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Digitalisierung im Gesundheitswesen Medienbrüche beseitigen

Ein Gastbeitrag von Eva-Maria Würz 2 min Lesedauer

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Kliniken und andere Akteure im medizinischen Sektor ­sollten nicht darauf warten, dass Digitalisierung ­flächendeckend von außen umgesetzt wird. Leistungs­erbringer können bereits mit vergleichsweise wenig ­Aufwand und in Eigenregie ihre Prozesse digitalisieren und somit erheblich effizienter gestalten.

(Bild: AdobeStock)
(Bild: AdobeStock)

Was die Digitalisierung des Gesundheitswesens anbelangt, steht Deutschland im internationalen Vergleich nicht gut da. Obwohl das deutsche Gesundheitssystem zu den teuersten in Europa zählt, liegt der Digitalisierungsgrad hinter anderen Ländern zurück, so einschlägige Studien. Ein Beispiel für die schleppende Umsetzung von Projekten ist etwa die elektronische Patientenakte (ePA). Bereits seit Anfang 2021 steht sie für Patienten zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung.

Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach nutzten allerdings weniger als ein Prozent der rund 73 Millionen gesetzlich Versicherten dieses Angebot. Als Gründe dafür werden unter anderem komplizierte Anmeldeverfahren und nicht ausgereifte Endbenutzer-Apps genannt. Ab 2025 soll nach den Plänen der Bundesregierung eine ePA automatisch von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt werden. Wie sich die Nutzungszahlen der ePA zukünftig entwickeln werden, ist noch nicht klar. Kliniken und andere medizinische Einrichtungen sollten sich auf jeden Fall nicht darauf verlassen, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens vollständig durch staatliche Initiativen getragen wird.

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Leistungserbringer müssen selbst aktiv werden

Vor allem interne Prozesse bieten bereits heute großes Potenzial, um mit Digitalisierung Zeit und Geld im Alltag zu sparen. Das Gesundheitswesen ist eine hochregulierte Branche und alle Prozesse müssen lückenlos dokumentiert werden – zum Wohl der Patienten aber auch im Sinne der Leistungserbringer, die sich gegen eventuelle Regressansprüche durch Einwilligungen absichern müssen. Diese und weitere Faktoren führen zu einem erheblichen Dokumentationsaufwand in der Branche.

An vielen Stellen gibt es bereits Lösungen, die für mehr Effizienz sorgen. So können Ärzte ihre Befunde direkt in Spracherkennungssoftware diktieren, was die Dokumentation und die Ausstellung von Arztbriefen bereits erheblich vereinfacht. Im besten Fall werden diese und andere Dokumente gar nicht mehr ausgedruckt, sondern in einem modernen Dokumentenmanagement-System abgelegt und verwaltet.

Signatur: Schlussstein im digitalen Gewölbe

Trotz aller Bemühungen um effiziente Systeme bleibt oft ein letztes Nadelöhr in digitalen Prozessen: die Signatur. Alles, was unterschrieben werden muss, wird meist noch ausgedruckt und anschließend händisch signiert. Die Unterschrift, mit der beispielsweise Patienten ihre Einwilligung erteilen, Ärzte Behandlungen bestätigen, Rezepte ausstellen und so weiter, sorgt für Mehraufwand, höhere Kosten und Zeitverzug.

Mit der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES) steht eine Möglichkeit zur Verfügung, um auch sensible Prozesse in hochregulierten Branchen zu digitalisieren. Die QES ist einer händischen Unterschrift in fast allen Belangen rechtlich gleichgestellt und erfüllt die Schriftformerfordernis. Einrichtungen des Gesundheitswesens können auf branchenspezifische Lösungen zurückgreifen, die alle strengen europäischen Datenschutzvorgaben erfüllen und nur minimalen Implementierungsaufwand verursachen.

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Fazit

Durch das digitale Signieren von medizinischen Dokumenten und die Beseitigung des Medienbruchs profitieren sowohl Patienten als auch Ärzte und Kliniken. Patienten können etwa Einwilligungserklärungen bereits vor dem Besuch einer Klinik oder Praxis zuhause digital signieren und müssen nicht direkt vor der Behandlung diverse Formulare ausfüllen. Ärzte sparen durch die beschleunigten digitalen Prozesse Zeit und Kliniken Kosten, die mit der Abwicklung von Papierformularen verbunden sind. 

Eva-Maria WürzEva-Maria Würz
ist Vice President Health & Care bei d.velop.

Bildquelle: Eva-Maria Würz

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