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Gesundheitspolitik Krankenhausreform: Unklare Standards gefährden die Qualität

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 2 min Lesedauer

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Der Deutsche Industrieverband Spectaris sieht im Entwurf zum Krankenhausreform-Anpassungsgesetz (KHAG) wichtige Impulse für die Modernisierung der Kliniken. Gleichzeitig warnt der Verband vor Risiken für die Versorgungsqualität, wenn Standards nicht genau definiert werden.

(Bild:  © sdecoret/stock.adobe.com - generiert mit KI)
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Marcus Kuhlmann, Leiter der Medizintechnik bei Spectaris, kommentiert das geplante Gesetz zur Krankenhausreform: „Die Aufstockung des Transformationsfonds auf 25 Milliarden Euro eröffnet Kliniken die Chance, massiv in digitale Infrastruktur, Robotik, Telemedizin und Bildgebung zu investieren. Besonders der angekündigte Abbau von Bürokratie bei Anträgen kann hier für Tempo sorgen.“ Positiv sei zudem die geplante Verpflichtung zu digitalen Prozessen (§ 283 SGB V). „Das zeigt: Vernetzte Versorgung wird zum Standard – und Medizintechnik kann zum zentralen Treiber werden“, so Kuhlmann.

Die Aufstockung des Transformationsfonds auf 25 Milliarden Euro eröffnet Kliniken die Chance, massiv in digitale Infrastruktur, Robotik, Telemedizin und Bildgebung zu investieren.

Marcus Kuhlmann, Spectaris

Problematische Zielsetzungen der Krankenhausreform

Spectaris warnt bei der Umsetzung der Krankenhausreform vor problematischen Tendenzen:

  • Ausnahmeregelungen für Kliniken mit geringer Ausstattung dürfen nicht dazu führen, Investitionen dauerhaft aufzuschieben.
  • Eine stärkere Zentralisierung medizinischer Leistungen kann kleinere Häuser unter Druck setzen. Hier braucht es gezielte Unterstützung für Kliniken in strukturschwachen Regionen.
  • Die Qualitätskriterien im Entwurf sind zu vage formuliert. Ohne klare technische Standards und Zertifizierungen fehlt Herstellern die Orientierung, um Innovationen gezielt an den Bedarfen auszurichten.

Transformationsfonds für KI-gestützte Systeme einsetzen

Spectaris plädiert dafür, die Mittel des Transformationsfonds gezielt auf nachhaltige, vernetzte und KI-gestützte Systeme zu lenken. „Nur wenn Investitionen in Qualität, Innovation und Breitenversorgung gleichermaßen abgesichert sind, kann die Reform ihr Versprechen einlösen“, so das Fazit von Kuhlmann.

Die Medizintechnik-Branche (Hersteller von medizintechnischen Geräten und Medizinprodukten inkl. Kleinstunternehmen) beschäftigte im Jahr 2024 laut gesundheitswirtschaftlicher Gesamtrechnung des WifOR-Instituts in Deutschland insgesamt rund 212.100 Menschen und erwirtschaftete eine Bruttowertschöpfung von 19,7 Milliarden Euro. Nach der Wirtschaftsstatistik gab es 2024 in Deutschland 1.510 Medizintechnik-Hersteller mit mehr als 20 Beschäftigten, die rund 166.000 Mitarbeitende beschäftigten und einen Gesamtumsatz von über 41,4 Milliarden Euro erzielten (55 Milliarden Euro inkl. Kleinstunternehmen). 68 Prozent des Medizintechnik-Umsatzes stammen aus dem Auslandsgeschäft. Rund 9 Prozent des Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert. 93 Prozent der Unternehmen sind KMU.

Spectaris ist der Deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik und vertritt 400 überwiegend mittelständische deutsche Unternehmen. Davon repräsentiert der Fachverband Medizintechnik bei der Spectaris rund 130 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnikbranche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Provider aus dem Bereich der respiratorischen Heimtherapie.

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