Markt zu bringen. Dies verbessert die Ergebnisse für die Patienten durch eine sicherere, wirksamere und erschwinglichere Arzneimittelentwicklung, die lebensrettend sein kann und steigert die Umsatzchancen in einem hart umkämpften Markt.

Bryan Hill
ist Chief Technology Officer für Life Sciences bei Cognizant

Bildquelle: Hüngsberg GmbH