DB Podcast

Jobverlust durch künstliche Intelligenz Mensch gegen Maschine: Der stille Krieg um unsere Jobs

Von Heiner Sieger 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

166.000 Entlassungen und kein Ende: Aus dem Tech-Sektor kommen alarmierende Zahlen. Der Mensch droht rasant gegen die Maschine zu verlieren – und das scheint erst der Anfang zu sein.

(Bild:  © Fabricio Burbano/stock.adobe.com)
(Bild: © Fabricio Burbano/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Massenentlassungen 2025: Über 166.000 Jobs im Tech-Sektor sind seit Jahresbeginn gestrichen worden.

Künstliche Intelligenz als Treiber: Rund 38.000 Stellen wurden direkt durch Automatisierung und künstliche Intelligenz ersetzt.

Struktureller Wandel: Die Branche richtet sich langfristig neu aus – mit Fokus auf AI Engineering und Dateninfrastruktur.

Die Tech-Welt ist im Umbruch: Seit Jahresbeginn haben globale Technologieunternehmen im Jahr 2025 mehr als 166.000 Stellen gestrichen, davon allein rund 118.000 in den USA – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Besonders bemerkenswert: Ein erheblicher Teil der Jobs fällt laut der aktuellen Studie der Plattform RationalFX nicht allein wirtschaftlichen Zwängen zum Opfer, sondern wird durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung ersetzt. Besonders betroffen sind Branchengrößen wie Intel, Microsoft, TCS, Panasonic und IBM. Wenn sich der Trend im gleichen Tempo fortsetzt, wird diese Zahl bis Ende des Jahres 235.000 überschreiten.

Tech industry layoffs around the world in 2025.(Bild:  RationmalFX)
Tech industry layoffs around the world in 2025.
(Bild: RationmalFX)

Während Intel seine Belegschaft bis Ende 2025 auf 75.000 Beschäftigte reduzieren will, begründet Microsoft die Streichungen mit einer „neuen Unternehmensstruktur“ und dem Abbau von Managementebenen. Auch indische IT-Dienstleister wie TCS oder japanische Konzerne wie Panasonic setzen auf aggressive Kostensenkung und Automatisierung. Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist Salesforce, das seine Belegschaft im Kundensupport dank KI fast halbiert hat. CEO Marc Benioff gab kürzlich bekannt, dass das Unternehmen seinen Kundensupport durch den Einsatz von KI-Agenten von 9.000 auf rund 5.000 Positionen reduzieren konnte. Das chinesische Unternehmen Bytedance, die Muttergesellschaft von TikTok, hat ebenfalls Hunderte von Stellen gestrichen und menschliche Arbeitsplätze in die Hände der KI gelegt.

Die größten Verlierer 2025

Die Studie listet die Unternehmen mit den umfangreichsten Stellenstreichungen:

1. Intel: 33.900
2. Microsoft: 19.215
3. TCS: 12.000
4. Panasonic: 10.000
5. IBM: 9.000
6. STMicro: 5.000
7. Salesforce: 5.000
8. Meta: 3.720
9. Amazon: 3.350
10. Oracle: 3.000

Künstliche Intelligenz als Treiber

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: Knapp 38.000 Entlassungen sind direkt auf den Einsatz von KI und Automatisierung zurückzuführen. Unternehmen ersetzen zunehmend Tätigkeiten in HR, Backoffice, Kundenservice oder sogar Softwareentwicklung durch KI-gestützte Systeme.

Tech companies with the largest layoffs in 2025.(Bild:  RationalFX)
Tech companies with the largest layoffs in 2025.
(Bild: RationalFX)

„Der Tech-Sektor hat in diesem Jahr bereits mehr als 166.000 Jobs verloren – ein deutliches Signal für zyklische Belastungen, aber auch für tiefgreifende strukturelle Veränderungen“, erklärt Alan Cohen, Data Analyst bei RationalFX.

Während wirtschaftliche Faktoren wie strengeres Kapitalmarktumfeld, langsameres Wachstum und Restrukturierungen eine Rolle spielen, sieht Cohen vor allem die rasante Einführung von KI-Tools als entscheidenden Treiber:

„Unternehmen straffen Abläufe, automatisieren Routineaufgaben und verlagern ihre Belegschaften in Richtung AI Engineering und Dateninfrastruktur. Ganze Jobprofile in Service, Coding oder Administration verschwinden. Das ist weniger eine kurzfristige Korrektur, sondern eine langfristige Neuausrichtung rund um Automatisierung und Advanced Technologies.“

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung