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Cybersecurity Awarenes KI-Prompts: Manipulation öffnet die Büchse der Pandora

Ein Gastbeitrag von Tony Fergusson 3 min Lesedauer

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Die Integration von künstlicher Intelligenz in Unternehmen hat zum Ziel, die Effizienz von Geschäftsabläufen zu verbessern, Arbeitsabläufe zu rationalisieren und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Allerdings birgt die Nutzung dieser Tools auch Risiken, wie die Manipulation von KI-Prompts.

(Bild:  © Thapana_Studio/stock.adobe.com)
(Bild: © Thapana_Studio/stock.adobe.com)

Darum Geht's

Integration von KI erhöht Risiken: Unternehmen setzen KI ein, um Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten. Dennoch besteht die Gefahr der Manipulation von KI-Prompts, welche zu erheblichen Schäden führen können, ähnlich SQL-Injection-Angriffen.
 
Herausforderung durch Prompt Hacking: Prompt Hacking nutzt natürliche Sprache für Angriffe, was eine niedrige Einstiegshürde darstellt. Dies erfordert eine Erhöhung der Sicherheitsstandards und die Implementierung eines Zero-Trust-Ansatzes.
 
Notwendigkeit proaktiver Verteidigungsstrategien: Unternehmen müssen ihre Sicherheitspraktiken anpassen, um Sprachmanipulationen zu erkennen. Eine proaktive Sicherheitsstrategie ist essenziell, um KI-gesteuerte Prozesse zu sichern und Kundenvertrauen zu gewährleisten.

Der Cyber Security Awareness-Monat ruft zur Wachsamkeit auf angesichts der sich rapide entwickelnden Angriffsmethoden mit Hilfe von KI. Der neueste Trend der Angreifer zielt auf die Manipulation von KI-Prompts ab. Mithilfe von Prompt Hacking oder Prompt-Injektion nutzen die Malware-Akteure die natürliche Sprache für ihre schädlichen Machenschaften, wodurch auch ohne große Programmierkenntnisse maximaler Schaden entstehen kann.

Hier wiederholt sich die Geschichte, denn ein solches Vorgehen ist per se nicht neu. Vergleichbar mit den SQL Injection-Angriffen der frühen 2000er Jahre setzt Prompt Hacking an der Interpretation der User-Eingaben durch Systeme an. So kann heute ein böswilliger Akteur ausgefeilte KI-Prompts erstellen, die eine KI dazu bringt, sensible Informationen preiszugeben, unbefugte Aktionen auszuführen oder den Betrieb zu stören. Da KI-Systeme mittlerweile in Prozesse wie Kundenkommunikation, Gehaltsabrechnung und Datenmanagement eingebettet sind, können die Folgen einer solchen Manipulation von Prompts gravierend ausfallen. Ein einziger wohlformulierter Prompt-Angriff kann finanzielle Verluste, Dienstunterbrechungen oder sogar Reputationsschäden nach sich ziehen.

Manipulation von KI-Prompts erfolgt in natürlicher Sprache

Eine solche Manipulation von KI-Prompts geht mit einer niedrigen Einstiegsbarriere einher. Prompt Hacking erfordert keine fortgeschrittenen technischen Kenntnisse: Die Manipulation erfolgt in natürlicher Sprache und nicht in Programmiercode. Da diese Angriffe auf Worten und nicht auf technischen Schwachstellen beruhen, sind sie auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Wenn beispielsweise die Textfarbe für die Befehle auf weiß eingestellt wird und damit für das menschliche Auge nicht erkennbar ist, wird auf einfache Art und Weise ein klassischer Mechanismus ausgehebelt. Die einfache Zugänglichkeit erweitert den Kreis der Malware-Akteure und erhöht gleichzeitig die Anforderungen an wirksame Abwehrstrategien.

KI-Prompts erfordern höhere Sicherheitsstandards

Indem die Macht der Sprache genutzt wird, gibt es nicht nur einen einzigen Angriffsvektor oder ein einziges Ergebnis von Prompt Hacking – diese Erkenntnis muss sich in Sicherheitsteams erst durchsetzen. Sie müssen sich mit schädlichen „Aufforderungen“ statt mit bösartigem „Code“ auseinandersetzen. Hier kann das Zero-Trust-Prinzip in der Abwehr seine Stärken ausspielen. Die Einführung eines Zero Trust-Sicherheitsframeworks stellt eine Möglichkeit dar, diesem Problem zu begegnen. Denn der Ansatz basiert auf der Prämisse, dass keinem User, keinem System und keiner Interaktion von vornherein vertraut wird. Zero Trust legt den Schwerpunkt auf kontinuierliche Überprüfung, was bedeutet, dass Unternehmen alle Prompts und Eingaben auf ungewöhnliches Verhalten überwachen können, unabhängig von ihrer Quelle oder ihrer wahrgenommenen Legitimität.

Demnach gilt es, Sicherheitspraktiken so anzupassen, dass die besonderen Risiken durch Sprachmanipulation erkannt werden können. Anstelle der technischen „Code-Probleme“ müssen Unternehmen nun böswillige Eingabemuster oder „Problem-Prompts“ antizipieren, die versuchen, Schutzmaßnahmen auszuhebeln. Durch die Einbettung von Sicherheit in jeden Teil des KI-Betriebs, von der Systemarchitektur bis hin zu Workflow-Berechtigungen, können Unternehmen einer KI-gestützten Zukunft mit größerer Zuversicht entgegenblicken.

Die Büchse der Pandora ist geöffnet

Prompt Hacking ist vergleichbar mit der Büchse der Pandora. Stetig wandelnde Eingabeaufforderungen im Verborgenen sind eine Herausforderung, die Unternehmen beim Einsatz von KI nicht ignorieren dürfen. Da KI-Systeme zunehmend in zentrale Geschäftsfunktionen integriert werden, nehmen die mit der Manipulation von KI-Prompts verbundenen Risiken weiter zu. Es handelt sich schon lange nicht mehr um ein rein hypothetisches Problem, so dass Handlungsbedarf besteht. Unternehmen tragen die Verantwortung, sich mit dem Einsatz von KI-Tools auch deren Absicherung zuzuwenden. Die Aktualisierung von Richtlinien, Systemen und Schulungen ist auf allen Ebenen erforderlich.

Durch die KI wandeln sich Branchen rasant. Wettbewerbsvorteile entstehen für diejenigen Unternehmen, die die Möglichkeiten der KI für sich erkennen und ausschöpfen. Um das Potenzial der KI auch sicher zu nutzen, muss von Anfang an eine proaktive Verteidigungsstrategie eingeplant werden. Robuste Schutzmaßnahmen sind erforderlich, um sensible Daten und Prozesse zu schützen und das Vertrauen der Kunden zu bewahren.

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KI-Prompts Tony Fergusson ZscalerTony Fergusson
ist CISO in Residence EMEA bei Zscaler, Anbieter einer Cloud-basierten Sicherheitsplattform für Zero Trust.

Bildquelle: Zscaler

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