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Uniklinik Köln Künstliche Intelligenz unterstützt bei der Diagnose von Lungenkrebs

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Ein Team von Wissenschaftlern der Uniklinik Köln hat KI-Algorithmen entwickelt, die eine voll automatisierte Analyse von Gewebsschnitten von Patienten mit Lungenkrebs ermöglichen.

(Bild:  Crystal light / Adobe Stock)
(Bild: Crystal light / Adobe Stock)

Der Lungenkrebs, das sogenannte Bronchialkarzinom, zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen beim Menschen und weist eine sehr hohe Sterblichkeitsrate auf. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) erkranken in Deutschland jährlich rund 56.500 Menschen an Lungenkrebs. 

Die Grafik zeigt, wie die Algorithmen bei der Lungenkrebs-Diagnose wirken. Die rechte Darstellung wurde mit Hilfe Künstlicher Intelligenz generiert.(Bild:  Priv.-Doz. Dr. Yuri Tolkach)
Die Grafik zeigt, wie die Algorithmen bei der Lungenkrebs-Diagnose wirken. Die rechte Darstellung wurde mit Hilfe Künstlicher Intelligenz generiert.
(Bild: Priv.-Doz. Dr. Yuri Tolkach)

Heute ist die pathologische Untersuchung bei Patienten mit Lungenkrebs entscheidend für die Auswahl der Therapie. Ein Team von Wissenschaftlern der Uniklinik Köln, geleitet von Priv.-Doz. Dr. Yuri Tolkach und Univ.-Prof. Dr. Reinhard Büttner, hat eine digitale pathologische Plattform erstellt, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Die Plattform nutzt neue von dem Team entwickelte Algorithmen und ermöglicht eine voll automatisierte Analyse von Gewebsschnitten von Patienten mit Lungenkrebs. 

Digitalisierte Gewebeproben können mit der Plattform schneller und präziser, als es bisher möglich war, am Computer auf Lungentumore analysiert werden. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden unter dem Titel „Next generation lung cancer pathology: development und validation of diagnostic and prognostic algorithms“ im Fachjournal Cell Reports Medicine veröffentlicht.

Digitalisierung in der Therapie

In den letzten Jahren erlebte die Pathologie eine Digitale Transformation, wodurch Mikroskope nicht mehr benötigt werden. Typische Gewebsschnitte werden digitalisiert und auf dem Bildschirm eines Computers analysiert. Die Digitalisierung ist entscheidend für die Anwendung fortgeschrittener analytischer Methoden, beispielsweise Künstlicher Intelligenz. Durch den Einsatz von KI lassen sich aus pathologischen Gewebsschnitten zusätzliche Informationen über die Krebserkrankung gewinnen, die ohne diese Technologie nicht bekannt geworden wären.

„Darüber hinaus zeigen wir, wie die Plattform für die Entwicklung von neuen klinischen Tools genutzt werden könnte. Die neuen Tools können nicht nur die Diagnosequalität verbessern, sondern auch neue Arten von Informationen über die Erkrankung der Patientinnen und Patienten liefern, beispielsweise wie der Patient auf eine Therapie anspricht”, erläutert der Oberarzt und Leiter der Studie, Priv.-Doz. Dr. Yuri Tolkach vom Institut für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie der Uniklinik Köln.

Um die breite Anwendbarkeit der Plattform zu belegen, wird das Forschungsteam zusammen mit fünf pathologischen Instituten aus Deutschland, Österreich und Japan eine Validierungsstudie durchführen.

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