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Patientenmanagement Healthcare-Branche atmet auf

Von Heiner Sieger 3 min Lesedauer

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DSAG-Infotage Healthcare bringen neue Perspektiven und große Ankündigungen : Vielversprechende IS-H-Nachfolger und KIS-Lösungen in den Startlöchern.

(Bild:  DSAG)
(Bild: DSAG)

Die Schockstarre scheint überwunden, der Wettbewerb ist eröffnet – so lässt sich die Stimmung der Branche nach den DSAG-Infotagen Healthcare zusammenfassen. Als Antwort auf die SAP-Abkündigung der Branchenlösung SAP Patientenmanagement (IS-H) präsentierten sich zehn Systemanbieter auf dem Fachkongress der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) in St. Leon-Rot  – und zeigten allesamt vielversprechende Entwicklungen. 

Eines der größten Ausrufezeichen setzte ATSP: Gemeinsam mit Partner T-Systems Austria entwickelt das Unternehmen bereits die auf SAP S/4HANA-basierte Lösung „Solution for HealthCare“ (TSHC) für Österreich und die Schweiz.  Nun kündigte ATSP an, in Kooperation mit der RZV Rechenzentrum Volmarstein GmbH (RZV) auch eine Lösung für den deutschen Markt bereitzustellen. Sie soll auf TSHC aufbauen, einen Großteil der bisherigen IS-H-Funktionen abdecken und nahezu nahtlos an das bisher verfügbare Patientenmanagement anknüpfen. 

Healthcare-Branche schaut optimistisch in die Zukunft

„Nach der Hängepartie der vergangenen Monate, in denen ungewiss war, wie und vor allem wann es mit einer neuen Lösung weitergehen wird, schauen wir nun sehr optimistisch in die Zukunft“, sagt Hermann-Josef Haag, Fachvorstand Personalwesen & Public Sector bei der DSAG. „SAP hat mit der Abkündigung von IS-H den Wettbewerb um den Nachfolger eröffnet. Und viele Systemanbieter haben die Chance genutzt, wie sie auf unserem Fachkongress eindrucksvoll demonstriert haben.“ 

Walter Schinnerer, Fachvorstand Österreich beim DSAG, ergänzt: „Dank der hohen Qualitätsdichte, die an möglichen IS-H-Nachfolgern beziehungsweise kompletten Krankenhausinformationssystemen (KIS) präsentiert wurde, haben Kliniken und Krankenhäuser nun sogar eine echte Auswahlmöglichkeit. Sie können aus dem Angebot das für ihre Größe und Bedürfnisse passende System wählen.“ 

Hermann-Josef Haag ist Fachvorstand Personalwesen & Public Sector bei der DSAG.(Bild:  DSAG e.V.)
Hermann-Josef Haag ist Fachvorstand Personalwesen & Public Sector bei der DSAG.
(Bild: DSAG e.V.)

IS-H-Nachfolger von ATSP und RZV ab Anfang 2025 verfügbar 

Für einen Paukenschlag auf der DSAG-Veranstaltung sorgte die Nachricht von ATSP: Das Unternehmen gab bekannt, die Lösung TSHC gemeinsam mit Partner RZV für Deutschland anpassen und zeitnah auf den Markt bringen zu wollen. Derzeit befinden sich die beiden Unternehmen noch in der Analysephase. Bereits ab Anfang 2025 soll ein Pilotsystem aber schon zur Verfügung stehen. Ab Herbst 2025 kann die neue Software laut den Anbietern in den Kliniken und Krankenhäusern ausgerollt werden. Damit bieten ATSP und RZV beziehungsweise ATSP und T-Systems Austria künftig IS-H-Nachfolger für den gesamten DACH-Raum an. 

„Mit ATSP, RZV und T-Systems Austria treten drei Unternehmen auf den Plan, die nicht nur große Expertise im Bereich Entwicklung und SAP-Beratung beweisen, sondern auch ordentliche Ressourcen mitbringen. Eine notwendige Voraussetzung mit Blick auf die zahlreichen Häuser, die bis 2027 transformiert werden müssen“, erklärt Michael Pfeil, DSAG-Arbeitskreissprecher Healthcare. „Die Ankündigung dieser Branchen-Flaggschiffe zusammen mit der großen Bereitschaft der anderen Branchenvertreter, sich den Anwendern zu stellen und schlüssige Konzepte für die Nachfolge zu präsentieren – all das stimmt mich mit Blick auf die anstehenden Umstellungen sehr zuversichtlich.“ 

Transformation aktiv vorbereiten

Trotz dieser Zuversicht mahnt Michael Pfeil, nun nicht die Hände in den Schoß zu legen: „Die Häuser sollten die Zeit, bis die für sie passende Lösung marktreif ist, nutzen, um sich mit ihren bestehenden Systemen auseinanderzusetzen. Hilfreich sind zum Beispiel Readiness-Checks, mit denen sich nicht nur das aktuell betriebene Patientenmanagementsystem, sondern die bestehende SAP-Umgebung, auch in Hinblick auf eine SAP S/4HANA-Umstellung analysieren lassen. Damit können die Anwender schon jetzt prüfen, welche relevanten Eigenentwicklungen sie umziehen möchten, welche Anpassungen für das neue System gegebenenfalls notwendig sind – und so die anstehende Transformation bestens vorbereiten.“  

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