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Gesundheitswirtschaft KI im Gesundheitswesen: Potenzial zur Transformation

Ein Gastbeitrag von Laura Goretzka und Raphael Schmillenkamp 4 min Lesedauer

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KI im Gesundheitswesen hat das Potenzial in vielerlei Hinsicht zu transformieren. Von der Definition klarer Ziele bis zur Integration ethischer Richtlinien – der Weg zur Realisierung dieser Potenziale erfordert strategische Planung und eine proaktive Herangehensweise.

(Bild: by-studio – stock.adobe.com)
(Bild: by-studio – stock.adobe.com)

KI – Im Kontext der Digitalisierung hält kaum ein anderes Schlagwort die Gesundheitswirtschaft so in Atem. Zahlreiche Einrichtungen, von Krankenhäusern bis zu ambulanten Leistungserbringern, investieren bereits in KI, um die Versorgung in Pflege und Medizin zu verbessern sowie das Personal zu unterstützen respektive zu entlasten. Entsprechend vielfältig sind die Anwendungsmöglichkeiten von KI, deren Spektrum von der Diagnoseunterstützung bis zur Optimierung von (Geschäfts-)Prozessen reicht.

KI im Gesundheitswesen: Einsatzmöglichkeiten

KI revolutioniert die Medizin, in dem sie entscheidende Fortschritte in der Diagnostik, Therapie und Forschung herbeiführt. Durch die Anwendung von KI in der Bildanalyse, einschließlich Röntgen, CT und MRT, werden Diagnoseprozesse nicht nur beschleunigt, sondern auch in ihrer Genauigkeit signifikant verbessert. Auf dem Gebiet der personalisierten Medizin verhilft die KI durch genetische Untersuchungen zur Entwicklung maßgeschneiderter Behandlungs-strategien. Darüber hinaus wird die Entwicklung neuer Arzneimittel durch die effiziente Aus-wertung von Forschungsdaten beschleunigt und die Präzision chirurgischer Interventionen dank fortschrittlicher Simulationstechniken und robotergestützter Systeme erhöht.

In der Pflege entfaltet KI ihr Potenzial vor allem durch die Reduktion von Dokumentations-, Verwaltungs- und Routinetätigkeiten, was dem Pflegepersonal ermöglicht, sich verstärkt der individuellen Versorgung der Patienten zu widmen. Neben dem klinischen Einsatz spielt KI auch im Verwaltungswesen eine bedeutende Rolle. Auf künstlicher Intelligenz gestützte Systeme optimieren die administrativen Abläufe erheblich. Dazu zählen die präzise Kodierung von Diagnosen, ein effizientes Medizincontrolling, die reibungslose Koordination von Patientenfällen und ein verbessertes Ressourcenmanagement.

Vorgehen zur Entwicklung einer KI-Strategie für deren erfolgreichen Einsatz

Trotz zahlreicher Anwendungsfälle zeigen die ersten Praxiserfahrungen, dass KI-Anwendungen nicht immer sofort den erwarteten Nutzen bringen – und die Hintergründe hierfür sind oftmals identisch. Es herrscht Unsicherheit über Zweck und konkrete Einsatzbereiche, ebenso besteht kein systematisches Konzept, das die Voraussetzungen, die Priorisierung und korrespondierenden Richtlinien für eine wirksame Einführung behandelt. Zusammengefasst: Häufig mangelt es an einer stringenten KI-Strategie!

Optimaler Ausgangspunkt für die Entwicklung der eigenen KI-Strategie ist zunächst ein gemeinsames Verständnis, was KI konkret ist, was sie leisten kann, welche Anwendungsbereiche sich besonders eignen und wo „Best Practices‘ bereits Erfahrungen zeigen. Hierbei sollte auch eine grundsätzliche Haltung hinsichtlich der Bedeutung und Rolle von KI für das eigene Unternehmen entwickelt werden.

