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Cyberbedrohungen

Malware: Infizierte Dokumente bedrohen Finanzdienstleister

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Maßnahmen zum Schutz vor Malware in Dokumenten

Der Schutz von bösartigen Dokumenten erfordert im Finanzsektor einen mehrschichtigen Sicherheitsansatz. Cyberkriminelle verwenden verschiedene Techniken, um Malware zu verbreiten. Da reicht es nicht aus, sich auf eine einzige Lösung zu verlassen. In erster Linie sollten Unternehmen strenge Richtlinien für zulässige Dateitypen implementieren, eine Benutzerauthentifizierung vor dem Hochladen von Dokumenten verlangen und Dateigrößenbeschränkungen festlegen. Allein diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Hochladen bösartiger Inhalte von vornherein zu verhindern.

Sämtliche Dateien sollten sorgfältig geprüft werden, um sicherzustellen, dass sich hinter scheinbar zulässigen Formaten keine getarnten Bedrohungen verbergen. Ebenso wichtig ist ein gründlicher Malware-Scan. Denn durch proaktives Scannen lässt sich Schadsoftware mit hoher Sicherheit erkennen und stoppen, noch bevor sie kritische Finanzsysteme erreicht. Der Einsatz mehrerer Anti-Malware-Engines steigert dabei die Erkennungsrate und schließt blinde Flecken einzelner Scan-Tools.

In Kombination mit verhaltensbasierter Advanced-Sandboxing-Technologie lassen sich auch bisher unbekannte Bedrohungen wirksam identifizieren – ein Aspekt, den der jüngste "Threat Landscape Report" von Opswat besonders unterstreicht. Laut der Studie nehmen sowohl die Komplexität von Malware (plus 127 Prozent in den letzten 12 Monaten) als auch die Zahl unentdeckter Bedrohungen alarmierend zu: Eine von 14 Dateien erweist sich als schädlich, obwohl sie von Legacy-Systemen zunächst als sicher eingestuft wurde.

Einsatz neuer Technologien wie Deep Content Disarm and Reconstruction

Darüber hinaus können Dateien versteckte Bedrohungen in Skripten und Makros enthalten, sodass es unerlässlich ist, sie zu bereinigen, bevor ein Anwender Zugriff darauf erhält. Technologien wie Deep Content Disarm and Reconstruction (CDR) dekonstruieren Dateien, entfernen potenziell schädliche Inhalte und setzen sie anschließend unter Wahrung der vollen Funktionalität wieder zusammen – so wird sichergestellt, dass sich die Dateien gefahrlos öffnen lassen.

Fortschrittliche E-Mail-Sicherheitstools, die Phishing-Versuche blockieren und Anhänge oder URLs auf schädliche Inhalte überprüfen, tragen ebenfalls entscheidend dazu bei, Risiken zu reduzieren und die Resilienz zu stärken. Neben E-Mails sind auch andere Quellen für eingehende Dateien und Daten zu identifizieren und zu überprüfen – etwa webbasierte Anwendungen, die von Kunden, Geschäftspartnern oder Lieferanten genutzt werden. Auch Dateien, die zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen im Unternehmen ausgetauscht werden, sollten einer entsprechenden Prüfung unterzogen werden.

Mehrschichtiger Schutz gegen unterschätzte Bedrohung

Der Finanzdienstleistungssektor zählt zu den bevorzugten Zielen von Cyberkriminellen. Dokumentenbasierte Malware stellt dabei eine zunehmend ernstzunehmende, oft unterschätzte Bedrohung dar. Nur durch einen mehrschichtigen Ansatz zur proaktiven Prüfung aller eingehenden Dateien können Finanzinstitute ihre Anfälligkeit für Cyberangriffe erheblich verringern und kritische Systeme, sensible Daten sowie die Geschäftskontinuität schützen.

Holger Fischer
verantwortet seit Januar 2024 als Director Sales EMEA Central bei Opswat strategische Vertriebsinitiativen und das Umsatzwachstum in Zentraleuropa. Mit seinem Know-how in der Cybersicherheit unterstützen er und sein Team Kunden beim Schutz ihrer kritischen Infrastrukturen. Opswat bietet eine End-to-End-Lösungsplattform für kritische Infrastrukturen in den Bereichen IT, OT und ICS an.

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