Das kommende Jahr stellt die Wirtschaft vor bedeutende Herausforderungen. Technologien wie generative-KI und Cloud Services beflügeln Unternehmen, zwingen sie jedoch zum Umdenken und Handeln. KI Trends 2024: Wir haben Branchen-Experten die zentrale Frage gestellt: Welche Technologie wird 2024 die digitale Transformation und das Wachstum von Unternehmen besonders vorantreiben und auf welche Weise?
(Bild: freepik)
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KI Trends 2024: Automatisierung und Cloud Security
Aus meiner Sicht werden zwei Technologiebereiche für Unternehmen eine zentrale Rolle spielen: Die Automatisierung von End-to-End Prozessen und Workflows sowie Cloud Cyber Security.
Automatisierung vervielfacht den Mehrwert von Vernetzung und Digitalisierung Die Landschaft von Software-Anwendungen und Datenquellen wird immer komplexer. Oftmals arbeiten verschiedenste Abteilungen in Unternehmen mit unterschiedlichsten Systemen, die nicht miteinander kommunizieren. Dies führt zu Datensilos, ineffizienten Prozessen und verpassten Chancen der Digitalisierung.
Automatisierung mit einer Integrationsplattform vervielfacht den Mehrwert von Vernetzung und Investitionen in die Digitalisierung. Sie ermöglicht zielgerichtete Workflows, fördert die Geschäftstransparenz und senkt die Kosten. Mit Integration-Platform-as-a-Service-Lösungen (iPaaS) auf Basis von ‘Low-Code‘ sind Softwareentwickler und Integrationsspezialisten nicht mehr zwingend notwendig. Automatisierungsabläufe lassen sich visuell konfigurieren. Das senkt den Aufwand für Unternehmen.
Vorgefertigte Konnektoren vereinfachen die Integrationsflüsse in unternehmenseigene IT-Umgebungen und Cloud-Systeme für ERP/CRM wie SAP oder Collaboration-Tools wie MS Teams. Das verkürzt IT-Projektlaufzeiten und –senkt Kosten. Am Ende steht ein deutlich verbessertes Time-to-Value-Verhältnis.
Cloud Cybersicherheit mit Security Service Edge Angesichts der immer professionelleren Cyberkriminalität und der immer komplexeren Sicherheitsanforderungen in Unternehmen sind ganzheitliche Lösungen gefragt. Aus diesem Grund haben wir mit dem Security Service Edge, kurz SSE, eine umfassende Lösung entwickelt, die Managed Services und Beratung umfasst. Sie schützt, indem sie den Webverkehr überwacht und Malware und Ransomware blockiert. Kernstück ist ein Internet Security Gateway, das vor Bedrohungen schützt, den Webverkehr überwacht und die Sicherheit erhöht. Es bietet auch Kontrollmöglichkeiten für den Webzugriff der Mitarbeiter. Eine wichtige Komponente heutzutage ist Zero-Trust Network Access (ZTNA). Er ermöglicht den sicheren Zugriff auf private Cloud-Anwendungen und -Daten ohne VPN.
Nikolaos Kalivianakis Director B2B Business Solutions bei o2 Telefónica
Bildquelle: Nikolaos Kalivianakis
Security
KI Trends 2024: Cybersecurity als Enabler der digitalen Transformation
Mit dem Fortschreiten der digitalen Transformation und der zunehmenden Abhängigkeit der Unternehmen von Daten, Anwendungen und geistigem Eigentum wird der Bedarf an robusten Cybersecurity-Lösungen weiter steigen. Die Trends Remote-Arbeit und hybride Arbeitsmodellen werden 2024 und darüber hinaus zweifellos dominieren. Um ihre digitalen Vermögenswerte zu schützen, hybride Umgebungen abzusichern und nachhaltiges Geschäftswachstum zu ermöglichen, sollen Unternehmen weiterhin verstärkt auf Cybersecurity-Technologien wie fortschrittliche Bedrohungserkennung und -abwehr, Zero-Trust-Sicherheitsframeworks und Secure-by-Design-Entwicklungspraktiken setzen.
Die zunehmende Nutzung von Cloud Computing wiederum erfordert robuste Cybersecurity-Lösungen wie SD-WAN (Software-defined Wide Area Network), SASE (Secure Access Service Edge) und ZTNA (Zero Trust Network Access), um Cloud-Umgebungen nahtlos und effektiv abzusichern. Diese Technologien verhindern Datenschutzverletzungen, Diebstahl oder Kompromittierung von Daten und gewährleisten so die Geschäftskontinuität und das Vertrauen von Kunden und Partnern. Sie ermöglichen Organisationen den sicheren Fernzugriff, Kollaborationstools und Datenaustausch.
Die Konvergenz von IT und OT in der Cybersecurity Auch die Betriebstechnologie (Operational Technology, OT), die kritische Infrastrukturen und industrielle Prozesse unterstützt, erfordert mehr Cybersecurity. Durch die fortschreitende Integration von OT- und IT-Netzwerken sind OT-Systeme zunehmend denselben Cyberbedrohungen ausgesetzt wie die IT. Cybersecurity-Maßnahmen wie die Umsetzung der Zero-Trust-Netzwerkmodellen, Identitäts- und Zugriffsmanagement und Netzwerksegmentierung gewährleisten die Sicherheit kritischer Infrastrukturen und stellen die Integrität von Daten und Remote-Operationen sicher. Dadurch können Unternehmen im Jahr 2024 die Vorteile von Automatisierung, Datenanalyse und Remote-Management nutzen und gleichzeitig Cyberrisiken minimieren.
Thorsten Henning Regional Director Systems Engineering DACH, CISSP bei Fortinet
Bildquelle: Thorsten Henning
KI: Katalysator der digitalen Transformation
Die generative künstliche Intelligenz (KI) wird der Katalysator der digitalen Transformation. Sie hat das Potenzial, die menschlichen Fähigkeiten erheblich zu erweitern und die Art der Arbeit zu verändern. KI wird Einfluss auf die unterschiedlichsten Anwendungen nehmen. In allen Bereichen der Wissensarbeit werden KI-Copiloten mit Menschen zusammenarbeiten – fließend in natürlicher Sprache, um Erkenntnisse aus Daten zu synthetisieren, neue Ideen zu entwickeln, komplexe Konzepte zu übersetzen, Ergebnisse vorherzusagen und optimierte Entscheidungen und Maßnahmen zu empfehlen. KI-Assistenten werden zunehmend Kommunikations-, Koordinations-, Analyse- und Kreativaufgaben übernehmen, die heute die Zeit der Mitarbeiter in Anspruch nehmen.
Verbessertes Kundenerlebnis In der Unternehmens-IT werden die automatische Generierung von Code und automatisierte Softwaretests die Entwicklungszyklen und die Softwarebereitstellung beschleunigen. Marketing- und Vertriebsteams können in großem Umfang maßgeschneiderte digitale Inhalte für verschiedene Käufer-Personas und Kampagnen erstellen. E-Commerce-Plattformen könnten damit beginnen, automatisch Produktbeschreibungen, Kategorien, Kennzeichnungen und Empfehlungen zu generieren, um das Kundenerlebnis zu verbessern.
Boost für Cloud- und Edge Computing Die generative KI steht auch im Einklang mit den Trends des Cloud- und Edge-Computing. Cloud-Plattformen werden die Infrastruktur für die Entwicklung, den Einsatz und das kontinuierliche Training generativer Modelle auf neuen Daten in großem Umfang bereitstellen. Edge Computing wird die KI-Funktionen auf Benutzergeräte und eingebettete Systeme übertragen und so reaktionsschnelle Erlebnisse mit geringer Latenz auch bei eingeschränkter Konnektivität ermöglichen. Die Konvergenz von breiter Datenverfügbarkeit, skalierbarer Datenverarbeitung und KI-Algorithmen macht generative Modelle bereit für eine breite Anwendung.
Neue Produkte durch KI KI kann Aufgaben automatisieren, komplexe Daten interpretieren und Vorhersagen treffen, um die Entscheidungsfindung zu optimieren. Die Fähigkeit, Inhalte zu generieren und zu verbessern, könnte die sozialen Medien, das digitale Marketing und die Unterhaltung revolutionieren. Mit immer fortschrittlicheren Algorithmen könnten KI-Schnittstellen und Betriebssysteme entstehen, die auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind. Ähnlich wie frühere Innovationen, z. B. Halbleiter, Internet, Mobiltechnologie und Cloud Computing, werden generative KI-Modelle neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsabläufe ermöglichen. Ihre Fähigkeit, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine neu zu gestalten, macht generative KI zur transformativsten digitalen Technologie am Horizont.
Stand: 16.12.2025
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Das 2023 stand im Zeichen der künstlichen Intelligenz (KI) und ihrer Fähigkeit, aus großen Datenmengen Mehrwerte zu schaffen. Doch die Verfügbarkeit von fortschrittlicher Technologie ist nicht gleichzusetzen mit tatsächlichem Produktivitätszuwachs. Insofern dürfen wir 2023 als den Startpunkt für eine Entwicklung betrachten, die uns auf Sicht enorme Leistungszuwächse bescheren wird. Um diese Potentiale wirklich freizusetzen, müssen wir aber die Strukturen dafür aufbauen.
Auf dem Weg zum datenzentrierten Business Die Aufmerksamkeitsspirale um KI im Allgemeinen und generative KI im Speziellen hat besonders eines in den Mittelpunkt gerückt: den Wert von Daten. Es braucht sie, um KI-Modelle zu trainieren, Industrie-, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu verbessern. Im Jahr 2024 wird es für Unternehmen darum gehen, dieses Potenzial besser auszuschöpfen. Die EU prognostiziert bis zu 10 Prozent schnelleres Produktivitätswachstums für diejenigen Unternehmen, die in datengesteuerte Innovationen investieren.
Hybride Multicloud als Grundlage für die Datenwertschöpfung Dabei geht es für Unternehmen zunächst darum, ihre Datenpotentiale überhaupt strategisch zu erschließen. Und das wird immer schwieriger, weil das Datenwachstum an der Peripherie weiter massiv zunimmt, vor allem verursacht durch das Internet of Things. Daraus ergeben sich zwei Anforderungen. Erstens muss ein Großteil dieser Daten direkt vor Ort gespeichert und verarbeitet werden, etwa um Latenz zu minimieren oder regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Zweitens brauchen Firmen einen einheitlichen Zugriff auf alle Daten, um eine ausreichende Menge und Vielfalt an Trainingsmaterial für ihre KI-Modelle zu bekommen. Die technologische Antwort darauf ist die hybride Multicloud oder, wie wir es nennen, eine Edge-to-Cloud-Plattform. Sie verbindet unterschiedliche Standorte, Systeme und Plattformen nahtlos miteinander. Damit schafft sie die Grundlage, um den Wert verteilter Datentöpfe in Form von mehr Produktivität und profitablem Wachstum zu erschließen.
Automatisierte Datenextraktion und verbesserte Kommunikation
In meinen Augen wird insbesondere dem Thema Künstliche Intelligenz in den nächsten Jahren eine Schlüsselstellung zukommen, um die Digitalisierung und das Wachstum von Unternehmen voranzutreiben. Dies bestätigen die Unternehmen in aktuellen Studien auch selbst: So sehen laut einer Bitkom-Umfrage zum Beispiel 68 % aller Befragten KI als wichtigste Zukunftstechnologie an. Schließlich sind KI-Technologien sehr vielfältig und können in verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommen: Beispielsweise können in der Medizin durch Datenanalysen Früherkennungssysteme generiert oder Vordiagnosen getroffen werden, während Chatbots und virtuelle Assistenten die Kommunikation am Point of Sale revolutionieren. Des Weiteren wird KI in der Industrie zur Optimierung der Produktentwicklung oder Automatisierung von Produktionsabläufen eingesetzt oder im Finanzwesen zum automatisierten Risikomanagement genutzt – und das sind bei Weitem noch nicht alle denkbaren Einsatzszenarien.
Künstliche Intelligenz im Dokumentenmanagement Als Hersteller eines Dokumentenmanagementsystems spielt KI auch für uns bei PROXESS eine große Rolle: Unter anderem wird die Technologie mittels Feature Based-Learning Algorithmen und Musterkennungstechnologien zur automatisierten Datenextraktion und Erkennung von Zusammenhängen genutzt, sodass der Anwendende mehr Informationen zu einem Dokument oder Vorgang erhält. Ferner können Dokumentbeziehungen mittels Deep Learning Technologien automatisch erkannt werden. So lassen sich beispielsweise strukturierte Prozesse, wie die Eingangsrechnungsverarbeitung oder das Vertragsmanagement, automatisieren, um manuelle Arbeitsschritte zu verabschieden. Zudem können dem Anwender so repetitive und auch langweilige Aufgaben durch KI-Technologien abgenommen werden. Und genau das definiert für mich auch die Kernaufgabe von KI – sowohl heute schon als auch in Zukunft. Aber die Lösungen werden voranschreiten und den Unternehmen stetig neue Möglichkeiten bieten.
Die digitale Transformation umfasst alle Bereiche des Unternehmens. Eine generelle Aussage zu treffen, ist deshalb schwierig. Aus Sicht eines Standardsoftwareanbieters und Cloud Service Providers für Lösungen für digitales Dokumentenmanagement und Automatisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen sehen wir die folgenden wichtigen Entwicklungen:Cloud-basierte Einzellösungen für ERP, CRM sowie diverse Büro- und Verwaltungsprozesse werden zukünftig harmonisch ineinandergreifen. Dies ermöglicht Unternehmen, sich flexibel an sich ändernde Marktanforderungen anzupassen und ihre Kommunikation mit Kunden zu optimieren.
