DB Podcast

Datensicherheit Quantencomputing: 60 Prozent der Unternehmen bereiten sich derzeit vor

Ein Gastkommentar von Martin Gegenleitner 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Zeit für die Vorbereitung auf das Post-Quanten-Zeitalter läuft. Quantenbedrohungen sind nicht mehr nur Theorie, sondern werden schnell zu einer realen Herausforderung. Derzeit haben erst drei von fünf Unternehmen mit der Vorbereitung für Quantencomputing begonnen.

(Bild:  © Iman00/stock.adobe.com)
(Bild: © Iman00/stock.adobe.com)

Fragmentierte Strategien und eine übermäßige Abhängigkeit von Dritten bergen das Risiko für Unternehmen, dass kritische Daten offengelegt werden. Eine echte Bereitschaft für Quantencomputing erfordert kohärente Strategien, kryptografische Agilität und dringende Maßnahmen, um die Daten von heute vor den Quantenfähigkeiten von morgen zu schützen. Diese Ergebnisse basieren auf dem „2025 Data Threat Report“ von Thales, der die Notwendigkeit für Unternehmen unterstreicht, sich auf eine Post-Quantenwelt vorzubereiten. Der jährliche Bericht basiert auf einer weltweiten Umfrage unter mehr als 3.100 IT- und Sicherheitsexperten aus 20 Ländern und 15 Branchen und beleuchtet die neuesten Bedrohungen für die Datensicherheit, Trends und aufkommende Themen.

Während 60 Prozent der Unternehmen bereits quantenresistente Verschlüsselungsverfahren evaluieren, betont der Bericht, dass dies ein hochkomplexer Übergang ist, der jetzt beginnen muss, um sensible Daten vor Bedrohungen durch Entschlüsselung in der Zukunft zu schützen. Neben dem Prüfen von quantensicheren Verfahren bewerten 50 Prozent der Befragten aktiv ihre aktuellen Verschlüsselungsstrategien. Zu den obersten Prioritäten gehören die Evaluierung von PQC-Algorithmen, die Verbesserung der kryptografischen Agilität und die Entwicklung umfassender Verschlüsselungsstrategien zur Stärkung der Post-Quantum-Abwehr.

Gefahr einer fragmentierten Verschlüsselungslandschaft

Jedes dritte Unternehmen plant dem Bericht zur Folge außerdem sich bei der Implementierung von Post-Quantum-Verschlüsselung auf Cloud-Anbieter oder Telekommunikations-Anbieter zu verlassen. Dies mag zwar kurzfristig eine Erleichterung darstellen, birgt jedoch die Gefahr einer fragmentierten und inkonsistenten Verschlüsselungslandschaft. Alarmierend ist, dass 57 Prozent der Unternehmen bereits fünf oder mehr Schlüsselverwaltungssysteme verwalten, und die Hinzufügung weiterer Ebenen könnte das Risiko von Fehlkonfigurationen, Betriebsfehlern und potenzieller Datenoffenlegung erheblich erhöhen.

Zunehmende Sorge über Risiken durch Quantencomputing

Die Besorgnis über die Bedrohungen durch Quantencomputing hat seit 2021 stetig zugenommen und sich von einer allgemeinen Unruhe zu spezifischen Befürchtungen entwickelt. Im Jahr 2021 gaben 47 Prozent der Unternehmen an, dass sie „sehr besorgt” über Quantenrisiken seien, weitere 38 Prozent waren „etwas besorgt”. Bis 2022 wurden diese Bedenken konkreter: 58 Prozent waren besorgt über die Entschlüsselung von Netzwerken und 52 Prozent über die zukünftige Entschlüsselung der heutigen Daten. Im Jahr 2023 stiegen diese Zahlen auf 62 beziehungsweise 55 Prozent, was ein wachsendes Bewusstsein für Quantenbedrohungen zeigt.

Im Jahr 2024 verlagerte sich der Fokus dann auf zukünftige Kompromittierung der Verschlüsselungen (68 Prozent) und Schwachstellen bei der Schlüsselverteilung (63 Prozent). Beides unterstreicht die Befürchtung, dass Quantencomputing Verschlüsselungen knacken oder die sichere Kommunikation stören könnten. Bis 2025 blieben dies die wichtigsten Bedenken: 63 Prozent nannten zukünftige Kompromittierungen von Verschlüsselungen, 61 Prozent die Schlüsselverteilung und 58 Prozent fürchteten weiterhin die zukünftige Entschlüsselung der heutigen Daten.

Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend: Unternehmen sind sich nicht nur der Bedrohungen durch Quantencomputing bewusster, sondern konzentrieren sich auch zunehmend auf die spezifischen Möglichkeiten, wie Quantencomputer die Datensicherheit untergraben könnten. Dies ist beruhigend, allerdings müssen nun auch noch die restlichen 40 Prozent dies erkennen und entsprechend handeln.

Martin Gegenleitner Thales QuantencomputingMartin Gegenleitner
ist Pre-Sales Consultant DACH bei Thales. Das Unternehmen bietet Technologien für die Bereiche Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Cyber und Digitales an.

Bildquelle: Thales

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung