Mittelständler stürzen sich auf KI wie Teenager auf den ersten Kuss: große Erwartungen, wenig Erfahrung und oft ein ernüchterndes Ergebnis. Warum KI-Projekte scheitern, welche überraschend erfolgreich sind – und was wir daraus lernen können. Ein Blick hinter die Buzzwords.
Künstliche Intelligenz soll Unternehmen schneller, effizienter, kreativer machen. So weit die Theorie. Die Praxis zeigt: Wer KI-Projekte einfach nur „einführt“, kann das Scheitern gleich mitbuchen. Was funktioniert also? Neugier wecken und Lust machen. Raum geben zum Ausprobieren. Menschen müssen KI nicht erklärt bekommen – sie müssen sie erleben. Am besten spielerisch. Ohne Angst. Ohne Druck. Der entscheidende Aspekt: Menschen müssen KI erleben, nicht nur erklärt bekommen.
Eine Umfrage von Salt and Pepper und YouGov zeigt: 66 Prozent der 18- bis 44-Jährigen nutzen KI-Tools, doch über die Hälfte fühlt sich überfordert. Ältere Kollegen sind eher gelassener wenn sie KI nutzen. Noch spannender ist eine Studie der Professorin Ilanit Siman-Tov-Nachlieli aus Tel Aviv: Leistungsträger, die sich durch hohe Performance hervortun, stehen KI-Tools oft besonders skeptisch gegenüber. Sie fürchten, dass ihre herausragende Stellung verloren geht, wenn KI-Projekte ihre Arbeitsergebnisse relativieren. Diese Angst vor Statusverlust führt dazu, dass ausgerechnet die besten Mitarbeiter neue Technologien weniger bereitwillig nutzen.
Lernen wir daraus: Technik kann helfen, aber nur, wenn Menschen bereit sind, sich darauf einzulassen. Wer KI einfach einführt, wird scheitern. Wer dagegen Neugier weckt, Menschen mitnimmt und ihnen Raum zum Ausprobieren gibt, hat eine echte Chance.
Lust schlägt Last – ein Beispiel aus der Praxis
Wie man’s besser macht? Ganz einfach: durch Erleben, nicht durch Anordnen. Bei Hartkorn Gewürze starteten wir mit einer knackigen Keynote über KI im Vertrieb und Content. Danach brainstormten die Teilnehmer, wo sie sich den Einsatz konkret vorstellen konnten – etwa bei der Lead-Generierung, im Marketingtext oder bei Marktanalysen. Anschließend ging es direkt in die Praxis: ausprobieren, Fehler machen, lachen, lernen. Das Ergebnis: Nicht ein großer Masterplan, sondern viele kleine Erfolgserlebnisse. Und genau die machen den Unterschied.
KI-Projekte: Was wirklich funktioniert und was nicht
Erfolgreiche Mittelständler setzen KI dort ein, wo sie sofort im Alltag hilft. Also bei Aufgaben, die bisher mühsam, repetitiv oder zeitraubend waren: Recherchen schneller erledigen, Feedback zum Verkaufsgespräch erhalten, Inhalte für Social Media vorbereiten, neue Leads systematisch ansprechen oder Workshops effizienter strukturieren. KI-Projekte können immer dann scheitern, wenn sie zu groß gedacht werden („Wir revolutionieren alles auf einmal“), Ängste der Mitarbeiter ignoriert werden oder der Mehrwert nicht erlebbar ist. KI muss den Alltag erleichtern, nicht komplizierter machen. Künstliche Intelligenz wird den Menschen nicht ersetzen. Aber KI wird den Unterschied machen – zwischen denen, die sich verändern wollen, und denen, die sich lieber entschuldigen.
Wie KI-Projekte den Alltag verändern
Im eigenen Alltag setze ich KI immer dort ein, wo es sofort spürbare Erleichterung bringt. Wenn ich bei einer Aufgabe länger als fünf Sekunden grübele, lasse ich lieber gleich eine erste Idee von KI entwickeln. Ich nutze KI als Sparringspartner für Entscheidungen, kreatives Brainstorming und Content-Erstellung oder lasse sie bei der Vorbereitung von Workshops helfen.
Auch in der Lead-Generierung, Marktanalysen, im Qualitätsmanagement und selbst beim Erstellen von Pressespiegeln ist KI längst ein unverzichtbarer Helfer geworden. Sogar erste KI-Projekte mit Avataren für den 24/7-Kundendialog laufen bereits. Entscheidend ist aber immer, dass Menschen selbst erleben, wie hilfreich KI sein kann. KI einzuführen heißt nicht, Software zu kaufen. Es heißt vielmehr, Kultur zu entwickeln. Wer Experimente ermöglicht, Fehler zulässt und kleine Erfolge sichtbar macht, baut Ängste ab und Begeisterung auf. Wie in der Pubertät: Es wird chaotisch – aber am Ende steht Wachstum.
Am 17. Juni 2025 geht es beim IT-Circle von Milz & Comp., der bei DataCiders in Dortmund stattfindet, um KI und andere „neue“ Technologien. Bei der Veranstaltung wird gezeigt, wie ChatGPT & Co. den Markenauftritt verbessern kann – oder ihn gegen die Wand fahren kann, wenn die Einführung falsch erfolgt. Außerdem wird gezeigt, wie Prompt Engineering in Wirklichkeit aussieht und wie Unternehmen mit generativer KI schneller, besser und kreativer werden. Und es wird gezeit, wie Halluzinationen erkennt werden und wie Mitarbeiter beim Umgang mit Ki fit gemacht gemacht werden. Ein Praxisimpuls zu Beginn der Veranstaltung liefert Christian Schneider, Geschäftsführer der DataCiders GmbH.
Stand: 16.12.2025
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Markus Milz ist Unternehmensberater sowie Strategie- und Vertriebsexperte mit über 25 Jahren Erfahrung in der mittelständischen Wirtschaft. Als Gründer und Geschäftsführer der Milz & Comp. GmbH unterstützt er Unternehmen in den Bereichen Vertrieb, Führung und strategische Entwicklung. Zudem ist er Buchautor und Redner bei Events und Fachkonferenzen.