KI und Automatisierung: Der nächste Schritt in der Digitalisierung Die Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) steigert nicht nur die Effizienz und Effektivität der Mitarbeiter, sondern ermöglicht auch eine höhere Automatisierung von Geschäftsprozessen durch präzisere Informationen. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer entwickelt sich dabei immer mehr in Richtung einer natürlichen Sprachverständigung. Darüber hinaus erfordert die Automatisierung von Prozessen, insbesondere der schwach strukturierten tagtäglichen Büro- und Verwaltungsprozesse, agile und mit wenig Aufwand einsetzbare Softwarelösungen. Hierbei gewinnen besonders Low Code Tools an Bedeutung. Ein Beispiel ist Microsoft 365 Power Automate, das nahtlos mit Cloud-Services für Dokumentenmanagement und Dokumentenanalyse integriert ist.Eine weitere Entwicklung ist der Einsatz digitaler Signaturen, insbesondere qualifizierter. Diese machen eine vollständige digitale Gestaltung von Prozessen überhaupt erst möglich. Zudem wird dadurch der gefürchtete Produktivitätskiller namens “Medienbruch“ eliminiert.Man kann sicherlich sagen, dass die Innovationsdynamik in der IT-Branche in den kommenden Jahren deutlich an Fahrt aufnehmen wird. Große, global agierende Unternehmen und kleinere Spezialanbieter werden durch den Einsatz von KI, Cloud und benutzerfreundlichen mobilen Anwendungen neue Standards in der IT- und Software-Nutzung setzen.
Die digitale Transformation ist der Dreh- und Angelpunkt für Unternehmen, die im Jahr 2024 wachsen und gedeihen wollen. Sie bietet die Möglichkeit, Geschäftsprozesse zu automatisieren, Entscheidungen auf der Grundlage von Daten zu treffen und Kunden auf innovative Weise zu erreichen. Gerne greifen wir hierzu zwei Aspekte auf, die für Unternehmen in den nächsten Jahren von entscheidender Bedeutung sein werden: die Zukunft von ERP-Systemen und die Bewältigung des Fachkräftemangels.Die Zukunft von kaufmännischen Software-Systemen: Automatisierung und proaktive Entscheidungsfindung. In den nächsten fünf Jahren wird die Integration von KI und maschinellem Lernen in ERP-Systemen den Unternehmen einen erheblichen Vorteil verschaffen. ERP-Systeme werden nicht mehr nur dazu verwendet, Geschäftsprozesse zu automatisieren. Sie werden in der Lage sein, proaktive Entscheidungen zu unterstützen, die auf den gesammelten Daten und Analysen basieren. Unternehmen werden in der Lage sein, Markttrends vorherzusehen, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen und sogar Risiken in Echtzeit zu identifizieren.
Mit Tools wie zum Beispiel ChatGPT können Unternehmen Daten und Prozesse in der Cloud nutzen, um intelligente Unternehmensplanungen zu erstellen. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit Kunden und Service-Spezialisten, um branchenspezifische Dashboards zu erstellen. Diese Dashboards werden nicht nur das Reporting und die Planung vereinfachen, sondern auch Echtzeit-Einblicke in die Geschäftsprozesse bieten.
Bewältigung des Fachkräftemangels Der Fachkräftemangel ist eine große Herausforderung für viele Unternehmen. Die Lösung dieses Problems erfordert kreative Ansätze und gute Technologie. Dank der Cloud-basierten Software können Unternehmen ihren Mitarbeitern die Flexibilität bieten, von überall aus zu arbeiten. Dies ermöglicht nicht nur eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sondern gibt den Unternehmen auch die Möglichkeit, Talente überregional und sogar grenzüberschreitend zu rekrutieren. Durch die Einführung flexibler und innovativer Preismodelle, wie Pay-per-Use, können Unternehmen ihre Kosten reduzieren und ihre Liquidität erhöhen. Die Anfangsinvestitionen fallen geringer aus und Unternehmen sind finanziell Flexibler.
