Im November 2022 machte OpenAI seinen Chatbot „ChatGPT“ der Öffentlichkeit zugänglich. Das hat die Wahrnehmung und Nutzung von KI grundlegend verändert. Für viele Unternehmen scheint künstliche Intelligenz das Wundermittel zu sein, mit dessen Unterstützung sie Versäumnisse in der Digitalisierungsstrategie egalisieren. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Worauf es in Sachen KI-Trends 2024 ankommt.
(Bild: Login – stock.adobe.com)
Bislang herrschte Wild-Wild-West-Stimmung am internationalen KI-Markt. Das wird sich in 2024 ändern. Nachdem die EU mit dem AI-Act bereits 2021 einen ersten Gesetzesentwurf vorlegte, einigten sich die Mitgliedsstaaten im Dezember 2023 nun auf eine vorläufige Fassung. Vor allem in kritischen Infrastrukturen sollen weiterhin menschliche Augen die Oberhand behalten. Einschränkungen von Bürgerrechten oder die Beschneidung des freien Willens werden verboten und Funktionen wie Gesichtserkennung nur in Ausnahmefällen geduldet. Damit ist die europäische Union Vorreiter auf dem Feld der KI-Regulierung.
Definitiv Game-Changer-Potenzial hat auch die Verpflichtung zu mehr Transparenz. Im dichter werdenden Algorithmus-Dschungel lassen die selbstlernenden Systeme kaum Rückschlüsse auf die Quellen ihrer Ergebnisse zu. Die Qualität der Trainingsdaten und ihren Ursprung kritisch zu hinterfragen, minimiert also das Risko schädlicher Nutzung, Diskriminierung und vermeidet ein zu hohes Bias. Anbieter von Suchmaschinen bauen indes Faktenchecks in ihre Bots ein, um sogenannten Halluzinationen, Fake-News aus der Feder von KI, vorzubeugen.
KI-Trends 2024: Endlich smarte Smart Assistants
Smart Assistants machen ihrem Namen bei den KI-Trends 2024 alle Ehre. Der Smart-Speaker-Markt wächst kontinuierlich und dennoch galten Alexa, Siri und Co. bisher als sehr fehleranfällig und führten lediglich einfache Befehle aus. In naher Zukunft sollten Interaktionen für das Smart Home einem Vergleich mit der Sprachausgabe der ChatGPT-App standhalten. Denkbare Einsatzszenarien für die Tools sind Haushaltsgeräte mit KI-Support – Kühlschränke, die ihre Temperatur je nach Inhalt anpassen oder Erinnerungen an die kommenden Wocheneinkäufe auf das Smartphone schicken. Meta zeigt bereits, wie es geht, und launcht in Kooperation mit RayBan Smart Glasses mit integrierter KI und Sprachsteuerung. Auch für Unternehmen eröffnen sich neue Möglichkeiten: Smart Assistants unterstützen Unternehmen, ihre Online-Umsätze mittels Voice Commerce zu steigern.
Menschliche Intelligenz bekommt einen Boost
Generative KI erlebte im vergangenen Jahr einen Hype und neue Tools im Bereich von Text-, Bild- und Sprach-KIs fluteten den Markt. Künstliche Intelligenz wird vielfach als simple Lösung für zahlreiche Probleme gepriesen. Bis tatsächlich von intelligenten Systemen die Rede sein kann, ist es noch ein weiter Weg. Mensch-Maschinen-Synergien – that‘s what the magic is – Stand Heute. Generative KI-Tools nutzen und erweitern menschliches Wissen, sie eröffnen innovative Perspektiven und heben die Arbeitsproduktivität auf ein neues Level. Zum jetzigen Zeitpunkt nehmen Benutzer eine zentrale Rolle in dem Mensch-KI-Konstrukt ein, denn sie sind es, die Denkanstöße liefern und Resultate filtern. Per Augmented Intelligence, also erweiterter Intelligenz, realisieren kreative Köpfe in 2024 Projekte, die zuvor ganze Teams eingebunden hätten.
KI-Trends 2024: Bots für alle Fälle
Die Anwendungsbereiche von KI-Lösungen sind vielfältig und für nahezu jede Branche relevant. Google und Microsoft stießen mit der Integration von KI in das eigene Software-Potpourri eine Bewegung an – die in 2024 zum Megatrend aufschwingt. Nischenprodukte zeigen schon heute, welche Aufgaben die KI-Anwendungen morgen übernehmen: Im Dialog mit Text-Bots geplante Reisen werden dank Anknüpfung an Buchungsplattformen auf Wunsch gleich umgesetzt. Bald sollen sich mit solchen KI-Avataren auch komplexere Aufgaben bewältigen lassen. Wo Nutzer verstärkt von Benefits profitieren, müssen Betreiber von Online-Reiseagenturen und Co. umdenken, um den Anschluss nicht zu verpassen.
OpenAI prescht hier selbstbewusst nach vorne und stellte im November 2023 GPTs vor, multimodale Anwendungen, die Benutzern den Weg frei machen, auch ohne Vorkenntnisse eigene KI-Avatare zum Leben zu erwecken. Der Schaffensprozess baut dabei wie gewohnt auf Texteingaben. Schon in absehbarer Zeit wird jeder die eigene Personal Brand beziehungsweise sich selbst via KI skalieren können. Intern existieren solche Assistenten bereits als BoschGPT oder dmGPT, im nächsten Schritt erleichtern die KI-Klone den Kundenservice und polieren das Dienstleistungsangebot auf. Dennoch bleibt es auch in Zukunft wichtig abzuwägen, ob die Lösung künstliche Intelligenz für die unternehmensinternen Prozesse Sinn ergibt und sie vereinfacht – oder ob es sich lediglich um einen kurzfristigen Hype handelt.
KI-Tech erschließt Potenziale in Kreativität
Die Text-to-Image-KI Midjourney lässt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Wirkten die ersten Versuche der Software noch wackelig, beeindruckt sie mittlerweile mit fotorealistischen Motiven. Diese rasante Evolution ist beispielhaft für KI-Generatoren in den Bereichen Audio und Video. Sie gestalten aktuell maßgeblich die Videospielbranche und erhöhen auch die Dynamik im Metaverse.
Stand: 16.12.2025
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Abseits der Gaming-Industrie sprießen auch in der Werbeindustrie KI-Tools wie Pilze aus dem Boden. So erlaubt PikaLab die Rekreation von Ads ohne jegliches Equipment wie Kameras oder Mikrofone. Auch im Bereich der Medienproduktion wird generative KI künftig nicht mehr wegzudenken sein. Für Marketer heißt es nun Inhalte und Erlebnisse zu schaffen, die aus der Content-Flut hervorstechen und Menschen emotional bewegen. Wer lediglich weiteres Rauschen erzeugt, droht in der breiten Masse unterzugehen. Echte Kreativität ist gefragter denn je.
Simon Graff Gründer und Experte für disruptive undaufstrebende Technologien bei For Real?! Media GmbH und Vorsitzender des Hamburger XR-Vereins nextReality e.V
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Richard Harless Advisor im Experten-Team bei For Real?! Media
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Marie Krause Creative Technologist bei For Real?! Media