(Bild: Curacon GmbH)
(Bild: Curacon GmbH)

Ausgehend von dieser gemeinsamen Marschrichtung gilt es, mit Blick auf die Einrichtungsbereiche jene Handlungsfelder und Prozesse zu identifizieren, in denen KI den größten Wertbeitrag für Patienten und/oder Mitarbeiter generieren oder zur erfolgreichen Bewältigung aktueller Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel beitragen kann. Als mögliche Prozesse und Handlungsfelder im Krankenhaus sind beispielsweise die Anamnese im Zuge der Patienten-aufnahme sowie radiologische Befundungen in der Diagnostik zu nennen.

Das Ergebnis ebendieser Positionierung sind strategische Ziele, die im Einklang mit der Unternehmensstrategie stehen sollten. Auf dieser Grundlage werden konkrete KI-Anwendungsfälle (Use Cases) identifiziert sowie hinsichtlich ihres Wertbeitrags priorisiert. Ein Ziel könnte die Verbesserung der Patientensicherheit, der Behandlungsqualität oder auch die Effizienz im Zu-ge des Medikationsprozesses sein. So könnten Ärzte oder Pflegepersonal bei der Verschreibung, Stellung und Verabreichung von Medikamenten unter Berücksichtigung etwaiger Komorbiditäten, Kontraindikatoren und Wechselwirkungen KI-basiert unterstützt werden.

KI-Roadmap: Erfolgreiche Einführung in Gesundheitseinrichtungen

Für die schrittweise Einführung ist es entscheidend, Maßnahmen in eine Umsetzungsplanung, die sogenannte KI-Roadmap, zu überführen. Dabei müssen Einrichtungen zunächst entscheiden, ob sie eine KI-Lösung selbst entwickeln, mit einem Partner kooperieren oder sie erwerben möchten. Neben der technologischen Umsetzung ist es von zentraler Relevanz, die eigene Organisation auf den Einsatz von KI vorzubereiten. Dies umfasst KI-Governance, samt ethi-scher und datenschutzrechtlicher Richtlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit (Patienten-)Daten, die Implementierung von Datenschutzmaßnahmen sowie die Förderung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit in KI-gestützten Entscheidungsprozessen. Darüber hinaus ist es wichtig, die Belegschaft auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten und sie aktiv in den Transformationsprozess einzubinden. Dazu zählt die Sensibilisierung für die Potenziale und Herausforderungen von KI, die Vermittlung von relevantem Wissen und Fähigkeiten durch gezielte Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen

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Künstliche Intelligenz – eine Frage der Kultur

Der Einsatz von KI führt nicht ausschließlich zu einer technischen Digitalisierung, sondern vielmehr zu einer digitalen Transformation! Denn Vorhaben zur KI sind nicht per se ein reines IT-Projekt, sondern in erster Linie hochgradig komplexe Organisationsprojekte. Diese leiten tiefgreifende, in digitalen Technologien begründete Veränderungsprozesse ein. Der Einsatz von KI ist demnach eine Frage der Kultur: Dabei gilt es, eine Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter aktiv dazu ermutigt werden, Innovationen voranzutreiben, aus Fehlschlägen zu lernen und dabei ethische Standards sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Daten als grundlegende Werte der Unternehmenskultur zu etablieren.

KI im Gesundheitswesen: Fazit

Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft, die im Wettbewerb bestehen und die Vorteile der KI nutzen möchten, sollten sich nun mit den Kernfragen auseinandersetzen und eine individuelle Strategie für den Einsatz und Umgang mit KI ausarbeiten. Voraussetzung ist ein stringentes Vorgehen sowie die Erkenntnis, dass der Einsatz von KI nicht nur eine technologische, son-dern eine unternehmensstrategische, -organisatorische und -kulturelle Fragestellung ist.

Laura Goretzka
ist Senior Beraterin bei der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Bildquelle: Curacon GmbH

Raphael Schmillenkamp
ist JuniorBerater bei der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bildquelle: Curacon GmbH