Alexander Kintzi Chief Revenue Officer Scopevisio AG
Bildquelle: Alexander Kintzi
BIG DATA
Weiterentwicklung der Enterprise-Search-Technologien
Fundierte Geschäftsentscheidungen bringen ein Unternehmen voran, falsche schaden ihm. Je umfassender das verfügbare Wissen, desto bessere Entscheidungen werden getroffen. Enterprise-Search-Technologien haben in den vergangenen Jahren erheblich dazu beigetragen, auf Anfragen relevante Informationen zu liefern. Einen ganz neuen Drive bringt in das Thema die technologische Umwälzung durch generative KI (genAI) und ChatGPT.
Fakten statt Halluzinationen à la ChatGPT Suche und genAI sind dabei, sich in höchst fruchtvoller Weise miteinander zu verbinden. Denn generative Sprachmodelle sind großartige Gesprächspartner. Werden sie jedoch allein eingesetzt, tritt schnell das bekannte Glaubwürdigkeitsproblem auf. Sie haben schlichtweg Schwierigkeiten, die richtigen Informationen zu liefern, vor allem in komplexen und nuancierten Bereichen, in denen Genauigkeit entscheidend ist. Ihre Kombination mit einer neuronalen Suche, wie sie die Sinequa-Plattform beinhaltet, löst dieses Problem. Die Verbindung von Information Retrieval und Textgeneratormodell bezeichnet man auch als „Retrival Augmented Generation“. Dabei werden Daten aus internen Wissensquellen abgerufen und als Kontext im Eingabeaufforderungstext bereitgestellt. Dies führt zu domänenspezifischen Textausgaben, die qualitativ deutlich hochwertiger sind als die Ergebnisse eines rein generativen KI-Systems.
„Converse with your content“ Suche wird also künftig zum Verbindungsglied zwischen (geprüften, validen) Unternehmensdaten im Backend und AI/Chatbot-Frontends auf User-Seite. Anfragen an die Enterprise-Search-Engine gehen weg vom klassischen Suchschlitz, hin zur Konversation: „Converse with your content“. Das Ergebnis sind genaue und (dank Quellenangaben) nachvollziehbare Antworten in natürlicher Sprache, basierend auf aktuellem Wissen.
Matthias Hintenaus Sales Director DACH bei Sinequa
Bildquelle: Matthias Hintenaus
KI Trends 2024: Komplexität der Vernetzung überwinden
Eine zentrale Aufgabe von Technologie wird sein, Daten und Systeme aus hybriden Multi-Cloud-Umgebungen zentral zu einem digitalen Abbild des Unternehmens zu integrieren. Daten und Anwendungen sind über mehr Plattformen und Standorte verteilt als je zuvor. Enterprise Integration-Lösungen sind gefragt. Hier spielt Cloud eine wichtige Rolle. Man spricht von einer „integration Platform as a Service“. Sie dient nicht als Flaschenhals, über den jegliches Datenvolumen geschleust werden muss, sondern ist die zentrale Instanz für Betrieb, Produktivität und Agilität der Integrationsprozesse. Die Verarbeitung der Daten und Transaktionen kann dezentral an verschiedenen Cloud-Orten (public und private) und klassischen on-premise Datenzentren stattfinden. KI wird da eine zentrale Rolle spielen.
KI-gestützte Unternehmensintegration Um eine KI-gestützte Unternehmensintegration aufzubauen, starten wir „Super iPaaS“, eine KI-fähige Unternehmens-integrationsplattform mit Konnektivität von On-Premise bis zur Cloud. Über eine differenzierte, umfassende, KI-gestützte Enterprise-Integrationsplattform können mehrere Integrationsmuster zusammengeführt werden. So können beispielsweise Anwendungen, Datenquellen oder Legacy-Systeme in der Cloud, vor Ort oder in hybriden Umgebungen verbunden werden. Das versetzt Kunden in die Lage, die Transformation voranzutreiben und den Wert ihrer Daten zu nutzen – produktiver und effizienter als je zuvor.
Agilität, Produktivität und Governance Die Kombination aus Agilität, Produktivität und Governance ist wichtig, weil Produkte in der heutigen iPaaS-Kategorie künftigen Geschäftsanforderungen nicht gerecht werden. Es sind neue Funktionen erforderlich, die vielleicht nicht als Teil des heutigen iPaaS-Stacks angesehen werden. Damit Firmen all' ihre Daten – vergangene, gegenwärtige und zukünftige – nutzen können, müssen einfache Verbindungen von Anwendungen zu Datenanalysen und von Mainframes zur Cloud geschaffen werden. Nur so können Unternehmen produktiver und transparenter arbeiten und mehr Wert aus ihren Investitionen in Datenplattformen ziehen.
Dr. Stefan Sigg Vorstandsmitglied und Chief Product Officer der Software AG