DB Podcast

Knapp 730 GByte Daten MagentaTV: Datenleck mit 324 Millionen Log-Einträgen aufgedeckt

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Sicherheitsforscher von Cybernews entdeckten ein Datenleck im beliebten Streaming-Dienst MagentaTV. DIGITAL BUSINESS beantwortet alle wichtigen Fragen zur Sicherheitslücke.

(Bild:  Deutsche Telekom)
(Bild: Deutsche Telekom)

MagentaTV der Deutschen Telekom gehört mit schätzungsweise vier bis fünf Millionen Nutzern zu den beliebtesten TV- und Video-Streaming-Diensten in Deutschland und Österreich. Doch die Sicherheitsforscher von Cybernews fanden nun heraus, dass über 324 Millionen Log-Einträge von MagentaTV mit einem Datenvolumen von knapp 730 GByte über eine Werbeplattform öffentlich einsehbar waren. Die Deutsche Telekom hat das Datenleck zwar mittlerweile geschlossen, laut Cybernews bestand es aber mindestens seit Februar dieses Jahres.

Wie wurde das Sicherheitsleck entdeckt?

Die Sicherheitsforscher von Cybernews deckten das Datenleck Mitte Juni dieses Jahres, nachdem sie eine ungeschützte Elasticsearch-Instanz entdeckt hatten, die von Serverside.ai, einer Plattform für serverseitige Werbeeinblendung (Server-Side Ad Insertion, SSAI), gehostet wurde. Nach Angaben des Forschungsteams stammten alle Daten auf der exponierten Instanz von MagentaTV.

Welche Daten waren betroffen?

Ein Großteil der Informationen stufen die Cybernews-Sicherheitsforscher auf Nachfrage von DIGITAL BUSINESS zwar nicht als sensibel ein, doch einige der geleakten Logs enthielten HTTP-Header von Anfragen, die MagentaTV-Kunden gesendet hatten. Laut den Sicherheitsforschern wurden bei dem Leck auch Nutzerdaten preisgegeben, darunter:

  • IP-Adressen
  • MAC-Adressen
  • Session-IDs
  • Kunden-IDs
  • User-Agents

Welche Risiken stellen die geleakten MagentaTV-Daten dar?

Auf den ersten Blick handelt es sich um Daten, mit denen man wenig anfangen kann. Angreifer könnten die geleakten Daten aber nutzen, um Nutzerstandorte zu verfolgen, sie zu identifizieren und gezielte Angriffe auf bestimmte Geräte durchzuführen. Darüber hinaus könnten Kunden zusätzlichen Risiken ausgesetzt sein, etwa wenn Angreifer die geleakten Daten mit älteren Datenlecks abgleichen, insbesondere durch die Verwendung von IP-Adressen zur Identifizierung von Nutzern.

Die gute Nachricht: Die Cybernews-Experten haben keine Hinweise darauf, dass die Sicherheitslücke aktiv ausgenutzt wurde. Aber: Ausschließen können sie es auch nicht.

Was sagt die Deutsche Telekom zum MagentaTV-Leck?

Das Cybernews-Team hat sich im Juni per E-Mail an das Computer Emergency Response Team der Deutschen Telekom gewandt. Das Unternehmen hat schnell reagiert, aber es dauerte einige Wochen, bis das Problem behoben war.

Die Deutsche Telekom gibt sich auf Nachfrage von DIGITAL BUSINESS indessen schmallippig – über Sicherheits-Lecks spricht natürlich kein Unternehmen gerne.

Laut Deutscher Telekom war der Server eines technischen Dienstleisters von MagentaTV frei im Internet erreichbar. Das Leck sei geschlossen und bestehe somit nicht mehr. „Sicherheitsrelevante Daten waren zu keiner Zeit betroffen. Kundendaten wie Name, Adresse, Telefonnummer oder Bezahldaten waren nicht einsehbar“, so ein Sprecher.

Wie viele Unternehmenskunden betroffen sind, ist nicht bekannt. Die Deutsche Telekom gab gegenüber DIGITAL BUSINESS keine Auskunft, wie viele Business-Kunden MagentaTV nutzen. Doch auch wenn sich der Dienst überwiegend an Privatkunden richtet, so dürfte es dennoch auch einige Selbstständige und kleinere Unternehmen geben, die ihn nutzen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung