IT der Allgemeinheit verständlich zu machen, ist nicht einfach. Hier eröffnet LinkedIn eine performancestarke Chance: Eine gut umgesetzte Präsenz auf dem sozialen Business-Netzwerk verbindet IT-Schaffende und IT-Nutzende. Der ideale LinkedIn-Auftritt berücksichtigt acht zentrale C’s.
(Quelle: metamorworks - Adobe Stock)
LinkedIn-Marketing: Vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens überrascht es nicht, dass LinkedIn als global einziges soziales Netzwerk mit geschäftlichem Bezug in den vergangenen drei Jahren ein 30-prozentiges Wachstum in der DACH-Region verzeichnet hat. Mit seinen aktuell 17 Millionen Mitgliedern im deutschsprachigen Raum avanciert die seit 2003 existierende Plattform damit zum bedeutendsten digitalen Business-Netzwerk der Welt. Mit dem Kauf des Portals für rund 26 Milliarden US-Dollar bewies Tech-Mogul Microsoft 2016 einen guten Riecher, denn die Zeichen stehen klar auf Wachstum!
LinkedIn-Marketing: Doppelt hält besser
Mag es auf den ersten Blick wirken, als tummelten sich ausschließlich Gründer:innen, Investor:innen und Berater:innen auf LinkedIn, führt ein intensiverer Blick Führungspersönlichkeiten aus dem mittelständischen IT-Bereich zutage. Langjährige Geschäftsführende aus der Tech-Branche erwachen aus ihrem kommunikativen Dornröschenschlaf und erkennen, dass sie vom fachwortgespickten Monolog in anwenderfreundlichen Dialog wechseln müssen. Längst ist die Relevanz einer guten Präsenz undiskutabel. Remote Work verändert Firmenkulturen grundlegend. Junge, technologiegetriebene Start-ups treffen auf LinkedIn mit ihrem Wording und spezifischen Benefits den Geist der Zeit. Und schnappen sich Leads und Mitarbeitende. Um ihnen nicht das Feld zu überlassen, denken mittelständische Softwarehäuser neu und schöpfen das Potenzial von LinkedIn aus. Dazu gehört zweierlei: ein stets aktueller Unternehmensaccount und ein rege bespielter Personal Account mit Mut zur Persönlichkeit.
Der Unternehmensaccount als Ausgangspunkt
Der verstärkte Wettbewerb um gutes Personal und dichtes Marktgerangel erwecken bei Mittelständlern den Wunsch, über LinkedIn Menschen zu erreichen. Aber Achtung: Bei aller Mühe um das Firmenprofil sollte dieses jedoch nicht als Hauptinstrument fungieren. Unternehmensseiten bauen kaum eigene Reichweite auf. LinkedIn ist ein Personen-Netzwerk, bei dem der Algorithmus personenbezogenen Content der Community bevorzugt. Ein Firmenaccount im Corporate Design dient als erste Anlaufstelle und gehört daher auf LinkedIn dazu.
Aktuelle News in Form von regelmäßigen Beiträgen und Stellenanzeigen gehören ebenso auf den betrieblichen Businessauftritt wie Unternehmensgeschichte und Firmenphilosophie. Reichweitengewinnung und eine bessere Sichtbarkeit erzielt ein Businessprofil primär durch die Interaktion mit persönlichen Profilen. Während eine gut gepflegte Unternehmensseite einer herkömmlichen Standardsoftware entspricht, stellt ein aktiv geführtes, erkennbares, couragiertes und sprachfreudiges persönliches Profil im LinkedIn-Marketing das Pendant zur klugen Individualsoftware dar.
