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Bundesverband der IT-Anwender (Voice)  Preisanstieg nach VMware-Deal: Beschwerde bei EU-Kommission gegen Broadcom

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Der Bundesverband der IT-Anwender (Voice) hat bei der EU-Kommission Beschwerde gegen Broadcom eingereicht. Das Unternehmen versuche exorbitante Preiserhöhungen durchzusetzen.

(Bild:  © Casimiro/stock.adobe.com)
(Bild: © Casimiro/stock.adobe.com)

Es war einer der großen Mega-Deals in der IT-Branche, als Broadcom im Frühjahr 2024 Vmware übernahm. Und anfangs bestand auch die Hoffnung, dass Broadcom die nächsten Schritte sicher überlegt und strategisch angehen würde. Doch stattdessen stehen Vmware und die Kundenbasis eher vor einem Scherbenhaufen: Mitarbeiter mussten gehen und die Preise stiegen. Der Bundesverband der IT-Anwender (Voice) har nun bei der EU-Kommission Beschwerde wegen Wettbewerbsverstößen gegen Broadcom eingereicht. Nach Auffassung des Anwenderverbands missbrauche Broadcom seine dominante Marktstellung im Bereich Virtualisierungs-Software.

Voice wirft Broadcom konkret vor, mithilfe  willkürlich zusammengestellter Produkt-Bundles im Rahmen der Umstellung von Perpetual-Licencing (Dauerlizenz, die nach einmaligem Kauf dauerhaft genutzt werden kann) auf Subskription exorbitante und unfaire Preiserhöhungen durchzusetzen.

Preissteigerungen von mehreren hundert Prozent

Die direkt betroffenen Unternehmen, für die Voice die Beschwerde angestrengt hat, beklagen Preiserhöhungen von mehreren hundert Prozent. „Obwohl Broadcom im Vorfeld der Übernahme von Vmware versprochen hatte, die Preise nicht anzuheben, verursachen die Umstellung des Angebots auf zwei große Haupt-Produktbündel, die Einführung von Subskriptions-Modellen und die Einteilung der Kunden in Kategorien massiven Preissteigerungen“, so der Verband.. Auf diese Weise steigere Broadcom bewusst die Kosten der Kunden, ohne formal die Preise für einzelne Produkte zu erhöhen. Kunden könnten in der Regel nicht und allenfalls nicht ohne unwirtschaftlich großen finanziellen und zeitlichen Aufwand zu einem anderen Anbieter von Virtualisierungs-Software wechseln.

Außerdem setze Broadcom nach Kenntnis von Voice Kunden, deren bisherigen Lizenzverträge auslaufen, diese erheblich unter Verhandlungsdruck. So verweigere der Anbieter seinen Kunden die nötige Zeit für die Umstellung, er verweigere außerdem vertraglich vereinbarte Verlängerungsoptionen und er verzögere absichtlich die Beantwortung von Anfragen, damit Kunden möglichst wenig Reaktionszeit bleibt, um die von Broadcom gesetzten Fristen einzuhalten.

„Aufgrund dieser und vieler weiterer gravierenden Verstöße gegen den fairen Wettbewerb hat sich Voice entschlossen, den Weg der Beschwerde bei der EU-Kommission zu gehen“, erklärt Voice-Geschäftsführer Robin Kaufmann. Eine Sprecherin von Broadcom teilte Digital Business mit, dass das Unternehmen die Beschwerde von Voice entschieden zurückweist und beabsichtigt, die Anschuldigungen anzufechten. Und ergänzt: Die robusten Lösungen von Broadcom und VMware würden gemeinsam für mehr Auswahl und Mehrwert sorgen und es Unternehmen aller Art ermöglichen, Innovationen zu beschleunigen und ihre komplexestentechnologischen Herausforderungen zu bewältigen, etwa die Förderung der regionalen digitalen Souveränität.

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