Jährlich veröffentlicht die Zeag GmbH, Zentrum für Arbeitgeberattraktivität, gemeinsam mit der Universität St. Gallen eine Trendstudie zum Status quo im Mittelstand. Die aktuellen Ergebnisse zeigen die Auswirkungen von Digitalisierung, Pandemie und Fachkräftemangel auf Unternehmen und Mitarbeitende.
(Quelle: Ngampol - Adobe Stock)
All die Ereignisse und Paradigmenwechsel der letzten Jahre erhöhen den Druck auf deutsche Arbeitgeber – die wiederum ihr Arbeitstempo erhöhen und den Druck im schlimmsten Fall an ihre Mitarbeitenden weitergeben. Die meisten dieser Firmen drohen in eine Beschleunigungsfalle zu geraten: Anzeichen von Erschöpfung in der Belegschaft werden oft als mangelnde Arbeitsmotivation interpretiert und folglich wird der Druck weiter erhöht. Und dies verschlimmert nochmals die Situation im Mittelstand. In der Konsequenz zeigt sich eine ausgeprägte kollektive Erschöpfung in der Belegschaft: 25 Prozent der an der Studie teilnehmenden Unternehmen arbeiteten 2022 am Limit.
Die Studie vergleicht in besonderem Maße die gesündesten und produktivsten Unternehmen im Mittelstand – im Folgenden Hochleistungsunternehmen genannt – mit den aktuell am schwächsten aufgestellten Organisationen – Unternehmen am Limit betitelt. Daraus lassen sich Eigenschaften ableiten, die zu einem modernen und leistungsstarken Unternehmen führen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
Über 80 Prozent der Mitarbeitenden in Organisationen am Limit fühlen sich in keinem guten Gesundheitszustand. Diese Unternehmen verzeichnen 11 Prozent mehr Abwesenheitstage als gesunde Hochleistungsunternehmen.
Die Leistung erschöpfter Unternehmen ist knapp ein Viertel geringer als die von gesunden Hochleistungsorganisationen. Außerdem sind sie 18 Prozent weniger produktiv und wachsen 13 Prozent geringer.
Lediglich ein Drittel der Mitarbeitenden in Limit-Unternehmen sind zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Auch die Arbeitgeberattraktivität bricht um mehr als 12 Prozent ein.
Wie der Mittelstand mit Disruptionen umgeht
Rund 15 Prozent der Unternehmen schafften es, diese disruptiven Zeiten besonders erfolgreich zu meistern. Diese Unternehmen zeichnet ihre Haltung aus, die Herausforderungen als Chance für einen Wandel zu begreifen und ihr Unternehmen entsprechend auszurichten. Im Resultat profitieren sie von starkem Zusammenhalt, positivem Engagement und einer hohen Sinnerfüllung in der Belegschaft und im Unternehmen. Die Studiendaten bestätigen, dass 75 Prozent der gesunden Hochleistungsunternehmen von ihren Mitarbeitenden als überaus attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden. Gleichzeitig leiden nur rund 10 Prozent dieser Unternehmen unter einem Arbeitskräftemangel.
Ihnen gegenüber stehen Unternehmen am Limit. Ihr Arbeitsalltag prägt kollektive Erschöpfung und gleichzeitig hohe Resignation bei großen Teilen der Mitarbeitenden. Den erhöhten Anforderungen begegnen sie häufig mit mehr Arbeit und Druck. Gleichzeitig verharren diese Unternehmen in alten Mustern. Notwendige Änderungen, wie etwa eine veränderte, digitalisierte Zusammenarbeit setzen sie zwar um. Allerdings scheitert sie an veralteter Führung und Kultur. 62 Prozent der Unternehmen am Limit leiden an einem starken Arbeitskräftemangel. Gleichzeitig nehmen rund 90 Prozent der Mitarbeitenden dieser Unternehmen ihren Arbeitgeber als wenig attraktiv wahr.
