Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, doch so mancher IT-Verantwortlicher mag sich fragen, welche Vorteile die KI-Transformation bietet. Laut einer neuen Studie von NetApp liegt der größte Nutzen in einer höheren Produktivität und verbesserten Innovationskraft.
(Bild: Slowlifetrader/Adobe Stock)
Wie der im März erstellte „Cloud Complexity Report 2024“ von NetApp zeigt, begünstigt die KI-Transformation nicht alle Unternehmen im selben Maße. Manche Branchen und Länder profitieren in verstärkter Form von höherer Produktivität und Innovation, während andere Industriebereiche sich schwertun, KI produktiv in ihre Prozesse einzubinden. Aber auch die KI-Nachzügler haben eine Chance, zur Spitze aufzuschließen. Dazu benötigen sie lediglich die richtige KI-Strategie. Für den Report wurden weltweit 1.300 IT-Verantwortliche zu den Vorteilen der KI-Transformation befragt. Die genannten Vorteile decken die Bereiche höhere Produktivität und verbesserte Innovationskraft ab.
KI-Transformation führt zu mehr Effizienz
Erhöhung der Produktionsrate: 50 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass KI-Lösungen die Produktionsrate steigern. Von diesem Vorteil profitieren in erster Linie das produzierende Gewerbe und der Technologie-Sektor. Mit KI lassen sich viele Prozesse automatisieren, was die Effizienz und Geschwindigkeit erhöht. Insbesondere die Automatisierung von Routineprozessen wird von den Verantwortlichen als Vorteil erkannt (46 Prozent). Durch den Einsatz von KI-gestützten Analyse-Tools können Unternehmen zudem Engpässe frühzeitig erkennen und optimieren, was zu einer besseren Ressourcennutzung führt. Weiterhin erlaubt KI eine präzisere Vorhersage von Nachfrage und Wartungsbedarf. Das minimiert Ausfallzeiten und stellt die kontinuierliche Produktion sicher.
Verbesserung von Datenbankabfragen: 35 Prozent der Befragten sehen, dass sich die Qualität von Datenbankabfragen durch KI deutlich erhöht. Dafür nutzt sie fortschrittliche Algorithmen zur Mustererkennung und Datenanalyse und liefert so genauere Suchergebnisse. Durch maschinelles Lernen können Abfragen kontinuierlich optimiert und an die spezifischen Bedürfnisse und Kontextbedingungen angepasst werden. Zudem sind KI-gestützte Lösungen in der Lage, Inkonsistenzen und Fehler in Datenbanken automatisch zu identifizieren und zu korrigieren. Das verbessert die Integrität und Zuverlässigkeit der Abfragen.
Überbrückung des „Skills Gap“: KI hilft auch dabei, Qualifikationslücken oder „Skills Gaps“ zu überbrücken. Dies sehen zumindest 30 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen. So unterstützen LLM wie etwa ChatGPT bei der Programmierung und schließen dabei die Lücke zwischen erfahrenen Senior-Softwareingenieuren und jüngeren Mitarbeitern sowie Quereinsteigern ein Stück weit.
KI-Transformation führt zu höherer Innovationskraft
Verbesserte Customer Experience: 45 Prozent der Befragten geben an, dass KI-Lösungen die Kundenerfahrung deutlich verbessern. So hilft KI etwa, indem sie personalisierte Empfehlungen gibt und maßgeschneiderte Dienstleistungen anbietet, basierend auf individuellen Kundenpräferenzen und Verhaltensmustern. Da die Bedürfnisse der Kunden besser und schneller erfüllt werden, steigen Kundenzufriedenheit und -bindung.
Produktentwicklung: KI-gestützte Analyse-Tools ermöglichen, Marktdaten und Kundenfeedback schneller und präziser auszuwerten. Das Ergebnis: innovative und marktgerechte Produkte. Zudem können durch Simulationen und Prognosen in der Entwicklungsphase Risiken verringert und der Entwicklungsprozess beschleunigt werden. 35 Prozent der Befragten sehen diese oder ähnliche Vorteile in ihrem Unternehmen, wenn es um die Produktentwicklung geht.
Mehr Sicherheit und Risikobewertung: Auch in den Bereichen Cybersecurity und Risiko-Assessment stellen 38 Prozent der Befragten eine spürbare Verbesserung durch KI fest. Künstliche Intelligenz kann etwa Bedrohungen und Anomalien in Echtzeit erkennen. So können Sicherheitssysteme proaktiv und damit effektiver reagieren. Darüber hinaus macht KI eine genauere Risikobewertung möglich, indem sie große Datenmengen und komplexe Muster analysiert, die Grundlage für bessere Entscheidungsgrundlagen.Transformation. Die neue KI-Welt ist gespalten
Ergebnisvorhersage: Durch maschinelles Lernen und Datenanalyse kann KI exakte Vorhersagen über zukünftige Trends und Entwicklungen treffen. Mit dieser Unterstützung können Unternehmen strategische Entscheidungen fundierter vorbereiten und ihre Ziele effizienter erreichen. 32 Prozent der Befragten sehen aus diesen oder ähnlichen Gründen einen Top-Vorteil der KI-Transformation.
Die neue KI-Welt ist gespalten
Die vielfältigen Vorteile von KI sind mittlerweile weithin bekannt und zeigen sich bereits konkret in den Unternehmen. Dies bildet auch der aktuelle Report ab. Doch die Zahlen geben auch Anlass zur Sorge: So sehen wir eine klare Kluft zwischen KI-führenden und KI-schwachen Branchen. Es überrascht dabei nicht, dass der Technologiesektor bei Innovation und KI führend ist. Hier gibt es die meisten KI-Projekte, die sich entweder in der Pilotphase befinden oder bereits laufen (70 Prozent). Aber auch das Bank- und Finanzwesen und das verarbeitende Gewerbe sind führend mit 55 beziehungsweise 50 Prozent der KI-Projekte, die in der Pilotphase sind oder bereits laufen. Schlusslichter im Branchenvergleich: Der Gesundheitssektor liegt bei 38 Prozent und die Medien- und Unterhaltungsbranche bei nur 25 Prozent.
Stand: 16.12.2025
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Derselbe Spalt trennt auch Großunternehmen von kleineren Unternehmen. 62 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern haben KI-Projekte entweder in der Pilotphase oder länger laufend, verglichen mit 36 Prozent der Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Darüber hinaus setzen Datenwissenschaftler und Dateningenieure KI schneller ein als die C-Suite.
Eine clevere KI-Strategie baut Brücken
Aber es gibt auch Hoffnung für die Nachzügler. Regionen, Branchen und Unternehmen, die bei der KI-Transformation hinterherhinken, können noch zu den KI-Vorreitern aufschließen - aber sie müssen schnell handeln. KI-Nachzügler mit IT-Umgebungen, die bereits für KI optimiert sind (mit einheitlicher Datenspeicherung), werden KI schneller übernehmen können. Diejenigen mit isolierten Datenumgebungen werden mehr Hindernisse zu überwinden haben.
IT-Kosten und Sicherheit sind die beiden größten Herausforderungen des KI-Zeitalters, aber sie werden den Fortschritt der KI nicht behindern. KI-Führungskräfte werden stattdessen ihre Ausgaben senken, andere IT-Aktivitäten einschränken oder Kosten aus anderen Unternehmensbereichen umverteilen, um KI-Projekte zu finanzieren. Darüber hinaus gilt es, die Investitionen in CloudOps, Datensicherheit und KI in naher Zukunft stark zu erhöhen. Damit wird sich der Graben zwischen KI-Nachzüglern und führenden Unternehmen überwinden lassen können.
Begoña Jara ist Vice President und General Manager für Deutschland bei NetApp, dem Anbieter von Unified Storage, integrierten Data Services und CloudOps-Lösungen. Ergänzt wird das Portfolio um die daten- und KI-basierte Analyse für das Datenmanagement.