In der IT-Branche hat sich jetzt ein außergewöhnlicher Fall ereignet: Ein IT-Unternehmen hat sich dafür entschieden, einen von einer Personalberatung empfohlenen 79-jährigen Senior Consultant einzustellen – in Festanstellung.
(Quelle: Redpixel.pl/shutterstock)
Die grinnberg Personalberatung, ein Partnerunternehmen der duerenhoff GmbH, hat den 79-jährigen Senior Consultant der Adata Software GmbH empfohlen. Eine Frage steht allerdings im Raum: Wie wichtig ist das Alter? Tatsächlich war dies während der Einstellung nur kurz von Belang. Der Fall zeigt, wie lange man an der eigenen IT-Karriere Spaß haben kann. Die IT-Branche beschäftigt Spezialisten bis ins hohe Alter, was nur wenige Branchen für sich in Anspruch nehmen können.
Personalabteilungen suchen IT-Fachleute
Von Jugendwahn in den IT-Personalabteilungen kann keine Rede mehr sein. Die Branche entdeckt zunehmend die Vorzüge des Alters. Eine starke Botschaft für IT-Fachleute: Wer mag, findet immer spannende Herausforderungen. Das Geburtsdatum muss dabei keine Hürde sein. „Meine Frau weiß, dass ich das brauche, um zufrieden zu sein“, sagt Peter Gethmann, der im Alter von 79 Jahren einen neuen Job angetreten hat. Der Senior Consultant hatte sich zuvor gegen mehrere Kandidatinnen und Kandidaten durchgesetzt.
Im Juni 2020 startete seine Arbeit bei der Adata Software GmbH. Das vorige Projekt bei der Fiducia war durchaus anspruchsvoll. Doch daran, dass es sein letztes gewesen sein könnte, hat Gethmann nie einen Gedanken verschwendet. Wer mit dem Senior Consultant spricht, vermutet angesichts seines Geburtsdatums einen Druckfehler. Steht da wirklich 1941 – kein Irrtum? Tim Seiler von der Personalberatung grinnberg in Stuttgart musste nochmals nachfassen als er das Baujahr seines heißesten Kandidaten entdeckte. Gethmann besitzt Energie und Esprit, wie man sie bei einem Mittfünfziger selten findet.
Personalberatung suchte Entwickler für Cobol
Personalberater Seiler war für seinen Kunden Adata Software GmbH in Verden/Aller auf der Suche nach einem Entwickler, der mit der Programmiersprache Cobol bestens vertraut ist. Sollte er es wirklich wagen und einen Fast-Achtziger empfehlen? Warum nicht, sagte er sich. Schließlich passte das Profil von Gethmann genau auf die ausgeschriebene Position. Als erfahrener Personalberater spürte Seiler sofort: Der Mann ist gut und hat das nötige Feuer.
Simone Wiese ging es ähnlich, die bei der Adata für das Personalwesen zuständig ist „Über das Alter haben wir nur kurz gesprochen“, erinnert sie sich an ihren ersten direkten Kontakt mit dem erfahrenen Bewerber. „Trotzdem dauerte das Einstellungsgespräch länger. In dem Alter hat man einfach viel mehr zu erzählen. Das hat uns begeistert.“ Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit – damit punktete Peter Gethmann bei der Adata. Der Senior Consultant ist längst kein Einzelfall mehr. In der IT-Branche kann man glücklich alt werden. Selbst dann, wenn ein Job-Wechsel im stolzen Alter von achtzig Jahren nicht jedermanns Sache ist.
Personalberatung: Das Alter ist kein wichtiger Faktor
Immer mehr Personalverantwortliche vollziehen die Kehrtwende. Die Zeiten der bedingungslosen Verjüngung im IT-Personalwesen sind passé. Bei zwei guten Bewerbern hat man lange den Jüngeren bevorzugt, Doch dieses ungeschriebene Gesetz gilt längst nicht mehr, auch wenn sich noch zahlreiche Studien finden lassen, die das Gegenteil behaupten. So meldete ein IT-Jobportal jüngst, dass nur rund zwei Prozent aller Jobs an Kandidaten vergeben werden, die älter als 50 Jahre sind. Viele haben noch in Erinnerung, wie im Jahr 2013 ein SAP-Manager spottete, dass 35-jährige Entwickler schon viel zu alt wären.
Nun haben sich die Zeiten gewandelt. Längst spielt Erfahrung eine wichtige Rolle – und zwar ausschließlich positiv, wie Personalberater Seiler von grinnberg bestätigt: „Angesichts des IT-Fachkräftemangels kann sich kein Unternehmen mehr leisten, andere als fachliche Kriterien bei der Einstellung zu gewichten. Die fachliche und menschliche Eignung steht im Vordergrund. Sonst nichts.“
HR-Verantwortlich sind gut beraten, wenn sie voll auf Qualifikation und Praxiserfahrung ihrer Kandidaten setzen. So wird Seniorität schnell zum Pluspunkt. „Das Alter ist bald nicht mehr da, wenn man ins IT-Fachgespräch einsteigt“, sagt Simone Wiese. Natürlich zieht ihr neuer Kollege den Altersschnitt des Teams nach oben. „Aber das hat keine Rolle gespielt“, bestätigt Wiese. Sie freut sich auf viele Jahre, in denen das Unternehmen von Gethmanns Erfahrung profitieren kann. Auch der Generationenkonflikt sei ausgeblieben, so die Personalverantwortliche: „Das Eis war schnell gebrochen, auch wenn rund 50 Jahre zwischen den Teammitgliedern liegen.“
Stand: 16.12.2025
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Freude an der Kreativität entscheidend
Peter Gethmann pendelt jetzt fünfmal die Woche zwischen seinem Wohnort Gnarrenburg und dem Adata-Standort Verden an der Aller. Er freut sich täglich seine Projekterfahrung und sein Cobol-Wissen einzubringen und weiter zu geben. Er wundert sich auch, dass Cobol und andere Großrechner-Programmiersprachen nur noch wenig gelehrt werden. „Viele dieser Systeme können überhaupt nicht ersetzt werden“, sagt er und ist glücklich, weil damit sichergestellt ist, dass ihm die Herausforderungen nicht ausgehen werden.
„Ich mag das Gefühl bei der Arbeit etwas Neues zu erstellen,“ freut sich der IT-Senior und betont: „Ein Programmierer ist ein unwahrscheinlich kreativer Mensch.“ Gethmann sieht einer langen Zusammenarbeit mit Adata entgegen. Dass er unter dem Verdacht stehe, ein Workaholic zu sein oder keine anderen Hobbys zu haben, weist er mit einem Lächeln von sich: „Ich habe den Beruf zu meinem Hobby machen können. Etwas Besseres konnte mir überhaupt nicht passieren.“ Von seinen Kindern und Enkelkindern berichtet er: „Alle sind glücklich, dass Opa noch arbeitet.“
Mit persönlicher Karriereberatung und besten Empfehlungen für eine Stellenbesetzung hat sich die duerenhoff GmbH als unabhängiges, inhabergeführtes Beratungsunternehmen ausschließlich dem Wachstumssegment SAP verschrieben. In den letzten zehn Jahren wurden im Bereich Personalberatung über 5.000 Fachkräfte erfolgreich vermittelt. duerenhoff pflegt den Kontakt zu rund 20.000 Bewerbern. Bewerber finden dort kontinuierlich an die 500 offene Stellen, die aus bestehenden Verbindungen zu rund 3.500 Unternehmen und deren SAP-Abteilungen resultieren. (sg)