Das Personenprofil als persönlicher Angelpunkt im LinkedIn-Marketing
Jede Person und jede Marke hat in der Hand, wie sie nach außen kommuniziert. Für das Personal Branding auf LinkedIn stimmen Selbstdarstellung mit nachweisbarem Wissen und dem beruflichen Erfahrungshintergrund unbedingt überein. Das Profilbild, eine vollständige Vita und gut ausformulierte Informationen auf dem Profil bilden die Basis. Kontinuierlich verfasste, authentische Beiträge und Äußerungen, die für die Community einen Mehrwert schaffen, überzeugen vorhandene und künftige Kontakte. Gepaart mit professionellen Kommentaren und Posts mit innovativen Inhalten nützt die persönliche Marke auch dem Unternehmen. Die erkennbare Expertise färbt auf die Wahrnehmung des Unternehmens ab. Berufliche Leidenschaften, Erfahrung und Interessen steuern als Key Issue die Themenwahl. Offenheit, Dialogbereitschaft, Werbefreiheit und Authentizität verleihen dem Profil Charakter.
Mit Vitamin C durch den IT-Alltag
Um konsequent die persönliche Schärfung zu vertiefen, haben wir Vitamin B durch Vitamin C ersetzt. LinkedIn-Marketing, -Vertrieb und -Recruiting ist ein kontinuierlicher, agiler Prozess, der acht Etappen durchläuft. Wir nennen sie die acht C‘s: Compose, also die Definition bestimmter Kontakte aus der Zielgruppe oder eines ähnlichen Interessenfelds, der gewünschten Selbstdarstellung sowie expliziter, passender Schlagwörter. Das nächste C steht für Configure. Gemeint ist damit das vollständige Profil inklusive aller relevanten Bilder, einem eigenen Claim, der Business-Vita sowie Referenzen, die von anderen Mitgliedern bestätigt werden können.
Via Comments, also der Reaktion auf Beiträge anderer, und Curate, dem eigenen Teilen relevanter Inhalte, die nicht aus eigener Feder stammen, erhöht sich die Reichweite und erste neue Kontakte werden aufmerksam. Erst dann folgt in der Create-Phase die Veröffentlichung eigener Inhalte laut vordefiniertem Themenplan, um genügend relevanten Mehrwert für eine Connect-Offensive zu liefern. Im besten Fall kommen so die erhofften Kontakte von sich aus auf den neu entdeckten Experten zu. Jetzt gilt es mit den neu gewonnenen Verbindungen in Dialog zu treten (Communicate). Im Capitalize-Schritt transformiert der digitale Kontakt zu einem tatsächlichen Geschäftskunden und schließt somit den Kreis.
LinkedIn-Nutzung at it‘s best
Eine kurze Zusammenfassung der To-dos, um LinkedIn im Business-Umfeld umfänglich zu nutzen, markiert das Ende dieser Einführung. Halten sich IT-Fachkräfte und Unternehmer an diese Punkte, steht einer erfolgreichen LinkedIn-Karriere nichts im Weg:
Stand: 16.12.2025
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Strategie: Planung und Zielsetzung sind das A und O.
Personal Branding: Die eigene Marke zu definieren und zu kommunizieren unterstützt die Expertise.
Text-Content: Beiträge, die einen Mehrwert für die Community darstellen, rufen zu Interaktionen auf und verhelfen dem Profil durch die eigene Sichtbarkeit zu einer größeren Reichweite. Ebenso ratsam ist es, relevante Beiträge anderer zu kommentieren und mit eigenem Wissen zu bespicken.
Bild und Video: LinkedIn ist visuell. Beiträge mit (bewegten) Bildern in guter Qualität erhalten wesentlich mehr Aufmerksamkeit als ohne.
B2B-Influencer: Profile aus ähnlichem Business-Umfeld mit starker Reichweite sind immer eine Vernetzung wert.
Advertising: Paid Ads geben der Content-Strategie zusätzlich Schwung.
Learnings: Digitale Trainings für diverse Skills halten die Fähigkeiten aktuell und können direkt auf dem Profil vermerkt werden.
Leadgenerierung: Persönliche, inhaltsgetriebene Ansprachen der Wunschkontakte erhöhen das Sales-Potenzial.
Die Autorin Viviane Ehret-Kleinau ist Geschäftsführerin der LinkedIn-Marketingagentur ReachIn Network GmbH.