Hauptursachen für die Beschleunigungsfalle
Sinnempfinden: Eine Arbeit wird von Mitarbeitenden häufig dann als sinnvoll empfunden, wenn sie bedeutsam ist, kohärent mit dem eigenen Lebensstil ist, substanziell zu bekannten und akzeptierten Unternehmenszielen beiträgt und Mitarbeitende im Rahmen der Tätigkeit Wertschätzung erfahren. In hohem Maße empfinden dies 75 Prozent der Mitarbeitenden bei gesunden Hochleistungsunternehmen. Lediglich zwölf Prozent erreichen Unternehmen am Limit in dieser Kategorie.
Führung: Mehr als 75 Prozent der gesunden Hochleistungsunternehmen etablierten im Jahr 2022 ein transformationales Führungsklima in ihren Unternehmen. In Unternehmen am Limit erleben 67 Prozent der Mitarbeitenden eine autoritäre Führung – häufig als Ergebnis eines Führungsvakuums. Mitarbeitende nehmen ihre Führungskraft dort immer weniger wahr.
Unternehmenskultur: Gesunde Hochleistungsunternehmen besitzen mit etwa 90 Prozent eine moderne Unternehmenskultur. Diversitätsmanagement fördert hier soziale, kulturelle und ethnische Vielfalt. Emotionalisierende HR-Maßnahmen stärken zusätzlich das Miteinander. Mitarbeitende erfahren außerdem gezielte Weiterentwicklung. 80 Prozent der Unternehmen am Limit weisen das Gegenteil auf.
Leistungsfokussierung: Gesunde Hochleistungsunternehmen haben es geschafft, in den herausfordernden Zeiten den Leistungsdruck in ihrem Unternehmen gering zu halten und gleichzeitig positive Energien zu mobilisieren. Während von ihnen nur rund 38 Prozent mit Managementsystemen eine starke Leistungsorientierung fördern, sind es unter Unternehmen am Limit mehr als 75 Prozent. In Unternehmen am Limit erfahren 91 Prozent der Belegschaft einen überfordernden Leistungsdruck, der durch leistungszentrierte HR-Systeme befeuert wird.
Stand: 16.12.2025
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Zur Methodik der Studie
Für die Trendstudie befragte die Zeag GmbH im Rahmen der Arbeitgeberbewertung Top Job insgesamt über 10.000 Mitarbeitende und Führungskräfte in über 80 deutschen Unternehmen. Die Auswertung hat das Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen durchgeführt. Im Ergebnis entstand eine repräsentative Stichprobe der deutschen Arbeitnehmerschaft in einem diversen Spektrum kleiner (25 Prozent), mittelständischer (44 Prozent) und größerer Unternehmen (31 Prozent) mit einer Anzahl von Mitarbeitern zwischen 8 und 2.174. Vorwiegend nahmen Unternehmen aus dem Bereich Service und Dienstleistungen sowie dem Produktionsbereich teil. Doch auch Finanz-, Versicherungs- und Immobilienbetriebe sowie Firmen aus dem Groß- und Einzelhandel und dem Baugewerbe wurden befragt.
(Für die Top-Job-Trendstudie wurden über 10.000 Mitarbeitende und Führungskräfte in über 80 deutschen Unternehmen befragt. (Bild: Zeag GmbH))
Die Zeag GmbH, das Zentrum für Arbeitgeberattraktivität, organisiert die Premium-Auszeichnung Top Job. Ziel ist es, den deutschen Mittelstand und dessen Arbeitsplatzkultur zu stärken. Im Jahr 2014 von Silke Masurat gegründet, vereint das bundesweit agierende Pionier-Unternehmen Siegelmanagement, Employer Branding und Unternehmensentwicklung unter einem Dach. In enger Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen untersucht die zeag GmbH per Analyse die Arbeitgeberattraktivität und Nachhaltigkeit von Firmen. Sie unterstützt bei Verbesserungsbedarf und prämiert herausragende Unternehmen als beste Arbeitgeber Deutschlands.